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Wer ist eigentlich ... Lena Thiele?

Abendblatt-Redakteurin Lena Thiele

Abendblatt-Redakteurin Lena Thiele

Foto: Marvin Mertens

Immer montags: Der Fragebogen an die Abendblatt-Reporter, deren Name man in der Zeitung liest. Heute: Lena Thiele

Ich bin Journalistin geworden, weil:

Ich nun alles fragen kann, was ich wissen will – und meistens sogar eine Antwort erhalte.

Meine großen Themen sind:

Die kleinen Geschichten, durch die sich das große Ganze besser verstehen lässt.

Ich wollte immer zum Hamburger Abendblatt, weil:

Ich bin mit dem Abendblatt aufgewachsen. Dass ich dann tatsächlich in dieser Redaktion gelandet bin, war letztendlich Zufall.

Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:

Die Nähe zum Meer, die Knicklandschaften und das den Norddeutschen nachgesagte Talent, sich auch ohne viele Worte unterhalten zu können.

Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:

Die Bahnverbindungen, das Gedränge im Hauptbahnhof und die große Begeisterung für Kreuzfahrtschiffe. Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit: Einer Schülerin der Ballettschule des Hamburg Balletts von John Neumeier.

Das wären meine wichtigsten Fragen:

Was ist persönlich, was ist politisch an deinen eigenen Kompositionen? Und wo verschwimmt möglicherweise beides?

Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte:

Jeder Mensch hat etwas Interessantes zu erzählen, man muss nur richtig zuhören.

Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:

Die Missbrauchsfälle in der evangelischen Kirchengemeinde in Ahrensburg.

An diese Geschichte von mir denke ich gern zurück:

Alle, bei denen das Geschriebene die Situation, die Sorgen oder das Anliegen eines Menschen treffend vermittelt hat.

Diese Geschichte hätte ich lieber nicht geschrieben:

Alle, bei denen das nicht gelungen ist.

Im letzten Leserbrief, den ich bekommen habe, ging es um:

Reichweitenangst. Der Leser fand das Thema überbewertet.

Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten:

In allen Ressorts Porträts von Menschen, die etwas bewirken, das über sie selbst hinausgeht. Egal, ob im Ehrenamt, als Unternehmerin, in der Kreativbranche oder im Bildungsbereich.

Wenn ich etwas anderes beim Abendblatt machen könnte, dann wäre ich gern:

Fotografin.

Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften:

Auf Papier „Die Zeit“, am Wochenende die „Süddeutsche“, zwischendurch „Flow“, „Zeit Wissen“, „Geo Special“ und „Geo Mini“. Online verschiedene Nachrichtenseiten. Im Zug höre ich gern Podcasts.

Wenn das Hamburger Abendblatt ein Mensch wäre, dann wäre es:

Ein freundlicher, etwas neugieriger Herr mit Hut, der immer etwas aus der Nachbarschaft zu erzählen hat.

Die sozialen Medien sind für mich:

Manchmal nützlich, meistens unnütz.

Mein Lieblingsbuch/Lieblingsautor ist:

Immer wieder Romane über Menschen in New York und an der amerikanischen Ostküste.

Im Moment lese ich folgendes Buch:

„Euphoria“ von Lily King.

Mein Lieblingsrestaurant ist:

Das Restaurant Kleine Brunnenstraße 1.

Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind:

Die Elbe, das Museum für Kunst und Gewerbe und das Café Mikkels in Ottensen.

Das mache ich, wenn ich nicht arbeite:

Dann verbringe ich Zeit mit meiner Familie und Freunden, koche, lese (vor) und gehe raus an die frische Luft – am liebsten bei ordentlich Wind.

Menschen, die an der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien zweifeln, sage ich:

Im Zweifel sollte man die Twitterblase verlassen, die Gründe für sein Unbehagen aufspüren und sich im Presseladen im Bahnhof einen Eindruck der vielfältigen deutschen Medienlandschaft verschaffen.

Vita: Lena Thiele (35) hat Kulturwissenschaften in Lüneburg studiert und ist seit 2009 Redakteurin beim Hamburger Abendblatt, seit zwei Jahren in der Regionalredaktion Harburg & Umland.