Meinung
Zwischenruf

Die Leuchten des Handwerks

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: HA / Andreas Laible

Hin und wieder braucht jeder mal einen Handwerker. Dabei wäre ein Leben ohne sie schon ganz schön.

Ein Leben gänzlich ohne sie ist nicht möglich, aber schön wäre es schon! Leider braucht man hin und wieder einen Handwerker. Ja, ich weiß, es gibt auch solche, die mitdenken und sich Plastiküberzieher über ihre Profil-Sicherheitsschuhe ziehen, um das Parkett oder den Teppich zu schonen. Oder jene, die einen Arbeitsteppich auslegen, bevor sie loslegen, damit sie weniger Dreck machen. Aber es gibt erfahrungsgemäß viel mehr von den anderen, von denen jeder ein Lied (voller Misstöne) singen kann.

Beispielsweise der Bekannte, der sich für sein neues Bad große rechteckige Fliesen ausgesucht hatte. Die Verlegerichtung gab er klar vor – sie sollten längs verlegt werden. Längs! Was ist daran so schwer zu verstehen? Als er am Abend nach der Arbeit das Ergebnis begutachtete – was fand er vor? Natürlich waren die Fliesen andersrum verlegt.

Pro­blem klärte sich erst nach mehreren weiteren Terminen

Oder die Freunde, deren Lüftung in ihrem neuen Bad unerträglich laut war. Erst meinten die Handwerker, möglicherweise sei der Motor des Ventilators defekt und tauschten ihn aus. Das Pro­blem blieb bestehen und klärte sich erst nach mehreren weiteren Terminen. Sie hatten einfach vergessen, die Brandklappe zum Innenhof zu öffnen. Da fiel es schon nicht mehr weiter ins Gewicht, dass diese Spezialisten die Duschstange verkehrt herum angeschraubt hatten. „Vorn und oben“ stand auf einem Aufkleber, doch montiert wurde genau anders rum.

Die Handwerker, die unseren neuen Kleiderschrank aufbauten, mussten auch ein zweites Mal anrücken. Wir hatten das Möbelstück extra mit einer Bürstendichtung bestellt, um die Klamotten vor Staub zu schützen. Und als besonderes Extra gönnten wir uns eine LED-Schrankbeleuchtung. Sie geht an, wenn man die Türen öffnet und erlischt mit Verzögerung, wenn man sie schließt. Erst als die Monteure wieder weg waren, fiel mir auf, dass aus dem geschlossenen Schrank ein Lichtbalken fiel. Sie hatten einen Spalt von fünf Millimetern gelassen. Von Staubschutz keine Spur.

Von größeren Renovierungsarbeiten sehe ich in unserem Haushalt vorerst ab. Das schont die Nerven.