Hamburg. Bergedorfer Schifffahrtslinie startet ab dem 24. März in die Saison. Und steuert Ziele an, die anderen verwehrt bleiben.

Noch bestimmen Farbe, Spüli und Wasser die Arbeit am Ponton der Bergedorfer Schifffahrtslinie an der Krapphofschleuse. Doch Heiko Buhr freut sich, wenn bald Schluss ist mit schleifen, malen und putzen und es endlich wieder ums Schifffahren geht, erklärt der 52-Jährige. Lange muss der Kapitän nicht mehr warten, bis seine „Serrahn Queen“ und „Serrahn Deern“ wieder mit Passagieren an Bord ablegen.

Die Saison der Bergedorfer Schifffahrtslinie und ihrer Fahrgastschiffe beginnt in diesem Jahr am Sonntag, 24. März. Bei der Brunch-Fahrt, die um 13 Uhr am Serrahn startet, ist dann ein Shanty-Chor mit an Bord der „Serrahn Queen“. Die Fleetenkieker werden die Fahrgäste bei der Fahrt durch die Marschlande mit allerhand Seemannsliedern unterhalten. Dazu wird ein Büfett am Tisch serviert. Die Teilnahme kostet 95 Euro pro Person.

Flusskreuzfahrten: Weserbergland, Riesengebirge und Scharmützelsee

Es ist die einzige Fahrt der „Queen“ im Heimatrevier, bevor sie zur ersten Flussreise des Jahres ablegt. Ziel ist dann zum ersten Mal das Weserbergland. Vom 28. März an führt die achttägige Reise von Bergedorf aus etwa 512 Kilometer über die Elbe, Oberweser und Fulda. Insgesamt sieben Schleusen und ein Schiffshebewerk liegen auf dem Wasserweg.

Auf die neue Tour freut sich Heiko Buhr daher ebenso wie auf die „Jungfernfahrt“ ins Riesengebirge, die 827 Kilometer lang über die Elbe führt: Entweder von Hamburg bis nach Tschechien (11. bis 23. April) oder auf der Rücktour, die mit einer Hafenrundfahrt in Hamburg ausklingt (20. bis 30. April), können noch Fahrgäste dabei sein.

Flussreisen ab Hamburg bewusst an den Beginn der Saison gelegt

Beide neuen Touren wurden bewusst zu Beginn der Saison terminiert, erklärt Heiko Buhr, der damit sichergehen will, dass Oberweser und Elbe noch genug Wasser führen. Denn der Wasserstand der Flüsse nehme zusehends ab, weiß der Kapitän. „Ewig werden wir die Flussreisen nicht mehr machen können“, ist Heiko Buhr daher überzeugt.

Die Tour ins Riesengebirge, führt die „Serrahn Queen“ auch an dem Burgberg mit Albrechtsburg vorbei.
Die Tour ins Riesengebirge, führt die „Serrahn Queen“ auch an dem Burgberg mit Albrechtsburg vorbei. © Bergedorfer Schifffahrtslinie | Bergedorfer Schifffahrtslinie

Bis dahin aber genießt der 52-Jährige die Fahrten und legt dabei schon seit Jahren großen Wert darauf, dass seine Schiffe einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. In jedem Jahr werden sie dafür auf- oder umgerüstet: Schon 2017 wurde die gesamte Flotte auf den gasbasierten GTL-Treibstoff („Gas to Liquids“) umgestellt, der deutlich weniger Ruß ausstößt und biologisch abbaubar ist, wie Heiko Buhr berichtet.

„Track Pilot“ hält die beiden Schiffe nun per Knopfdruck auf Kurs

Durch den GTL-Lieferanten Shell wurde in der vergangenen Saison die gekaufte Menge an Kraftstoff in Ausgleichszertifikate umgewandelt und Klimaschutzprojekte unterstützt. Zudem wurde auf der „Serrahn Queen“ ein „D2noxreducer“ eingebaut, der die ausgestoßenen Abgase durch einen Verdampfer leitet und reinigt.

Dort kann nun neuerdings die Wärme, die während des Betriebs der Hauptmaschine entsteht, genutzt werden, um das Schiff zu beheizen. Ebenso wurde im Winter auf beiden Schiffen ein sogenannter „Track Pilot“ eingebaut. Dabei handelt es sich um ein Kurs- und Spurkontrollsystem. Angeschlossen an Kompass und Ruder ermöglicht es dem Schiff, entlang einer vordefinierten Linie zu fahren.

Mit viel nautischem Können durch die Schleusen zum Scharmützelsee

Da ab der Schleuse Geesthacht kein weiteres Bauwerk auf der Strecke liegt, würde es theoretisch nur einen Knopfdruck benötigen und die Schiffe würden automatisch bis nach Dresden rauffahren, erklärt Heiko Buhr. Der Kapitän wird aber auch künftig während der Fahrt das Steuer in der Hand behalten und möchte sich selbst und seine Schiffsführer keinesfalls überflüssig machen. „Dafür fahren wir alle viel zu gern Schiff“, betont er.

Viel mehr soll der „Track Pilot“ die Arbeit erleichtern und zusätzliche Sicherheit bringen, etwa bei Nebel, extremen Wind oder starker Strömung sicher die Spur halten. An- und Ablegemanöver oder auch das Schleusen benötigten ohnehin eine erfahrene Hand am Steuer benötigen, erklärt Heiko Buhr.

Flusskreuzfahrt vorbei an prachtvollen Villen und Schlössern

Viel nautisches Können ist auch auf der Tour zum Scharmützelsee gefragt, die vom 31. Mai bis 4. Juni (Havelberg bis Bad Saarow, inklusive Bustransfer von und nach Hamburg) oder auch 3. bis 9. Juni (Bad Saarow bis Bergedorf, Bustransfer von Hamburg zum Start) zum ersten Mal angeboten wird.

Noch liegt die „Serrahn Queen“ am Ponton nahe der Krapphofschleuse.  
Noch liegt die „Serrahn Queen“ am Ponton nahe der Krapphofschleuse.   © Lena Diekmann | Lena Diekmann

Denn bei der Fahrt über Havel, Spree, Dahme und Löcknitz gibt es am Ufer nicht nur prachtvolle Villen und Schlösser zu sehen, sondern es liegen auch anspruchsvolle Schleusen auf dem Weg. Mit einer Breite von 5,20 Metern gerade so breit genug für die „Serrah Queen“, die eine Breite von 5,16 Metern misst, verrät Heiko Buhr. „Das ist auch eine Tour, auf die ich mich persönlich sehr freue“, sagt der Kapitän.

Die Abmessungen der 33 Meter langen und sehr flach gebauten „Serrahn Queen“ erlauben es der Bergedorfer Reederei, bei ihren Flusskreuzfahrten mit maximal 50 Gästen an Bord Ziele anzusteuern, die großen Flussreiseschiffen verwehrt sind. Übernachtet wird dabei stets in namhaften Hotels entlang der Strecke.

Auf der „Entdeckertour“ geht es durch alte Hamburger Hafenbecken

Ein weiteres Highlight verspricht auch die neue „Entdeckertour“ durch den Hamburger Hafen zu werden, weil sie abseits der touristischen Touren in alte Hafenbecken auf der Veddel oder in Wilhelmsburg führt, in die man sonst nicht so kommt, verrät Heiko Buhr. Etwa für ehemalige Hafenarbeiter sei die Tour bestimmt interessant, aber auch für Fahrgäste, die sonst schon alles im Hafen gesehen haben, meint Heiko Buhr.

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Neben den beliebten Fahrten durch die Vierlande und Marschlande, haben Heiko Buhr und seine Frau Mareijke auf Wunsch ihrer Kundinnen und Kunden auch Touren zum Hamburger Fischmarkt oder Lichterfahrten am Abend wieder in den Fahrplan aufgenommen. Ebenso dürfen die Fahrten zum Hamburger Hafengeburtstag nicht fehlen: Zur Einlaufparade geht es sogar schon am Donnerstag, 9. Mai. Da vor das Festwochenende der Himmelfahrtstag fällt, wird der Hafengeburtstag in diesem Jahr nämlich vier Tage lang gefeiert.

Alle Infos zu Fahrplänen, Fahrten und Preisen gibt es im Internet unter www.bergedorfer-schifffahrtslinie.de oder per E-Mail an info@bergedorfer-schifffahrtslinie.de, Telefon 040/73 67 56 90.