Meinung
Kolumne

Wer ist eigentlich ... Matthias Schmoock?

Foto: Klaus Bodig / HA

Immer montags: Der Fragebogen an Abendblatt-Autoren, deren Namen man fast jeden Tag in der Zeitung liest. Heute: Matthias Schmoock.

Ich bin Journalist geworden, weil:
Ich gerne schreibe und lese.


Meine großen Themen sind:
Historien, Porträts, Glossen und die Kolumnen über meinen Hund Frieda.


Ich wollte immer zum Abendblatt, weil:
Das hat sich so ergeben. Ich war erst bei einer Zeitschrift. Eines Tages rief mich der damalige Hamburg-Chef des Abendblatts an und sagte: „Packen Sie mal Ihre Sachen zusammen, wir wollen Sie hier.“


Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:
Höfliche, zuverlässige Menschen (in Hamburg), die Nähe zum Meer, dass man oft nicht merkt, dass man in einer Großstadt lebt.


Drei Dinge, die in Hamburg und im
Norden besser werden müssen:

Die langweiligen Rotklinker-Wüsten im Hamburger Osten. Die sollte man komplett umgestalten. Zu wenig Wohnungen in der City, auch auf dem Gelände von Messe und City Nord. Der betonkübelige, blumenfreie Charme einiger Umlandstädte.


Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit:
Jemandem, der für unser Fernsehprogramm zuständig ist.


Das wären meine wichtigsten Fragen:
Gucken Sie gerne Billigkrimis mit Obduktionsszenen? Mögen Sie alte US-Serien mit Lachmaschine? Welches Bild haben Sie vom Zuschauer? Wie oft wird „Fluch der Karibik“ noch wiederholt? Ist Ihnen Konkurrenz egal?


Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte:
In 22 Jahren Abendblatt fand ich mehr als 90 Prozent interessant. Viele haben mich auch fasziniert und inspiriert.


Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:
Einige, bei denen ich „Experten“- Blabla und Zahlensalat so in Form gießen musste, dass jeder das Ergebnis verstehen konnte. Ziemlich extrem war da der langwierige Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK).


Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:
Der 11. September 2001. Ein Kollege kam zu mir und sagte: „Schmoocki, da ist ein Flugzeug ins World Trade Center geflogen.“ Kurze Zeit später kam eine Rundmail an alle: „Arbeit sofort einstellen und die ersten sechs Seiten freiräumen.“ Dann Sonderkonferenz. Überall liefen die Fernseher. Der diensthabende Lokalchef sprang auf einen Tisch, um sich mehr Gehör zu verschaffen. Am Schluss rief er: „Schnappt euch Fotografen, geht in die Stadt. Und redet mit den Menschen.“


Im letzten Leserbrief, den ich bekomme habe, ging es um:
Meine Hündin Frieda. Tenor war: Es wird schon …


Im Abendblatt lese ich am liebsten:
Die Leserbriefe, Fußball und die Kolumnen einiger Kollegen.


Wenn ich Chefredakteur des Hamburger Abendblatts wäre, würde ich:
Die bisherige Chefredaktion wieder in­stallieren und mich zum Herausgeber machen.


Neben dem Abendblatt lese ich zum Beispiel:
Vieles online. Bei Gelegenheit „Bild“ Hamburg, „Mopo“, „Spiegel“ und „Focus“. Täglich die Kolumne „Mein Ärger“ in der „B. Z“. Als Abo hatte ich die Neon.


Die sozialen Medien sind für mich: Fluch und manchmal Segen.


Mein Lieblingsbuch/Lieblingsautor ist:
Lieblingsbuch: „Watermusic“ von T. C. Boyle und „Disgrace“ von J. M. Coetzee; Lieblingsautoren: T. C. Boyle, Ralf Rothmann, Ian McEwan und Michel Houellebecq.


Im Moment lese ich folgendes Buch:
„So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank, „Winter in Paris“ von Jean-Philippe Blondel, „Neujahr“ von Juli Zeh und „Factfulness“ von Hans Rosling.


Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind:
Das Grindelviertel rund um den Allende Platz und der Kiez.


Menschen, die an der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien
zweifeln, sage ich:

Dieser Zweifel ist nicht immer unbegründet. Umso wichtiger ist es, Zeitungen wie das Abendblatt zu lesen.


Vita: Matthias Schmoock wurde in Hamburg (in der Finkenau) geboren. Er studierte Englisch, Geschichte, Pädagogik in Hamburg und den USA, Erstes und Zweites Staatsexamen, Dr. phil. 1996 kam er zum Abendblatt. Aktuell verantwortet er die Elbvororte-Redaktion.