Genusswoche

Der neue EAT Club – das Abendblatt kann jetzt auch kochen

Was man mit einem Nudelholz so alles anstellen kann: Güldane Altekrüger (in grüner Schürze) erklärt es den Kursteilnehmern im Eat Club Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Was man mit einem Nudelholz so alles anstellen kann: Güldane Altekrüger (in grüner Schürze) erklärt es den Kursteilnehmern im Eat Club Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Diese Woche öffnete die neue Versuchsküche im Verlagsgebäude: Im EAT Club werden auch Kochkurse für Leser stattfinden.

Hamburg. Das Getränk sieht ein wenig mysteriös aus. Leicht gelblich. Ingwerwasser? Nein, falsch geraten. „Los, wer weiß, um was es sich handelt?“, fragt Thomas Sampl. Die Gäste rätseln und rätseln, bis der Koch aufklärt: „Das ist das Red Bull des Nordens!“ Oh. Wir reden hier von Molke, aber es kommt ja immer auf eine unterhaltsame Verkaufe an, und die beherrscht der Besitzer des Restaurants Hobenköök im Hamburger Oberhafen.

Thomas Sampl wollte eigentlich Mathelehrer werden, doch zum Glück hat es sich der Ostwestfale noch einmal anders überlegt, denn sonst stünde er heute nicht in einer riesigen neuen Küche in Hamburgs Innenstadt, um zu sagen: „Willkommen im EAT Club!“

Der EAT Club ist eine Mischung aus Studio und Event-Location. Für die Zeitschriften der Funke Gruppe (in der auch das Hamburger Abendblatt erscheint) entstehen hier aufwendige Foodproduktionen, und das Abendblatt möchte künftig regelmäßig Kochevents wie eben dieses mit Thomas Sampl veranstalten.

Sampl möchte heute zeigen, wie einfach es ist, Gemüse mit Geschmack zu kochen, wenn man nur ein paar Tricks beherrscht und richtig einkauft: „Gehen Sie auf den Wochenmarkt, das Zauberwort lautet ,aus eigener Produktion‘.“ Sampl erklärt den Teilnehmern des Workshops, warum man eine alte Gemüsesorte wie beispielsweise Goldenen Rettich oder Zitronengurken in einem Supermarkt nie bekommen könnte, woran sie die Qualität bestimmter Produkte erkennen und wie aus einer dickfleischigen Gurke „Johanna“ ein Schmorgurken-Gericht entsteht.

Am Ende essen alle Teilnehmer gemeinsam

Die Teilnehmer schnippeln und schnacken und versammeln sich am Ende um einen großen Tisch zum gemeinsamen Essen. Teilnehmerin Doris Beck sagt: „Ich habe gelernt, mit ganz anderen Produkten zu kochen. Auf diese Zutaten wäre ich normalerweise nicht gekommen. Auf dem Isemarkt bin ich schon an vielen Produkten vorbeigegangen, weil ich sie einfach nicht kannte.“ Das passiert ihr jetzt nicht wieder.

Am nächsten Tag findet ein Workshop mit einem unglaublichen Titel statt: Abnehmen mit Brot und Kuchen. Wie soll das funktionieren? Güldane Altekrüger weiß es. Die Foodbloggerin hat unter @woelkchenbaeckerei einen Hit in den sozialen Medien gelandet und ein Backbuch im Eigenverlag herausgebracht.

Der Erfolg ereilte die Mutter von zwei Kindern quasi über Nacht, ihr Mann hat inzwischen sogar seinen Job gekündigt, damit die ganzen Nachfragen bearbeitet werden können. Die Teilnehmer des Kurses lauschen gespannt der Geschichte der leidenschaftlichen Bäckerin, die ihnen nach und nach alles über verschiedene Getreidesorten beibringt: „Weizen wird häufig überzüchtet, eine Glutenunverträglichkeit ist häufig in Wirklichkeit eine Weizenunverträglichkeit“, sagt Altekrüger.

Es gibt Schokotarte und Pizzaschnecken

Sie empfiehlt Haferkleie für die Senkung des Cholesterinspiegels und Flohsamenschalen gegen Verdauungsprobleme. In ihren Rezepten verzichtet die Türkin, die auf St. Pauli aufwuchs, komplett auf Zucker und Butter, sie stellt dafür Alternativen vor. Ob das am Ende schmecken wird? Die Workshop-Teilnehmer sind unsicher, backen jedoch eifrig mit an Schokotarte und Pizzaschnecken, rühren Hummus und Kräuterquark zusammen und probieren am Ende noch einen Apple Berry Cake. Begeisterung!

„Gesund leben macht Spaß“, fasst Teilnehmerin Claudia Bergmann aus Lemsahl ihre Erfahrung aus dem Back-Event am Ende der zwei Stunden zusammen und beschließt lachend: „Ich werde die Rezepte am Wochenende gleich probieren. Da gibt es dann zwei Herren bei mir zu Hause, die leiden müssen.“

Außerdem fand in der Genusswoche noch ein Olivenöl-Workshop mit Claas Wandrey statt, es ging um das richtige Schneiden und Schleifen sowie die perfekte Zubereitung von Sushi. Ein Abendblatt-Mitarbeiter, der an fast allen Kursen teilgenommen hatte, kommentierte in Anlehnung an ein Märchen: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt.“

Videos der Koch-Veranstaltungen finden Sie auf dem Instagramkanal @abendblatt