Das große Schaulaufen der Schiffe

Ein lautes Tuten aus dem Typhon tönt durch den Hafen. Die "Cap San Diego" gleitet langsam von den Landungsbrücken in Richtung HafenCity. Dicht...

Ein lautes Tuten aus dem Typhon tönt durch den Hafen. Die "Cap San Diego" gleitet langsam von den Landungsbrücken in Richtung HafenCity. Dicht gefolgt von dem größten Segelschulschiff der Welt, der "Sedov", und dem Kreuzfahrer "Astor". Vor dem Cruise Center, wo bereits die "Aidaaura" und die "Deutschland" liegen, beginnt das große Wendemanöver. Die fünf Schiffe reihen sich für ein maritimes Schauspiel hintereinander, das es in Hamburg so noch nicht gegeben hat: die erste Cruise Days Parade.

Es ist Sonnabend, 21.15 Uhr: Die schwimmende Karawane setzt sich zum Schaulauf über die Elbe in Bewegung. Zehntausende Zuschauer lassen sich das Spektakel nicht entgehen. Sie stehen dicht gedrängt auf den Marco-Polo-Terrassen und an den Kaianlagen im Hafen. Jede Brücke, jeder Anleger ist belegt. Sogar einige Arbeiter an den gegenüberliegenden Container-Terminals legen eine kurze Pause ein. Alle genießen wie verzaubert den malerischen Anblick: Das dunkle Wasser glitzert in der Dämmerung, Feuerwerksraketen steigen in die Luft und die Illuminationen von Künstler Michael Batz tauchen die großen Schiffe mit ihrem "Gefolge", den vielen beleuchteten Barkassen, Segel- und Motorbooten, in ein magisches Blau.

Nachdem die Parade die Landungsbrücken passiert, kommt sie ins Blitzlichtgewitter. Anwohner auf den Balkonen an der Hafenstraße und unzählige Schaulustige am Straßenrand zücken ihre Fotoapparate, um diesen Moment festzuhalten.

Nicht nur an Land sind die Besucher begeistert von der Szenerie. "Der Hafen ist immer faszinierend, aber der heutige Abend übertrifft alles", sagt Christin Jung (34) aus Winterhude, die den Konvoi an Bord der "Astor" begleitet. "Mir läuft durchgehend ein Schauer über den Rücken", fasst es ihre Kollegin Judith Schejok (30) zusammen. Auch für den Kapitän des Kreuzfahrers, Vladimir Yakimov, ist das Treffen der Traumschiffe etwas Besonderes: "Ich bin seit 40 Jahren Seemann und habe die ganze Welt bereist. Aber bei einer Parade bin ich noch nie mitgefahren", sagt er gerührt.

Die Menschenmengen werden bis Blankenese nicht weniger. In den Beach-Clubs trinkt man Cocktails und beobachtet das Treiben auf dem Wasser. An der "Strandperle" am Elbstrand wird gegrillt und gefeiert.

Die Schiffe bleiben während der 1,2 Kilometer langen Parade dicht beieinander. Erst an der Hafenlotsenstation Finkenwerder trennen sich die Wege. Während "Sedov" und "Cap San Diego" zurück fahren, steuern die Kreuzfahrtschiffe weiter in Richtung Nordsee.