Hamburg

Nach Haspax-Hoch auch DAX mit neuem Rekord

Der Dax erreichte zu Börsenbeginn kurzfristig ein Rekordhoch.

Der Dax erreichte zu Börsenbeginn kurzfristig ein Rekordhoch.

Foto: dpa

Entspannung im Handelsstreit zwischen China und den USA sowie Konjunkturoptimismus treiben Aktienkurse.

Hamburg/Frankfurt.  Der Haspax, der Index der 24 wichtigsten Aktiengesellschaften im Norden, hatte es vorgemacht: An gleich fünf Handelstagen zwischen dem 30. Dezember 2019 und dem 14. Januar dieses Jahres stieg das Börsenbarometer auf einen historischen Höchststand. Am Mittwoch zog der wichtigste deutsche Aktienindex nach. Der DAX kletterte zeitweise auf 13.640 Punkte und erreichte damit nach fast auf den Tag genau zwei Jahren wieder einen Rekordwert. Die bisherige Bestmarke (13.596 Punkte) war am 23. Januar 2018 erreicht worden.

Als wichtigste Gründe für die Entwicklung nennen Anlageexperten einen wachsenden Konjunkturoptimismus, das von den Notenbanken billig bereitgestellte Geld sowie die Entspannung im Nahost-Konflikt. „Der DAX profitiert überdurchschnittlich von der Entspannung der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und der damit einhergehenden besseren Stimmung der Unternehmen“, sagte Maximilian Kunkel, der Chefanlagestratege für Deutschland bei der Schweizer UBS-Bank.

Dow Jones überspringt erstmals 29.000 Punkte

Der Marktexperte Andreas Büchler vom Börsenstatistik-Dienst Index Radar sieht für den DAX nun sogar Luft bis in den Bereich um die 14.500 Punkte. Der Weg dahin werde aber wohl einige Auf und Abs beinhalten, so Büchler. Die gab es auch am Tag des Rekordes: Bis zum Handelsschluss gab der Leitindex die Tagesgewinne wieder ab und schloss 0,3 Prozent niedriger bei 13.511 Punkten.

In den Wochen zuvor hatte sich das Börsenbarometer zwar immer wieder seinem Allzeithoch angenähert, war dann aber regelmäßig wieder etwas zurückgefallen. Anders als dem Dow Jones, dem wichtigsten Aktienindex der USA, der am vergangenen Freitag erstmals die Marke von 29.000 Punkten übersprungen hatte, fehlte dem DAX zunächst die Kraft zum Sprung auf neue Höhen.

Entspannungen im Nahen Osten treiben Kurse

Das lag vor allem an Konjunktursorgen wegen des Handelsstreits zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Das ließ Anleger vor allem vor Papieren der exportorientierten deutschen Autobauer und Chemiekonzerne zurückschrecken. Mittlerweile haben die USA und China aber ein Teilabkommen unterzeichnet. Zudem scheint auch die Gefahr eines Krieges im Nahen Osten gebannt. Die Spannungen zwischen Iran und USA wachsen zumindest nicht.

Optimistisch stimmt Börsenanleger zudem die Aussicht auf eine weiter lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank (EZB) will mit neuen Wertpapierkäufen die Konjunktur ankurbeln. „Die Aussicht auf jahrelange Nullzinsen am Kapitalmarkt und für Spareinlagen bei stabiler weltweiter Konjunktur ist für Aktien ein ideales Umfeld“, erklärte der Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

Tagesgewinner ist die Hypoport AG

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf, der einzige Hamburger Konzern in der Riege der 30 DAX-Unternehmen, legte am Mittwoch zwar auch zu, aber nur leicht. Der Kurs lag mit knapp 106 Euro jedoch deutlich unter dem Allzeithoch von 117,20 Euro im Sommer 2019.

Unter den Haspax-Werten ragte die Hypoport AG heraus. Die Aktie des Lübecker Finanzdienstleisters und Technologie-Unternehmens legte um mehr als vier Prozent auf annähernd 355 Euro zu und erreichte damit ebenfalls ein neues Allzeithoch. Zu den größten Tagesgewinnern zählten auch der Kupferhersteller Aurubis und das Karrierenetzwerk Xing. Beide sind von ihren Höchstständen aber noch weit entfernt.

Haspax verfehlt Rekord knapp

Die Reederei Hapag-Lloyd, deren Aktienkurs sich seit August 2019 mehr als verdoppelt hat und vergangene Woche ein neues Allzeithoch (82,60 Euro) markiert hatte, legte ebenfalls zu und notierte um 76 Euro. Zu den Tagesverlierern im Haspax zählte der Gabelstaplerbauer Jungheinrich. Eine Aktie kostete um 21 Euro, Anfang 2018 waren es noch mehr als 41 Euro gewesen.

Der Haspax schaffte am Mittwoch zwar keinen Rekord, legte aber zu und notierte nur 20 Punkte unter dem Allzeithoch von 4976 Punkten.