Schwerer Eingriff in den Luftverkehr

Piloten mit Laser geblendet - Jugendliche verurteilt

Zwei Wochen Jugendarrest und 30 Arbeitsstunden. Dazu verurteilte das Gericht die beiden Jugendlichen für ihre Laser-Attacken auf Piloten.

Hamburg. Vor dem Amtsgericht St. Georg verkauften die beiden Jugendlichen den angeklagten „gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr“ als Dumme-Jungen-Streich. Das war es mitnichten: Mit einem sogenannten Laserpointer hatten Kevin-Ken H., 18, und Philipp P., 19, von einem Jugendwohnheim an der Horner Landstraße aus vier Flugzeuge und den Polizeihubschrauber Libelle anvisiert. In zwei Fällen war es ihnen am 14. Juni 2010 gelungen, Piloten mit einem grünen Laserstrahl zu blenden – so verfügte der Pilot einer aus Mallorca kommenden Maschine im Landeanflug kurzzeitig nur über eine eingeschränkte Sicht. „Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass die Dinger so eine Reichweite haben“, sagte Philipp H. Die beiden geständigen Angeklagten beteuerten, wie leid ihnen die Blendung der Piloten tue, absichtlich hätten sie sie aber nicht angestrahlt. Unmittelbar nach der Tat konnte die Polizei die Täter in einem Jugendwohnheim in Horn ausfindig machen und festnehmen.

Wie gefährlich das Anstrahlen mit den kleinen Lasern ist, erklärte der von den Halbstarken angegriffene Hubschrauberpilot der Libelle. „Bei Nachtflügen wird die Helligkeit der Instrumente heruntergedimmt, wenn man geblendet wird, sieht man diese für einige Sekunden nicht. Das kann bei Störungen sehr gefährlich werden.“ Nachdem ihnen ein Polizist bereits unmittelbar nach der Tat nach eigenen Angaben einen „Einlauf“ verpasst hatte, verfehlten auch die eindringlichen Worte des Piloten offenbar ihre Wirkung nicht. „Ich nehme nie wieder einen Laserpointer in die Hand“, sagte Kevin-Ken H. in seinem Schlusswort. Philipp P. entschuldigte sich bei dem Polizisten.

Als die jungen Männer im Juni 2010 mit dem grünen Lichtstrahl auf vier Flugzeuge und einen Helikopter zielten, hätten sie „mit dem Feuer gespielt“, sagte die Richterin. Zwar hätten sie einen Absturz der Flugzeuge nicht herbeiführen wollen, sie hätten dieGefahr aber billigend in Kauf genommen. Sie verurteilte Philipp P. zu zwei Wochen Jugendarrest, sein Kumpel Kevin-Ken H. kam mit 30 Arbeitsstunden davon. Zudem müssen sie für mehrere Monate mit der Jugendgerichtshilfe Gespräche führen.