Berlin

Werbeplakat für Fremdgeh-Portal verspottet Politiker

Foto: dapd / dapd/DAPD

Schwarzenegger, Seehofer und Clinton werden wegen ihrer Seitensprünge als Reklame-Botschafter genutzt. Seehofer schweigt dazu bislang.

Berlin. Es ist eine Affäre um eine Affäre: Das kanadische Internet-Portal für potenzielle Fremdgeher Ashley Madison hat ein gewaltiges Werbeplakat am Berliner Alexanderplatz aufgehängt. Darauf sind prominente Politiker zu sehen, die Seitensprünge zugeben mussten: der frühere kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Seehofer ist vermutlich der einzige aus dem Trio, der dagegen vorgehen könnte. Schwarzenegger und Clinton ist die Verwendung ihres Konterfeis in Berlin vermutlich noch nicht aufgefallen. Aber von Seehofer ist bislang kein juristisches Abwehren des Plakates zu vernehmen.

Angela Merkel soll nach einer Plakatkampagne des Autovermieters Sixt keine rechtlichen Schritte eingeleitet haben. Die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wollte nach ihrer Dienstwagen-Affäre Sixt angeblich verklagen. Doch die Sache verlief im Sande. Auf dem Werbebanner von Ashley Madison, dessen Slogan: „Das Leben ist kurz. Gönn’ dir eine Affäre“ ist, ist zu lesen: „Was haben diese drei Männer gemeinsam?“ Die Antwort darunter: „Sie hätten besser Ashley Madison nutzen sollen.“ Das Internet-Portal ist kostenpflichtig. Seehofer verlangt derweil von CDU und FDP angesichts andauernder Querelen und schlechter Umfragewerte eine schnelle Rückkehr zur Disziplin. Das Wichtigste auf Berliner Ebene sei derzeit die Wiederherstellung „des Korpsgeists in der Union und des Teamgeists in der Koalition“, sagte Seehofer in München.

„Wenn man das als Zaungast betrachtet, was sich im August da an Eigenkritik und Selbstbespiegelung abgespielt hat – und zwar sowohl in der CDU wie in der FDP – dann darf man sich nicht wundern, wenn ein Vertrauensverlust eintritt. (...) Ich hoffe, dass das jetzt vorbei ist.“

Seehofer betonte, dass die CSU sich an den Auseinandersetzungen um Personal und Profil nicht beteiligte: „Die CSU ist uneingeschränkt ein großer Stabilitätsanker“, sagte der CSU-Chef am Rande einer Veranstaltung in der Staatskanzlei. (abendblatt.de/dpa)