PISA-Studie

Überraschender Erfolg für Hamburger Schüler

Die Hamburger Schüler erreichen im Fach Englisch Platz 3 in Deutschland - in Deutsch nur leicht verbessert. Bayern ist weiter spitze.

Hamburg. Das ist die erfreulichste Nachricht für Hamburger Schüler und Lehrer seit dem PISA-Schock vor acht Jahren: Beim aktuellen Vergleichstest der 16 Bundesländer, dessen Ergebnisse heute in Berlin offiziell vorgestellt werden, belegt Hamburg beim Verstehen gesprochener Texte im Fach Englisch einen hervorragenden dritten Platz hinter Bayern und Baden-Württemberg. In den bislang drei großen PISA-Studien rangierten die Hamburger Schüler fast immer auf einem der hinteren Plätze.

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Beim aktuellen Länder-Vergleichstest ist das anders: Die Hamburger Neuntklässler erreichen nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa in der Kategorie Zuhören und inhaltliches Erfassen englischer Texte 506 Punkte. Knapp davor liegt Baden-Württemberg mit 511 Punkten. Der Abstand der erstplatzierten Bayern, die auf 521 Punkte kommen, ist etwas größer. Am Ende der Skala liegen Mecklenburg-Vorpommern (463 Punkte), Sachsen-Anhalt (461) und Brandenburg (449).

Ein Vergleich zu früheren Leistungsstudien ist nicht möglich, da das Fach Englisch noch nie getestet worden ist. Die aktuelle Untersuchung ist ein Novum: Sie ist erstmals auf der Basis der neuen bundesweiten Bildungsstandards durchgeführt worden und soll die bisherigen PISA-Bundesländer-Vergleiche ablösen. Die Forscher vom Berliner Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) haben dazu im Mai 2009 rund 41 000 Schüler der neunten Klassen in den Fächern Deutsch und Englisch getestet.

Auch beim Leseverständnis im Fach Englisch schneiden die Hamburger relativ gut ab: Hamburg landet hier auf Platz sieben und kommt auf 490 Punkte. Angeführt wird die Rangliste wiederum von Bayern (521 Punkte) und Baden-Württemberg (507), gefolgt von Rheinland-Pfalz (502), Hessen (501), Nordrhein-Westfalen (499) und Schleswig-Holstein (492). Schlusslicht ist Bremen mit 467 Punkten.

Weniger erfreulich ist das Ergebnis der Hamburger Schüler im Fach Deutsch. Beim Leseverständnis landet der Stadtstaat mit 484 Punkten auf dem drittletzten Platz vor Berlin (480) und Bremen (469). Im Durchschnitt erreichten die Länder 496 Punkte. Immerhin: Im Vergleich zum PISA-Test 2006 hat sich Hamburg in dieser Kategorie leicht verbessert. Damals betrug der Wert nur 476 Punkte. Beim Hörverständnis in Deutsch kamen die Hamburger mit ebenfalls 484 Punkten auf den viertletzten Platz. Und auch die Rechtschreibung bietet keinen Anlass zur Zufriedenheit: Hier erreichen die Hamburger Neuntklässler mit 474 Punkten Platz 14, gefolgt nur noch von Brandenburg (473) und Bremen (461).

Auch dieser Länder-Schulleistungsvergleich belegt das starke Süd-Nord-Gefälle in der Bildung. Bayern ist in allen fünf Testgebieten Spitzenreiter. Fast immer folgen die Schüler aus Baden-Württemberg auf Platz zwei. Lediglich einmal, beim Leseverständnis im Deutschen, können sich die Sachsen dazwischenschieben. Der Abstand im Wissensfortschritt zwischen Bayern und dem Schlusslicht Bremen beim Leseverständnis Deutsch beträgt mehr als ein Schuljahr. Beim Zuhören und inhaltlichen Erfassen von Texten sind die Bayern sogar fast eineinhalb Jahre weiter. Erneut belegt wurde auch die hohe Abhängigkeit der Schulleistungen von der sozialen Herkunft.