Rundflug: Die Cruise Days aus 700 Meter Höhe

So wird der Hafen zum Miniaturwunderland

Pilot Dietmar Knauer startet in seinem Wasserflugzeug täglich rund zehnmal vom Citysporthafen aus.

Es ist, als säße man in einem Schnellboot. Mit 80 Kilometern pro Stunde schießt die Cessna 206 über die Wasseroberfläche, peitscht gegen die Wellen. Nach 450 Metern wird die Fahrt auf der Elbe zum Flug: Das "amphibische Wasserflugzeug" hebt ab in den Hamburger Himmel und lässt den Hansahafen unter sich. Binnen weniger Sekunden werden die Schiffe beim Blick aus dem Fenster zu Modellbooten, die Container zu Legosteinen und der gesamte Hafen mit seinen Besuchern zu einem Ausschnitt wie aus dem Miniaturwunderland. So sehen sie aus, die Cruise Days aus der Luft.

In diesen Tagen spielt sich zwar alles auf dem Wasser ab - doch von wo könnte es einen schöneren Überblick über das Treiben am Hafen geben als von oben? Und dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten - wie eine Fahrt mit dem Heißluftballon und ein Besuch auf dem Turm des Michel. Oder eben ein Rundflug mit Pilot Dietmar Knauer in seinem Wasserflugzeug von Clipper Aviation ( www.clipper-aviation.de ; Tel. 01805-97 05 70), das bis Oktober täglich rund zehnmal zwischen 9 und 18 Uhr vom City-Sporthafen aus startet. Seit einem Jahr gibt es wieder ein Flugzeug im Hafen, 600 Passagiere sind seit Mai dieses Jahres damit abgehoben.

Nach dem Start dreht der Fünfsitzer eine steile Kurve Richtung Osten über die Süderelbe gen Köhlbrandbrücke. Auf der rechten Seite sind die Landungsbrücken zu sehen, dahinter der Fischmarkt und sogar Neumühlen. Wie nah alles beieinander liegt aus 700 Meter Höhe. Die Propellermaschine macht eine weitere Kurve, jetzt geht es unmittelbar über der Elbe in Richtung HafenCity - schließlich sollen auch die Passagiere auf der linken Seite den perfekten Blick über die Hafenpromenade haben, während sich zur rechten Seite das ganze Ausmaß der Containerterminals auftut. "Da vorne können Sie sehen, wie sich Norder- und Süderelbe teilen", meldet sich Pilot Knauer über die Kopfhörer. Und tatsächlich, da unten gabelt sich der Fluss. Es sieht aus wie auf einer Landkarte, nur eben in echt.

Der Flieger hält sich links, mit Kurs auf die Innenstadt, die Außenalster und den Stadtpark. Zwischendurch ruckelt es ein bisschen, das machen die Aufwinde, die einem erst richtig das Gefühl geben zu fliegen. Mit einer weiteren Schleife geht es über den Hafen, beim Landeanflug sind die Schiffe in den Docks von Blohm + Voss zum Greifen nah. Mit seinen Schwimmern setzt der Flieger auf, das Wasser wird zur Landebahn und die Cessna zum Teil des Schiffverkehrs. 99 Euro zahlen Erwachsene für den Rundflug, Kinder bis zwölf Jahre 63 Euro. Und auf dem rund acht Minuten langen Weg zurück zum Ponton gibt es sogar noch eine kleine Hafenrundfahrt inklusive.