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Kühne kauft für 15 Millionen Euro Bäume

Kühne-Stiftung kauft für 15 Millionen Euro Bäume. Klaus-Michael Kühne prüft, bis zu 100 Millionen Euro in Aufforstungsprogramme und Waldkäufe zu stecken.

Kühne-Stiftung kauft für 15 Millionen Euro Bäume. Klaus-Michael Kühne prüft, bis zu 100 Millionen Euro in Aufforstungsprogramme und Waldkäufe zu stecken.

Foto: Roland Magunia

Konzern prüft Investitionen von bis zu 100 Millionen in Wälder. Entwicklungsminister Müller besucht extra Hamburger Zentrale.

Hamburg. Die spannendste Nachricht verkündete Klaus-Michael Kühne erst zum Schluss der Pressekonferenz am Unternehmenssitz am Großen Grasbrook. 15 Millionen Euro, so sagte der Milliardär am Dienstagnachmittag, investiere seine Kühne-Stiftung in Wälder beispielsweise in Neuseeland. Und sein Unternehmen prüfe derzeit, bis zu 100 Millionen Euro in Aufforstungsprogramme und Waldkäufe zu stecken, um den eigenen CO2-Ausstoß zu kompensieren.

Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU), der extra nach Hamburg gekommen war, lobte das Engagement. „Der Wald hat eine zentrale Bedeutung für den Klimaschutz. Das ist ein herausragender Beitrag“, sagte der Politiker. Beide verbindet der Klimaschutz. Nicht das Umweltministerium, sondern das Entwicklungshilferessort von Müller ist das erste klimaneutrale Ministerium, wie ein unabhängiger Gutachter testiert hat.

Kühne: 15 Millionen Euro Bäume und Plattform für Seefahrtgeschäft

Der Konzern Kühne + Nagel International ist ebenfalls umgeschwenkt. „Wir sind sehr stark mit dem Thema Klima und Umwelt befasst“, sagte Kühne. So habe das Unternehmen eine Plattform entwickelt, die den CO2-Ausstoß des Seefahrtgeschäftes misst und den Kunden hilft, klimafreundlicher zu werden. Im Dezember ist der Logistikkonzern Unterstützer der „Allianz für Entwicklung und Klima“ geworden. Diese Initiative hatte Bundesminister Müller im November ins Leben gerufen hat, um freiwillige Beiträge für nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz zu mobilisieren. Inzwischen ist auch die Kühne-Stiftung Teil der Allianz geworden.

Euphorisch lobte Müller das Engagement des 82 Jahre alten Wahlschweizers. „Kühne und Nagel ist ein Pionier grüner Logistik“, sagte Müller. „Wir müssen Innovation und grünes Wirtschaften zusammenbringen. Der Klimawandel ist eine Überlebensfrage der Menschheit.“ Den Beitritt zur Allianz für Entwicklung und Klima nannte der CSU-Minister ein „Megasignal“ an die Branche. Inzwischen sind 518 Unternehmen, darunter auch Konzerne wie SAP oder Bosch, Behörden und Organisationen Teil der Allianz geworden.

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„Ich bin überzeugt, dass die Herausforderungen des Klimawandels eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Privatwirtschaft bringen“, sagte Kühne, Kommunen können ebenfalls einsteigen, betonte der Minister. „Auch Hamburg kann Mitglied dieser Allianz werden.“ Zugleich lud er den HSV ein „Die TSG Hoffenheim ist schon dabei“, so Müller.

Kühne + Nagel hat sich selbst das Ziel gesetzt, im laufenden Jahr klimaneutral zu werden und bis zum Jahr 2030 auch sämtliche Lieferantentransporte neutral zu stellen. Die Strategie heißt vermeiden, verringern und kompensieren. Das Unternehmen will jetzt seine Kunden überzeugen, die Transportketten klimabewusst zu gestalten. „Die ersten sind dazu bereit“, sagte Kühne & Nagel-Vorstand Otto Schacht. Das sei durchaus mit Mehrkosten verbunden. „Klimaschutz gibt es nicht umsonst.“