Meinung
Zwischenruf

Coronian Rhapsody – die Playlist für das Drama

Der Autor ist Redakteur der Polizeiredaktion

Der Autor ist Redakteur der Polizeiredaktion

Foto: Michael Rauhe / HA

Musik kann den Untergang erträglich machen. Nicht umsonst spielte die Bordkapelle auf der „Titanic“ bis zum Schluss. Auch das größte Drama unserer Tage bekommt deshalb eine Playlist. Nach dem Hören unbedingt die Hände waschen!

Musikbegleitung für Coronavirus

Mit Frank Sinatras Klassiker „My Way“ begleiten wir das Virus von seinem Ursprungsort China zu seinen neuen europäischen Jagdgründen. „Don’t Stop Me Now“ summt es leise von Queen, während wir mit „Stop! In the Name of Love“ von den Supremes dagegenhalten. Das Virus, noch recht jung, kontert trotzig mit „I Am What I Am“ von Glory Gaynor.

Wir würden gern „Fever“ von Peggy Lee der Liste hinzufügen, stiege die Temperatur bei den Infizierten auch nur um 0,1 Grad. Sie dürfen sich aber mit „Isolation“ von Joy Division trösten – 14 Tage in Dauerschleife. Gott bewahre, dass eine Quarantäne Bahnreisende trifft, die wegen eines Corona-Alarms im Abteil ausharren müssen. Sie müssten dann nicht nur das Virus, sondern auch „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ von Christian Anders überleben. Da hilft auch keine Aussteigekarte!

Rettungsdienste rufen "Help!"

Während die überforderten Rettungsdienste mit den Beatles „Help!“ rufen, zahlen manche Mondpreise für ein wenig Sterillium. Das Prekariat muss sich mit Seife begnügen. „I can’t get no disinfection“ von den Rolling Stones bringt das Dilemma auf den Punkt. Hysterische Hygieniker dürfen sich aber im Song „Where Is My Mind?“ von den Pixies gesehen fühlen, ebenso die Corona-Blaumacher von Egotronic mit „Ihr wollt arbeiten, ich will schlafen“.

Und die Optimisten? Für sie haben Peter Gabriel & Kate Bush mit „Don’t Give Up“ die perfekte Durchhalte-Hymne erschaffen, für die Apokalyptiker packen wir aber noch einmal die Pixies auf die Liste: „In Heaven everything is fine“. Alles wird gut.