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Sky du Mont bereitete sich monatelang auf James Bond vor

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Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider.

Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider.

Foto: HA

Entscheider treffen Haider – Sky du Mont hätte Karate lernen sollen. Er spricht auch über eine Tanzszene mit Nicole Kidman.

Hamburg. Er hat mit Gregory Peck, Tom Cruise und Nicole Kidman genauso gedreht wie mit Otto Waalkes. Seine Rollen als Bösewicht verfolgen ihn genauso wie der legendäre Auftritt als Santa Maria in „Der Schuh des Manitu“. Und wahrscheinlich gibt es kaum einen Deutschen, der seine Stimme nicht kennt. Deshalb lohnt es wie selten zuvor, sich das Gespräch mit Sky du Mont komplett anzuhören. Der Schauspieler spricht dort über alles, was sein Leben ausgemacht hat und ausmacht. Es geht um die Rocky Horror Picture Show genauso wie um die FDP, um James Bond genauso wie um Alfred Neven du Mont.

Das sagt Sky du Mont über ...

… Gagen:

„Ein Schauspieler hat drei Gagen: Die, von der er erzählt, die, die er glaubt, wert zu sein – und die, die er wirklich bekommt. Schauspieler bekommen weniger als man denkt, und es wird leider immer weniger. Allein durch die Gagen kann man nicht reich werden. Reich werden Leute, die wie Til Schweiger selbst Produzenten sind. Und es soll ja auch Schauspieler geben, die Werbung machen …“

… Werbung:

„Wenn ich Werbung mache, muss sie lustig sein, darauf bestehe ich. Ein Großteil meines Erfolges beruht darauf, dass ich mich selbst nicht ernst genommen habe. Die gute, moderne Werbung ist lustig, alles andere langweilt die Leute.“

… die Rocky Horror Picture Show:

„Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal der Erzähler bei der Rocky Horror Picture Show war, rief einer aus dem Publikum: ,Hau doch ab!‘ Und mir rutschte raus: ,Wie geil, gehen wir zu dir oder zu mir?‘ Das kam unglaublich gut an, die Leute haben gejubelt. Das habe ich dann ausgebaut, inzwischen ist das Kult geworden.“

… einmal Bösewicht, immer Bösewicht:

„In meiner Anfangszeit als Schauspieler rief mich der Regisseur Fritz Umgelter an und sagte: ,Willst du bei mir einen Bösewicht spielen?“ Ich hatte nichts zu tun und bekam 5000 Mark dafür, das war ein Vermögen. Aber Umgelter sagte: „Überleg es dir gut. Wenn du in Deutschland einen Bösewicht spielst, wirst du 15 Jahre lang einen Bösewicht spielen.‘ Und genauso ist es gekommen. Im Tatort war ich erst die Leiche, dann der Mörder, dann der Auftraggeber des Mörders. Irgendwann hatte ich genug davon. Ich habe dann sehr viel abgesagt. Bis heute werden mir solche Rollen angeboten, es langweilt mich.“

… die Gefahr, sich als Schauspieler in die Nähe von Komikern zu begeben:

„Da kannst du als Schauspieler eigentlich nicht gut aussehen. Deshalb habe ich auch zweimal das Angebot von Bully Herbig ausgeschlagen, beim ,Schuh des Manitu‘ mitzumachen. Ich wollte nicht nur einen Bösewicht spielen, sondern einen Bösewicht, der sich selbst nicht ernst nimmt und etwas dämlich ist. So ist es dann zu der als Santa Maria gekommen.“

… seine Tanzszene mit Nicole Kidman in Eyes Wide Shut:

„Ich fand die Szene wahnsinnig kitschig, ich würde sie heute nicht mehr so spielen. Aber der Regisseur Stanley Kubrick wollte es so. Ich habe ihn verehrt.“

… eine Schauspiellehrerin, die sich für ihn bei Theatern um Engagements beworben hat:

„Ich hatte wirklich eine Schauspiellehrerin, die sich für mich um Rollen beworben hat. Ich habe mich geniert, das selbst zu machen, weil Ansammlungen von mehr als fünf Menschen eigentlich nichts für mich sind.“

… das Angebot, James Bond zu werden:

„Ich hatte einen Optionsvertrag über sechs Monate. Ich bekam pro Woche so etwas wie 5000 Pfund, unglaublich viel Geld. In dem Vertrag stand, dass ich weder andere Film noch Werbung machen durfte, außerdem musste ich Karate lernen. Und ich musste meine Augenbrauen zupfen. Ich sollte der neue James Bond werden, geworden ist es dann George Lazenby. Ich war viel zu jung, und ich bin eigentlich auch ganz froh, dass ich es nicht geworden bin. Es hätte meinem Charakter nicht gutgetan.“


… den Namen Sky:

„Meine Eltern sind vor den Nazis nach Buenos Aires geflohen und wollten mich Kai nennen. Es stellte sich heraus, dass man in Argentinien nur lateinische Namen geben durfte. Also haben sie mich Cayetano genannt, das kann man abkürzen auf Kai. Dann hat meine Mutter mich nach Hause gebracht, und mein damals vier Jahre alte Bruder fragte: ,Who is this?‘ Und meine Mutter antwortete: ,This is Kai.‘ Er verstand Sky, und das war es.“

… die Familie du Mont:

„Viele können mit dem Namen nichts anfangen, wissen nicht, dass mein Onkel Alfred einer der größten Verleger in der Nachkriegszeit war. Ich bin trotzdem nie auf die Idee gekommen, Journalist zu werden. Ich finde es wahnsinnig schade, dass seine Zeitungen jetzt zum Verkauf stehen. Das ist ein Drama. Ich bin froh, dass Alfred das nicht erleben muss.“

… über Christian Lindners Satz „Es ist besser nicht zu regieren als falsch zu regieren“:

„Deswegen bin ich aus der FDP ausgetreten. Es haben sehr viele Leute die FDP gewählt, damit sie Verantwortung übernimmt. Und dann kommt jemand wie Christian Lindner, und wirft diese Wahlzettel einfach weg. Das Recht hat er nicht, das habe ich ihm auch geschrieben. Man wählt doch Politiker nicht, damit sie in die Opposition gehen.“

… Klima-Aktivistin Greta Thunberg:

„Sie hat bei mir viel bewegt, ich finde sie einfach großartig. Die Gefahr ist nur, dass sie instrumentalisiert wird. Lassen wir Greta doch einfach so sein, wie sie ist.“

… die Krimis, die er geschrieben hat:

„Die waren ganz schlecht, Krimis schreiben kann ich nicht. Es gibt auch viel zu viele Krimis. Ich mag lieber Lustiges schreiben. Und die Bücher sind dann auch ganz erfolgreich geworden.“

… das Alter:

„Es ist nicht mehr die Zeit, große Pläne zu machen. Man räumt auf. Viele Dinge verändern sich, man sieht die roten Bremslichter vor sich.“