Galopp-Derby

Zwei tote Pferde in Horn, Hürdenrennen vor Aus

Dramatischer Unfall beim Galopp-Derby. Tiere stoßen zusammen, Jockey schwer verletzt. Das Unheil hatte sich angebahnt, als nach einem Sturz am ersten Hindernis drei Vollblüter reiterlos waren.

Hamburg. Ein schwerer Unfall hat die Derbywoche in Hamburg-Horn überschattet. Nun steht das traditionsreiche Hindernisrennen vor dem Aus. Am Sonnabend war es zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen, bei dem zwei Pferde auf der Bahn verendeten. Der Jockey Bohumil Nedorostek wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Boberg geflogen. Er erlitt einen mehrfachen Unterarmbruch und musste operiert werden.

Renn-Club-Präsident Eugen-Andreas Wahler sagte dem Abendblatt: „Wir werden in Ruhe beraten. Ich persönlich bin dafür, in Horn keine Hindernisrennen mehr durchzuführen.“ Ein offizieller Vorstandsbeschluss darüber könnte rasch folgen.

Für Nedorostek und die anderen Jockeys hätte es noch weit schlimmer kommen können. „Der Reiter hat riesiges Glück gehabt“, sagte Bahnarzt Peter Wind. Sein Kollege Benjamin Kienast war sofort am Ort des Geschehens. Nedorostek lag regungslos auf dem Grasgeläuf. Den Ärzten gelang es, den Berufsrennreiter zu stabilisieren.

Das Unheil hatte sich angebahnt, als nach einem Sturz am ersten Hindernis drei Vollblüter reiterlos waren und mit dem restlichen Feld weitergaloppierten. Als sich Streckenposten bemühten, die drei Pferde einzufangen, machten diese kehrt – und stürmten dem Feld entgegen.

An einer der Hürden kam es dann zu einem fürchterlichen Zusammenprall. Wegen der hohen Hecken konnten die Jockeys die ihnen entgegenkommende Gefahr nicht erkennen. Der Wallach Cool Kid und der Hengst Glad Royal, auf dem Jockey Bohumil Nedorostek saß, waren auf der Stelle tot. Der Reiter wurde in hohem Bogen aus dem Sattel katapultiert. Es waren Bilder des Schreckens.

Den Zuschauern stockte der Atem: Man befürchtete das Allerschlimmste. Das Rennen lief jedoch weiter, als sei nichts geschehen. Dafür gab es Pfiffe und wütende Proteste vieler Zuschauer. Etliche verließen empört das Gelände. Rennleitungschef Peter Tasch sagte betroffen: „Es blieb bedauerlicherweise nicht genügend Zeit, das Rennen abzubrechen und die Reiter zu warnen. Wir hatten keinen Handlungsspielraum.“

Nicht jeder vor Ort konnte diese Argumentation nachvollziehen. Tenor auf den Zuschauertribünen: „Das Rennen hätte sofort abgebrochen werden müssen.“ So geriet der Zieleinlauf zur Farce. Unmutsäußerungen zeigten, was das Publikum davon hielt. Nach dem Unfall wurde der Renntag für 40 Minuten unterbrochen. „Wir haben einen Abbruch in Erwägung gezogen“, sagte Renn-Club-Präsident Wahler. Da die Verletzungen des Jockeys nicht lebensgefährlich gewesen seien, habe man sich für eine Fortsetzung entschieden.