Bundeswehr

Bericht: Bei Airbus noch mehr geheime Dokumente gefunden

Unstimmigkeiten zwischen Airbus und der Bundeswehr?

Unstimmigkeiten zwischen Airbus und der Bundeswehr?

Foto: Michael Rauhe/Funke Foto Services

Staatsanwaltschaft entdeckt in Mail-Accounts noch mehr Bundeswehr-Verschlusssachen. Warum die Affäre für Airbus so brisant ist.

München/Hamburg. Der Airbus-Konzern mit seinem Hauptsitz in Toulouse und seinen deutschen Werken auf Finkenwerder in Hamburg sowie in München steht unter Druck: Die Staatsanwaltschaft München hat bei Airbus-Mitarbeitern einem Bericht zufolge wesentlich mehr als die bisher bekannten zwei vertraulichen Dokumente der Bundeswehr gefunden. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ entdeckten die Fahnder in verschiedenen Mail-Accounts von Airbus-Leuten über 100 als Verschlusssachen („VS - nur für den Dienstgebrauch“) eingestufte Bundeswehrpapiere.

Zum Teil würden diese die Budgetplanung für die Bundeswehr betreffen, aber auch beabsichtigte Einkäufe oder die Entwicklung neuer Waffensysteme.

Airbus hatte Verteidigungsministerium selbst informiert

Airbus habe die neuen Erkenntnisse nicht kommentieren wollen. Auch das Ministerium habe sich nicht äußern wollen und auf die laufenden Ermittlungen verwiesen, schrieb „Der Spiegel“ am Mittwoch. Airbus selbst hatte das Verteidigungsministerium im September über den Fund der ersten Dokumente informiert. Die Staatsanwaltschaft München nahm Ermittlungen gegen Airbus-Mitarbeiter wegen unerlaubten Besitzes von Dokumenten zu Rüstungsprojekten der Bundeswehr auf.

Laut „Spiegel“ ist der Fund der Dokumente für Airbus riskant, weil das Unternehmen fürchten müsse, bei einer Ausschreibung millionenschwerer Großprojekte für die Bundeswehr ausgeschlossen zu werden, weil sich Mitarbeiter durch die vertraulichen Planungsunterlagen der Bundeswehr einen regelwidrigen Wettbewerbsvorteil verschafft haben könnten.

Airbus gehört zu den Großlieferanten der deutschen Streitkräfte. Das Unternehmen macht sein Geschäft im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie den dazugehörigen Dienstleistungen. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 64 Milliarden Euro, die Anzahl der Mitarbeiter beträgt rund 134.000. In Europa ist das Unternehmen Marktführer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen und international eines der größten Raumfahrtunternehmen.