Meinung
Abendblatt-Autoren

Wer ist eigentlich ... Annabell Behrmann?

Immer montags: der Fragebogen an die Abendblatt-Autoren, deren Namen man häufig in der Zeitung liest. Heute: Annabell Behrmann.

Ich bin Journalist geworden, weil: ... ich es liebe, so viele verschiedene Menschen kennenzulernen. Jeder hat seine eigene besondere Geschichte, die nur darauf wartet, aufgeschrieben zu werden.


Meine großen Themen sind: Als Volontärin habe ich während meiner Ausbildung mehrmals das Ressort gewechselt. Meine Konstante ist die Kolumne „Mein Leben in den wilden Zwanzigern“. Ansonsten habe ich die meiste Zeit in meiner „Heimat“, dem Sport, verbracht.


Ich wollte immer zum Hamburger Abendblatt, weil: Ganz ehrlich – eigentlich war das gar nicht mein Plan. Zu Beginn meines Journalistikstudiums habe ich immer gedacht, Tageszeitung ist nichts für mich. Das Abendblatt hat mir das Gegenteil bewiesen.


Drei Dinge, die ich an Hamburg und dem Norden am meisten schätze: Die Nähe zu Alster, Elbe, Nord- und Ostsee. An jeder Ecke mit „Moin, Moin“ begrüßt zu werden. Und die Tatsache, in einer Weltmetropole zu leben und sich trotzdem nicht von der Größe erdrückt zu fühlen. So geht es mir zum Beispiel in Berlin.


Drei Dinge, die in Hamburg und im Norden besser werden müssen: Wohnungen sollten wieder bezahlbar sein, die Autofahrer entspannter, und wenn ich könnte, würde ich noch Berge zum Wandern und Skilaufen aufschütten.


Demnächst würde ich gern mal ein Interview führen mit: Tennislegende Roger Federer. Das wäre ein Traum.


Das wären meine wichtigsten Fragen: Ich glaube, es gibt kaum eine sportliche Frage, die ihm noch nicht gestellt worden ist. Deswegen würde ich mit ihm über seine Familie sprechen. Zum Beispiel: Wie organisiert er es, mit vier Kindern um die Welt zu reisen? Wünscht er sich manchmal einen stinknormalen Alltag? Und was bedeutet Heimat für ihn?


Der interessanteste Interviewpartner, den ich bisher hatte: Am meisten haben mich die Menschen bewegt, die mir ihre Geschichte mit einem Funkeln in den Augen erzählt haben. So wie Maike Rotermund­, die seit 35 Jahren behinderte Sportler bei den Norderstedter Werkstätten betreut und immer noch strahlt, wenn sie von ihrem Job spricht. Oder Nigerianer Godwin Okwudili Obi, der einen Mann aus dem Gleisbett in Klein Flottbek gerettet hat, als wäre es das Normalste der Welt für ihn.


An diese Geschichte von mir denke ich gern zurück: Fast ein ganzes Jahr lang habe ich einen Hobbytriathleten auf dem Weg zu seinem ersten Ironman begleitet. Am Ende hat er es nach 11:59,47 Stunden ins Ziel auf dem Rathausmarkt geschafft.

Das spannendste Ereignis, bei dem ich als Journalist dabei sein durfte:
Ein unvergessliches Erlebnis war das erste eSports-Event in der Barclaycard Arena im vergangenen Oktober. 10.000 Fans haben Computerspieler wie Rockstars gefeiert. Wahnsinn! Ein weiteres Highlight war das diesjährige Trainingslager des FC St. Pauli in Málaga.


Im Hamburger Abendblatt lese ich am liebsten: Alle Reportagen, die Glossen im Lokalteil und den Sportplatz.


Neben dem Hamburger Abendblatt lese ich zum Beispiel folgende Zeitungen/Zeitschriften: „Neon“, „JWD“, „Tennis Magazin“, „Hinz&Kunzt“, „Bild“ ...


Die sozialen Medien sind für mich:
Eine Chance, mit Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben. Manchmal lenken sie aber von schönen Momenten in der Realität ab.


Mein Lieblingsbuch ist: „Morgen kommt ein neuer Himmel“ von Lori Nelson Spielman. Darin zeigt eine Mutter ihrer Tochter den Weg, ihre Träume zu verwirklichen. Zugegeben: Etwas kitschig, aber wahrscheinlich habe ich es so gern gelesen, weil es mich an meine eigene Mutter erinnert.


Im Moment lese ich folgendes Buch: „Five years from now“ von Paige Toon.


Meine Lieblingsplätze in Hamburg sind: Die Alster, der Mühlenteich und das Volkspark- sowie Rothenbaum-Stadion.


Das mache ich, wenn ich nicht arbeite: Dann unternehme ich am liebsten an der frischen Luft etwas mit Freunden und Familie. Oder stehe auf dem Tennisplatz.


Vita: Annabell Behrmann, 25 Jahre alt, ist in Hamburg geboren und in Norderstedt aufgewachsen. Nach der Schule hat sie es verpasst, um die Welt zu reisen, und hat lieber Journalistik mit der Fachrichtung Sportjournalismus in Hamburg studiert. Dafür war sie währenddessen einige Monate in München bei der Sportsendung „ran“ tätig – für ein Nordlicht quasi wie Ausland. Seit Sommer 2016 arbeitet sie als Volontärin beim Abendblatt.