Ermittlungen gegen CIA

Karlsruhe prüft jetzt angebliche CIA-Mordpläne

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Nach Hamburg beschäftigt sich nun Karlsruhe mit dem Fall des terrorverdächtigen Deutsch-Syrers Mamun Darkazanli. Er sollte getötet werden.

Hamburg/Karlsruhe. Die Bundesanwaltschaft überprüft nun die angeblichen Mordpläne des US-Geheimdienstes CIA gegen den Deutsch-Syrer Mamoun Darkazanli. Die Hamburger Staatsanwaltschaft habe den Fall in der vergangenen Woche an Karlsruhe übergeben, sagte Behördensprecher Wilhelm Möllers am Samstag der dpa. Er bestätigte damit einen Bericht des Magazins „Focus“. Die Bundesanwaltschaft war aber für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Darkazanli lebt in Hamburg.

Weil auch der Verdacht einer geheimdienstlichen Agententätigkeit untersucht werde, sei die Bundesanwaltschaft zuständig, erklärte Möllers. Ein Sprecher in Karlsruhe sagte „Focus“: „Wir prüfen, ob ein Anfangsverdacht wegen verbotener geheimdienstlicher Tätigkeit vorliegt.“

Nach einem Bericht des US-Magazins „Vanity Fair“ soll die CIA in Kooperation mit der privaten Sicherheitsfirma Blackwater im Jahr 2005 Mordpläne gegen Darkazanli vorbereitet haben. Der Hamburger Kaufmann soll wochenlang in der Hansestadt observiert worden sein. Für die Bundesanwaltschaft steht nach früheren Angaben fest, dass er zwischen 1993 und 1998 Ansprechpartner verschiedener El-Kaida-Verantwortlicher war und Mitglieder der Hamburger Terrorzelle um die Todespiloten des 11. September 2001 kannte. Der Bundestags-Innenausschuss will sich Ende Januar mit den angeblichen Mordplänen beschäftigen.