Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich ... Harald Klix?

Harald Klix, Redakteur der Stormarn-Ausgabe des Hamburger Abendblatts

Harald Klix, Redakteur der Stormarn-Ausgabe des Hamburger Abendblatts

Foto: Yasmina Klix

Immer montags: Der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man oft in der Zeitung liest. Heute: Harald Klix.

Ich bin Journalist geworden, weil ...

… ich an Sonntagabenden Spielberichte meiner Fußballmannschaft in die Schreibmaschine tippte, um sie schnell bei Anzeigenblättern abzugeben. Bald wollte ich mehr über den Beruf wissen.

Meine großen Themen sind:

Alle kleinen Themen, die im Leben der Menschen häufig die großen sind.

Ich wollte immer zum Hamburger Abendblatt, weil ...

… ich mit 15 die Zeitung mittags austrug. Und als Abiturient arbeitete ich Nachtschichten in der Springer-Druckerei.

Ein Text über mich sollte mit folgendem Satz beginnen:

Tüdelkram bleibt Tüdelkram.

Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:

„Moin“ zu jeder Tages- und Nachtzeit, Weite und Meer, Wind von vorn.

Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:

Mehr Gelassenheit an Supermarktkassen, weniger Genörgel über Kleinigkeiten, Wind auch mal von hinten.

Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit ...

… der Fadosängerin Misia.

Das wären meine wichtigsten Fragen:

Ob sie mal im Ahrensburger Schloss auftreten möchte.

Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte:

Sänger Michy Reincke: offen, ehrlich, tiefgründig, mit schlauen Ideen, dabei humorvoll. Und der Bargteheider Landmaschinenhändler Wilhelm von Boddien, der nach der deutschen Wiedervereinigung von seiner Vision erzählte, das von der DDR-Führung 1950 gesprengte Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen. Er hat’s tatsächlich geschafft.

Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:

In Ammersbek war ein junger Motorradfahrer ums Leben gekommen, ein Auto hatte ihm die Vorfahrt genommen. Wenige Tage nach dem Unfall traf ich die Familie, die sich für eine Ampel einsetzte. Nach einem Jahr und etlichen Berichten war das Ziel erreicht.

Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:

Der Mauerfall und die ersten Wochen danach mit Straßen voller Trabis.

Im letzten Leserbrief, den ich bekommen habe, ging es um ...

… zunehmende Respektlosigkeit im gesellschaftlichen Miteinander.

Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten:

Sport- und Lokalteil, „Deutschstunde“.

Wenn ich Chefredakteur des Hamburger Abendblatts wäre, würde ich ...

… namentlich für steigende Klix-Zahlen im Online-Angebot sorgen.

Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften:

„11 Freunde“, „Geo Saison“, auf Reisen alle greifbaren Lokalzeitungen.

Wenn das Hamburger Abendblatt ein Mensch wäre, dann wäre es ...

… die freundliche Nachbarin, die einen vom Kindergarten über Schule und Beruf bis zur Rente mit guten Tipps begleitet.

Die sozialen Medien sind für mich:

Tummelplatz für Provokateure. Hilfreich, um entfernte Kontakte zu halten.

Meine größte Leidenschaft ist:

Kochen, Fußball, Portugal.

Mein Lieblingsbuch/Lieblingsautor ist:

José Saramago, der Meister der seitenlangen Sätze – ein Tabu für Journalisten.

Im Moment lese ich folgendes Buch:

„Lost in Fuseta“-Reihe von Gil Ribeiro.

Mein Lieblingsrestaurant ist:

A Virgilinda in Sesimbra bei Lissabon.

Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind:

Alles am Hafen.

Menschen, die an der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien zweifeln, sage ich:

Warum wohl wollen Diktaturen von links bis rechts freie Medien verhindern?

Vita: Harald Klix (56) ist seit bald drei Jahrzehnten Redakteur der Regionalausgabe Stormarn. Nach dem Abitur studierte er Informatik und Betriebswirtschaft. Nebenbei arbeitete er frei für die „Ahrensburger Zeitung“. Nach einem Volontariat beim „Stormarner Tageblatt“ kehrte er zum Abendblatt zurück. Er lebt mit Tochter (18) und Sohn (21) in seiner Geburtsstadt Ahrensburg.