Affäre um "Nachtparteitage"

Wandsbeker FDP-Mitglieder rufen Schiedsgericht an

Foto: Juergen Joost / Jürgen Joost

In einem Brief des Kreisverbands Alstertal-Walddörfer heißt es: "Herr Witt hat fehlendes Demokratieverständnis an den Tag gelegt".

Hamburg. Die Affäre um die sogenannten Nachtparteitage der Wandsbeker FDP wird immer turbulenter: Gegen Jan Christopher Witt, den Vorsitzenden des FDP-Bezirksverbands Wandsbek, und den Beisitzer Daniel Valijani haben empörte Mitglieder nun das Partei-Schiedsgericht angerufen.

Witts Kreisverband Alstertal-Walddörfer fordert in einem Brief die Vorsitzende des Landesschiedsgerichts, Gisela Wild, Witt seines Amtes zu entheben. Außerdem soll er zwei Jahre lang nicht in ein Parteiamt gewählt werden dürfen. "Herr Witt hat fehlendes Demokratieverständnis und mangelnde politische Sensibilität an den Tag gelegt, die ihn für das Amt des Bezirksvorsitzenden untragbar machen", heißt es in dem Brief, der dem Abendblatt vorliegt.

Wie berichtet, hatte Witt zu zwei Parteitagen eingeladen, die kurz nacheinander um 0.30 Uhr und 1.15 Uhr im Hotel Rungholt in Kampen auf Sylt stattfinden sollten. Zuvor sollte der umstrittene frühere FDP-Bundesgeschäftsführer und Ex-Möllemann-Vertraute Fritz Goergen einen Vortrag vor den Wandsbeker Parteifreunden halten. Die Nachtparteitage und der Vortrag waren nach heftigen internen Protesten abgesagt worden.

Gegen Valijani will sein Heimat-Kreisverband Bramfeld-Farmsen vorgehen. Der Kreisvorstand fordert beim Schiedsgericht die Amtsenthebung Valijanis von seinem Posten als stellvertretender Kreisvorsitzender in Bramfeld-Farmsen sowie als Beisitzer im Bezirksvorstand. Ihm wird vor allem der Goergen-Vortrag zur Last gelegt. Unabhängig von der Klärung vor dem Partei-Schiedsgericht läuft ein Abwahlantrag gegen Witt. Eine Bezirksvorstandssitzung endete in wütenden Protesten, weil Witt eine zuvor angekündigte persönliche Erklärung nur zu Protokoll geben wollte. Den Antrag, seine Erklärung vorzulesen, ließ er nicht zu und beendete die Sitzung.