Grenze zu Israel

Libanesische Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt

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Angespannte Lage an der Grenze. Ausschreitungen und Tote zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan im Westjordanland.

Ramallah. Nach einem Schusswechsel mit der israelischen Armee an der Grenze sind die libanesischen Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Die beiden Armeen warfen sich gegenseitig vor, zuerst gefeuert zu haben. Entgegen ersten Berichten gab es jedoch keine Opfer, sagten Militärsprecher. Es war der erste gewaltsame Zwischenfall seit Mai, als die israelische Armee an der Grenze neun libanesische Demonstranten erschossen hatte. Bei Konfrontationen im Westjordanland wurden unterdessen am Montag zwei Palästinenser getötet und fünf israelische Soldaten verletzt.

Zu dem Vorfall an der libanesischen Grenze teilte eine israelische Militärsprecherin mit, Soldaten seien bei einer Patrouille an der Grenze von der libanesischen Seite aus beschossen worden. Die Truppen hätten das Feuer erwidert. Israel habe Beschwerde bei der Unifil-Mission eingelegt. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es hingegen, die israelischen Soldaten hätten zuerst eine Militärbasis bei Wasani im südlichen Libanon beschossen. Erst daraufhin sei von libanesischer Seite zurückgeschossen worden.

Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz hatten sich im Sommer 2006 einen Monat lang bekämpft. Seitdem kam es nur noch sporadisch zu gewaltsamen Zwischenfällen an der Grenze. Im Mai hatten israelische Soldaten bei einem Grenzsturm palästinensischer Demonstranten neun Menschen erschossen. Im August 2010 waren bei einem Scharmützel an der Grenze zwei libanesische Soldaten, ein libanesischer Journalist und ein israelischer Reserveoffizier getötet worden.

Im Westjordanland erschossen israelische Soldaten unterdessen am ersten Tag des muslimischen Fastenmonats Ramadan zwei Palästinenser. Nach Angaben von Einwohnern eines Flüchtlingslagers zwischen Jerusalem und Ramallah handelte es sich um einen 22-jährigen Jurastudenten und einen 23-jährigen Mitarbeiter der palästinensischen Sicherheitskräfte. Ein dritter Mann habe mittelschwere Verletzungen erlitten.

Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, es sei am frühen Montag bei einer Razzia nahe der Militärsperre Kalandia zu Ausschreitungen gekommen. Fünf Soldaten seien durch Steinwürfe leicht verletzt worden. Palästinensische Augenzeugen berichteten, die Soldaten hätten wahllos um sich geschossen. (dpa)