Italiener im Gazastreifen getötet

Er kam in Frieden – doch Islamisten ermordeten ihn

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Vittorio Arrigoni wollte auf die Lage der Palästinenser aufmerksam machen. Islamisten entführten ihn und luden sogar ein Video bei YouTube hoch.

Gaza. Die Regierung in Rom hat den „barbarischen Mord“ an einem italienischen Friedensaktivisten nach seiner Entführung durch Islamisten im Gazastreifen verurteilt. Das italienische Außenministerium erklärte am Freitag, es verurteile die „Tat abscheulicher und sinnloser Gewalt auf das Schärfste“, die von „gegenüber dem Wert des menschlichen Lebens gleichgültigen Extremisten“ verübt worden sei. Das Ministerium erinnerte daran, dass sich das Opfer seit Langem im Nahen Osten aufhielt, um über die Lage der Palästinenser im Gazastreifen zu berichten.

In einem auf der Internetplattform YouTube veröffentlichten Video hatten die einer salafistischen Gruppe angehörenden Geiselnehmer mit der Ermordung des Italieners gedroht, sollte ihre Forderung nach Freilassung von mehreren im Gazastreifen inhaftierten Salafisten nicht erfüllt werden. Sie setzten der verfeindeten Führung der radikalislamischen Hamas unter Ismail Hanija dafür eine Frist bis Freitag um 16 Uhr.

Der Italiener Vittorio Arrigoni, Journalist, Schriftsteller und Mitglied der pro-palästinensischen Internationalen Solidaritätsbewegung (ISM), wurde noch vor Ablauf des Ultimatums getötet und seine Leiche in der Nacht zum Freitag auf einer Straße in Gaza gefunden, wie ein Sprecher der Hamas-Sicherheitskräfte mitteilte. Nach anderen Angaben wurde die Leiche des Mannes in einer Wohnung in Gaza-Stadt entdeckt. Die Polizei habe sie gestürmt und das Opfer erhängt vorgefunden. Die Wohnung gehöre einem Mitglied einer Extremistengruppe, die ein Video des Italieners veröffentlicht habe, hieß es. Ein Mitglied der Gruppe habe die Beamten zu dem Haus geführt. Es war die erste Entführung eines Ausländers im Gazastreifen seit der Machtübernahme der Hamas 2007. (AFP/dapd)