Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich ... Volker Mester?

Immer montags: Der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man beinahe jeden Tag in der Zeitung liest. Heute: Volker Mester.

Ich bin Journalist geworden, weil:
... ich mir den Berufsalltag eines Journalisten auf längere Sicht dann doch abwechslungsreicher vorgestellt habe als den eines Informatikers – und ich habe den Umstieg nicht bereut.


Meine großen Themen sind:
Luftfahrt und Finanzmarkt


Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze:
Der abwechslungsreiche norddeutsche Himmel, die Nähe zu Dänemark, dass ich als gebürtiger (nicht aber gefühlter) Niedersachse hier nicht gleich unangenehm auffalle.


Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen:

Man müsste etwas gegen den Irrsinn auf dem Wohnungsmarkt tun – meine Frau und ich ziehen gern alle paar Jahre mal um. Hamburg sollte nicht immer noch mehr lärmende Großveranstaltungen heranholen. Und die Hamburger dürften gern etwas lockerer und genussorientierter werden.

Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit:
... Angela Merkel


Das wären meine wichtigsten Fragen: Wie viele Ihrer politischen Entscheidungen fällen Sie aufgrund von „Sachzwängen“ und gegen Ihre ganz persönliche Überzeugung? Ich fürchte aber, dass ich eine eher diplomatische Antwort erhielte, ebenso wie auf die nächste Frage: Was halten Sie von Donald Trump?


Die schwierigste Geschichte, die ich recherchieren musste:
„Recherchieren“ trifft es nicht genau, und „schwierig“ bezieht sich weniger auf den Inhalt als auf die Umstände: Am Abend des 11. September 2001 habe ich über den Schock, den die Anschläge auch dem Finanzmarkt versetzten, geschrieben. Dabei hatte ich selbst noch gar nicht wirklich verarbeitet, was da gerade geschehen war.


Diese Geschichte hätte ich lieber nicht geschrieben:
Jede, für die es im hektischen Redaktionsalltag an Zeit oder an Hintergrundwissen fehlte, um sie so schreiben zu können, wie man sie eigentlich hätte schreiben müssen.


Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:
Zum Erstflug des Airbus A380 war ich in Toulouse. Das war ein emotionaler Moment. Ich weiß, es ist nur ein Flugzeug. Aber Zehntausende Menschen hatten viele Jahre auf diesen Tag hingearbeitet.


Wenn ich Chefredakteur des Hamburger Abendblatts wäre, würde ich:
... das schöne Gehalt nicht ablehnen, aber doch bald wieder als normaler Redakteur arbeiten. Ich bin kein Chef.

Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften:
Als App den „Economist“, auf Papier „Slightly Foxed“, eine Zeitschrift mit Hinweisen auf Bücher – auch solche, die nur noch antiquarisch erhältlich sind.


Die sozialen Medien sind für mich:
... vor allem ein Mittel, um mit meinen beiden auswärts studierenden Kindern in Verbindung zu sein. Mit dem Jüngsten (18) kommuniziere ich über das sozialste aller Medien: das direkte Gespräch beim Abendessen.


Mein Lieblingsbuch/Lieblingsautor ist: Ich lese sehr gern klassische englische Kriminalromane, am liebsten die von Dorothy L. Sayers.


Im Moment lese ich folgendes Buch: „Waverley“ von Walter Scott


Mein Lieblingsrestaurant ist:
... im Sommer der Biergarten des „Café Strauss“ in Eimsbüttel, ganzjährig das „Da Remo“ in Hoheluft-Ost.

Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind: Hagenbecks Tierpark – ich wohne ganz in der Nähe. Zum Joggen das Niendorfer Gehege. Und immer wieder gern ein Fensterplatz in einer Hafenfähre der Linie 62.

Menschen, die an der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien zweifeln, sage ich:
Glauben Sie wirklich, dass irgendwelche Amateure oder verkappte Interessenvertreter eher Ihr Vertrauen verdienen als wir? Ich fürchte allerdings, manche Menschen wollen belogen werden. Da sind wir raus.

Vita: Volker Mester (55), geboren in Wolfsburg, arbeitete nach einem Studium der Wirtschaftsinformatik in Göttingen drei Jahre lang in einem Münchner Technologiekonzern. Über ein Aufbaustudium der Journalistik in Mainz wechselte er den Beruf und kam nach Stationen in Eschborn (vwd) und Düsseldorf (Börsen-Zeitung) im Jahr 2000 zum Hamburger Abendblatt in die Wirtschaftsredaktion.