Israel

Palästinenser sticht in Tel Aviv auf Passanten ein

Er stahl ein Taxi und raste in einen Kontrollposten. Sieben Verletzte bei Attacke eines Extremisten. Demonstration für entführten Gilad Schalit.

Jerusalem/Tel Aviv. Bei einem Angriff eines mutmaßlichen palästinensischen Extremisten sind in Tel Aviv nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen verletzt worden. Der Angreifer habe am Montagmorgen im Süden der israelischen Stadt ein Taxi gestohlen und es dann in einen Kontrollposten in der Nähe eines Nachtclubs gelenkt, teilte Polizeisprecherin Luba Samri mit. Daraufhin sei er ausgestiegen, habe auf Passanten eingestochen und dabei „Gott ist groß“ gerufen. Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge vier Polizisten und drei Zivilpersonen.

Bei dem Vorfall wurde auch der Angreifer verletzt. Er wurde zunächst festgenommen und in eine Klinik eingeliefert. Den Angaben zufolge stammt er aus der im Westjordanland gelegenen Stadt Nablus.

Am Sonntag hatten zum 25. Geburtstag des vor über fünf Jahren von Palästinensern entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit Demonstranten dessen Freilassung gefordert. Schalit war am 25. Juni 2006 von militanten Palästinensern unter Führung der heute im Gazastreifen herrschenden Hamas in das Palästinensergebiet verschleppt worden. Seit Anfang Oktober 2009 gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Die Eltern des Entführten und ein Aktionsbündnis für dessen Freilassung werfen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu vor, nicht genug für die Rettung des Soldaten zu tun.

Als die Mitglieder des Kabinetts am Sonntag zur wöchentlichen Sitzung am Regierungssitz in Jerusalem eintrafen, wurden sie mit Transparenten begrüßt, auf denen unter anderem stand: „Rettet Gilad“ und „Netanjahu, du hast kein Mandat, einen Soldaten zu töten“. Schalits Mutter Aviva hielt ein Schild mit der Aufschrift: „Netanjahu – ein Geburtstagsgeschenk für Gilad – sein Leben zurück“. (dapd/dpa)