Trendwende: Industrie optimistisch in der Krise

"Es geht aufwärts" - Hamburger Firmen beenden die Kurzarbeit

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb / picture-alliance/ dpa/dpaweb/dpa

Nach der Kupferhütte, Daimler und Mittal beendet jetzt auch Tesa die Kurzarbeit: Tausende Mitarbeiter wieder voll beschäftigt.

Hamburg. Immer mehr große Hamburger Firmen beenden trotz der Wirtschaftskrise die Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter. So hat jetzt nach dem Kupferhersteller Aurubis (früher Norddeutsche Affinerie) und dem Mittal-Stahlwerk auch die Beiersdorf-Tochter Tesa die Kurzarbeit für die 400 Arbeiter im Harburger Werk auslaufen lassen. Gleichzeitig nahm der Klebstoffhersteller eine Arbeitszeit- und Gehaltskürzung für die 600 Mitarbeiter in der Firmenzentrale zurück. "Es geht wieder aufwärts. Seit dem dritten Quartal 2009 spüren wir eine Trendwende", sagt Tesa-Sprecher Reinhart Martin.

"Die Stimmung in der Hamburger Industrie ist wieder gut", bestätigt Hans-Theodor Kutsch, Vorsitzender vom Industrieverband Hamburg. "Die Industrie ist bundesweit der Treiber der derzeitigen wirtschaftlichen Erholung", ergänzt Commerzbank-Analyst Simon Junker. Auch das Hamburger Chemieunternehmen Albis Plastic, das Kutsch führt, befindet sich im Aufwind. Kurzarbeit, die 160 Mitarbeiter betraf, ist kein Thema mehr. "Wir haben sogar schon wieder einige Dutzend Zeitarbeiter eingestellt, weil wir in einigen Bereichen lange Lieferfristen von bis zu zehn Wochen haben." Kutsch ist optimistisch. Deshalb wird er die Zahl seiner Auszubildenden auf 22 verdoppeln.

"Wir planen im Moment keine weiteren Maßnahmen", sagt Aurubis-Sprecherin Michaela Hessling. 150 Mitarbeiter waren bei dem Unternehmen von Kurzarbeit betroffen. Auch der Hamburger Mittal-Betriebsratschef Harry Schmidtmeyer ist zuversichtlich, dass die schlimmsten Folgen der Krise für das Werk überwunden sind. "Unsere Anlage ist voll ausgelastet, weil wir in Hamburg wegen der Nähe zur Elbe günstig produzieren", sagte er dem Abendblatt. In Spitzenzeiten arbeiteten 2009 rund 600 Mitarbeiter bei Mittal in Hamburg kurz. 1100 Beschäftigte waren es im Harburger Daimler-Werk. Doch dann zog die Nachfrage nach Modellen der C- und E-Klasse wieder an, und die Kurzarbeit wurde beendet, so Betriebsratschef Norbert Dehmel.

Rolf Steil, Chef der Hamburger Arbeitsagentur, sieht zwar noch keine wirkliche Entwarnung auf dem Arbeitsmarkt. Aber mit rund 13.000 Kurzarbeitern liegt die Zahl heute um rund 3000 niedriger als noch vor gut drei Monaten.