Bürgerschaftsantrag

Schneller Geld zurück bei HVV-Verspätung

Auch Ersatzverkehr führt bisweilen zu Verspätungen.

Auch Ersatzverkehr führt bisweilen zu Verspätungen.

Foto: Klaus Bodig

SPD und Grüne wollen die Erstattung erleichtern. Sie wird bei einer Bus- oder Bahn-Verzögerung von mindestens 20 Minuten fällig.

Hamburg. SPD und Grüne wollen es HVV-Kunden leichter machen, bei Verspätungen an ihre ihnen zustehende Erstattungen zu kommen. Seit 2011 gilt die „HVV-Garantie“ für Nutzer von Bussen oder Bahnen des Verkehrsverbundes. „Sollten Sie durch unvorhergesehene Störungen Ihr Ziel mehr als 20 Minuten zu spät erreichen, erhalten Sie einmalig 50 Prozent des Fahrpreises Ihrer HVV-Fahrkarte zurück“, verspricht der HVV. „Bei Tages- und Zeitkarten wird ein anteiliger Betrag pro Fahrt berechnet. Für Gruppenkarten kann pro Fahrt nur eine Entschädigung beantragt werden.“

Das Problem an der Sache: Bisher werden die meist pro Fahrt geringen Beträge jeweils nur unter Vorlage der Fahrkarte und nach Ausfüllen komplizierter Formulare bei persönlichem Erscheinen in HVV-Servicestellen erstattet. Künftig aber soll man das Geld auch per App dem HVV-Kundenkonto gutschreiben oder sich überweisen lassen können.

Vorbild ist Schleswig-Holstein

In einem Bürgerschaftsantrag haben die Regierungsfraktionen den Senat aufgefordert, sich für eine Vereinfachung einzusetzen. „Lange Wege zur HVV-Servicestelle, Wartezeiten und wiederholt nötige Eingaben von Personendaten machen das gut gemeinte Serviceangebot gerade für Vielfahrer zu einer gewissen Strapaze“, so SPD-Verkehrspolitier Ole Thorben Buschhüter. „Im digitalen Zeitalter muss es möglich sein, dass Kunden schnell und unkompliziert die Garantie in Anspruch nehmen können."

Dabei orientieren sich SPD und Grüne an Schleswig-Holstein. Dort sei „man da schon weiter“, heißt es in dem Bürgerschaftsantrag. „Die Entschädigung wird auf ein Bankkonto überwiesen, sodass umständliche Wege entfallen. Das sollte auch in Hamburg im Interesse der Kundenfreundlichkeit so geschehen.“ Der Senat soll nun bis zum ersten Quartal des kommenden Jahres ein ähnliches Konzept für Hamburg vorlegen.

Verfahren schnellstmöglich umsetzen

Auch Grünen-Verkehrspolitiker Martin Bill sagte, es sei „nicht nur zeitgemäß, sondern vor allem kundenfreundlich“, die Garantie nun auch digital und durch Überweisung in Anspruch nehmen zu können. „Dieses Verfahren muss jetzt schnellstmöglich umgesetzt werden.“ Kürzlich hatte bereits ein privater Anbieter eine Smartphone-App mit dem Namen „LateBack“ auf den Markt gebracht, mit der sich HVV-Erstattungen leichter beantragen lassen sollen.