Bilanz: Es begann am Mittwoch mit dem Besuch der "Queen Mary 2" und endete mit der Auslaufparade gestern Abend

Cruise Days - auf ein Wiedersehen im Jahr 2010

Mehr als 500 000 Gäste ließen sich die Großveranstaltung, die selbst im Ausland bewundert wurde, nicht entgehen.

Einem einzelnen großen Schiff auf der Elbe hinterherzugucken ist schon emotional genug. Aber gleich drei maritime Schönheiten ziehen zu lassen? Keine Frage: Es war ein emotionaler Abschied gestern Abend. Von der "Sedov", der "Astor", der "Columbus" - und von den ersten Cruise Days, dem großen Kreuzfahrertreffen.

Fünf Tage lang war die Hafenstadt Hamburg mehr Hafen als Stadt gewesen. Und hatte dabei blau gemacht: Nach den "Blue Goals" zur Fußball-WM 2006 hatte Lichtkünstler Michael Batz mit "Blue Port" 30 Objekte rund um den Hafen in blaues Licht getaucht. 2000 Lichtquellen zogen Besucher magisch an - besonders auf der Suche nach außergewöhnlichen Fotomotiven (zu sehen unter www.abendblatt.de/blueport). Die Cruise Days wurden so, wasser- und landseitig, zu einem besonderen Erlebnis.

500 000 bis 600 000 Gäste ließen sich dieses nicht entgehen - "konservativ geschätzt", wie Thorsten Kausch (34), Geschäftsführer von Hamburg Marketing, sagt. "Unser Ziel ist damit zu 100 Prozent erfüllt", so Kausch, auch wenn auf den Besucherzahlen nie das Hauptaugenmerk gelegen habe. "Wir wollten neue Bilder von Hamburg transportieren, besonders die Verbindung des Hamburger Hafens mit Kunst. Positive Rückmeldungen der Reedereien, der Gastronomie und des Einzelhandels haben uns zusätzlich bestärkt." Bilder vom Ein- und Auslaufen der Königin der Kreuzfahrtschiffe, der "Queen Mary 2", oder dem Lokalmatador und größten noch fahrtüchtigen Museumsschiff, der "Cap San Diego", gibt es so nur in Hamburg. Sie wurden selbst im Ausland bewundert: "Was dort zu sehen war, war sehr imponierend", schrieb "Hamburg-Ambassador" Bernd Erich Hannoschöck aus Oslo an Kausch. Hannoschöck hatte über Satellitenfernsehen die Live-Berichterstattung des NDR-Fernsehens von der Auslaufparade am Sonnabend verfolgt.

Gestern Abend dann der endgültige Abschied, mit Taschentuchwinken und "Tschüs, Hamburg!"-Rufen von Bord. Und das ohne Regen - nach nur vier Tropfen zeigte Petrus ein Herz für alle Schaulustigen. Auch Polizei und Feuerwehr zogen eine positive Bilanz: "Alles ruhig, nichts passiert", hieß es. Somit steht einer Wiederholung nichts im Wege. Kausch: "Wir möchten 2010 die nächsten Cruise Days machen." Vielleicht etwas straffer, einen Tag kürzer, aber sicher wieder mit Michael Batz: "Er ist ein einzigartiger Ideengeber. Der Hafen wurde mit den Cruise Days zur Bühne einer riesigen Freiluftinszenierung."