Höchste Auszeichnung für Chemie

"Es fühlt sich wunderbar an" - Shechtman erhält Nobelpreis

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Von Nina Jerzy

Der rennomierte Nobelpreis geht in diesem Jahr nach Israel. Der Forscher Daniel Shechtman wird für seine Entdeckung der Quasikristalle geehrt.

Stockholm. Für seine bahnbrechende Forschung zur Zusammensetzung fester Materie erhält der Israeli Daniel Shechtman den diesjährigen Nobelpreis für Chemie. Er wird für die Entdeckung der Quasikristalle geehrt, wie die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm verkündete. Die Entdeckung dieser Anordnung von Atomen habe unter Chemikern grundlegend die Vorstellung von festen Stoffen verändert, hieß es in der Begründung.

In Quasikristallen sind die Atome in Mustern angeordnet, die sich niemals wiederholen. Dies galt zum Zeitpunkt der Entdeckung im April 1982 als Verstoß gegen die Naturgesetze. Zuvor war angenommen worden, dass feste Materie aus Kristallen besteht, in denen Atome in sich stets wiederholenden symmetrischen Mustern angeordnet sind.

Der 1941 in Tel Aviv geborene Shechtman habe sich mit seiner Entdeckung gegen den erbitterten Widerstand der wissenschaftlichen Gemeinschaft durchsetzen müssen, hieß es in der Begründung der Akademie. Er war demnach sogar aufgefordert worden, seine Forschungsgruppe zu verlassen. Letztlich habe Shechtmans Entdeckung jedoch dazu geführt, dass die grundlegende Natur von Materie überdacht werden musste. „Es fühlt sich wunderbar an“, sagte Shechtman, der am israelischen Institut für Technologie in Haifa forscht, der Nachrichtenagentur AP.

Seit 1982 wurden andere Arten von Quasikristallen im Labor hergestellt und auch natürliche Vorkommen in einem russischen Fluss gefunden. Die Gebilde wurden zudem in einer besonderen Art von Stahl entdeckt, in der die Kristalle das Material wie eine Panzerung verstärken. Derzeit wird der Einsatz bei verschiedenen Produkten wie Bratpfannen und Dieselmotoren erforscht, wie die Akademie mitteilte.

Der Preis ist mit zehn Millionen Kronen (1,09 Millionen Euro) dotiert. Die Auszeichnung für Chemie ist in diesem Jahr der erste Nobelpreis, der nur einem Forscher zuerkannt wurde. Bislang letzter deutscher Preisträger war 2007 Gerhard Ertl für seine Grundlagenforschung in der modernen Oberflächenchemie.

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Der Nobelpreis für Physik war am Dienstag den US-Astrophysikern Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess für ihre Entdeckung zugesprochen worden, dass sich die Ausdehnung des Universums beschleunigt. Den Medizin-Nobelpreis teilen sich der Amerikaner Bruce Beutler, der Franzose Jules Hoffmann sowie der wenige Tage vor der Bekanntgabe der Entscheidung am Montag gestorbene Kanadier Ralph Steinman. Ihre Forschungen hätten maßgeblich zum heutigen Verständnis der Funktionsweise der menschlichen Immunabwehr beigetragen, hieß es in der Begründung.

Am Donnerstag wird der Preisträger des Nobelpreises für Literatur verkündet (ab 13.00 Uhr). Am Freitag folgt der Friedensnobelpreis (ab 11.00 Uhr). Den Abschluss bildet am Montag die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften (ab 13.00 Uhr).

Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen, alle anderen Ehrungen in Stockholm.

( (dapd) )

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