Silicon Valley

Tesla-Gründer Elon Musk – seine Freunde, seine Feinde

Elon Musk hat viele Visionen – und eckt dabei auch mal an.

Elon Musk hat viele Visionen – und eckt dabei auch mal an.

Foto: Kiichiro Sato / dpa

Google-Gründer Larry Page, Terminator Arnold Schwarzenegger: Wer steht Elon Musk zur Seite? Wer ist missgünstig?

Berlin.  Der Elektrobauer Tesla, das Raumfahrunternehmen SpaceX und Fortbewegung mit dem sogenannten Hyperloop – alles Projekte, die Elon Musk vorantreibt. Der Südafrikaner, der seit den 1990er-Jahren in Kalifornien lebt, will den Mars bevölkern, damit Menschen einen dritten Weltkrieg überleben. Manche bewundern die Visionen und Ideen des 47-Jährigen, manche sehen ihn als Rivalen.

Google-Gründer Larry Page soll ein Freund Musks sein. Das behauptet Ashlee Vance in seinem Sachbuch-Bestseller „Wie Elon Musk die Welt verändert“. Wenn der Tesla-Chef den Silicon Valley besucht, dann rufe er Google-Pionier Page an. „Er schreibt mir eine E-Mail und sagt: ,Ich weiß nicht, wo ich heute übernachten soll. Kann ich vorbei kommen?“ Page hilft dann aus. Einen Schlüssel habe er Musk aber noch nicht gegeben.

Auch Ex-Gouverneur und Terminator-Schauspieler Arnold Schwarzenegger gehört zu den vielen Bewunderern des Tesla- und SpaceX-Chefs. Der Schauspieler mit Politikvergangenheit sagte in einem Interview im Jahre 2013: „Er ist ein großartiger Unternehmer und redet nicht nur, sondern lässt Taten sprechen. Wir brauchen mehr Leute wie ihn. Als Gouverneur habe ich eng mit ihm zusammengearbeitet und seinen Einsatz für das Elektroauto zu 100 Prozent unterstützt. “

Küsschen für Jeff Bezos

Eine freundliche Rivalität verbindet Elon Musk mit Jeff Bezos und Richard Branson. Die drei eint: viele Milliarden auf dem Konto und das Streben ins Weltall mit ihrem jeweiligen Raumfahrunternehmen. Musk will mit seiner Firma SpaceX als Erster auf den Mars, Amazon-Inhaber Bezos mit seinem Blue Origin auf den Mond und der Brite Richard Branson mit Virgin Galactic den Weltraumtourismus groß machen. Branson zeigte sich vom Testflug der SpaceX-Trägerrakete Falcon Heavy im Februar 2018 beeindruckt: „Elon und sein Team haben Außergewöhnliches geleistet.“

Zum Testflug der SpaceX-Trägerrakete Falcon Heavy twitterte Amazon-Chef Bezos: „Viel Glück an SpaceX mit dem Testflug der Falcon Heavy. Ich hoffe auf einen schönen, symbolischen Flug!“ Musk antwortete mit einem Kuss-Emoji. Und das Internet war entzückt: Die Rede war von einer Bromance, also einer innigen Männerfreundschaft.

Zuckerberg wohl kein Freund von Musk

Alles andere als eine Freundschaft verbindet den Tesla-Chef mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Im Zuge des Facebook-Skandals um Millionen von Nutzerdaten, welche die Politikberatung Cambridge Analytica missbraucht hatte, löschte Elon Musk die Facebook-Seiten seiner Unternehmen Tesla und SpaceX. Dann twitterte der 47-Jährige: „Was ist Facebook?“

Mark Zuckerberg schwieg. Auch bei künstlicher Intelligenz liegen die beiden Milliardäre im Clinch: In einem Facebook-Live-Video bezeichnete der Facebook-Gründer Musk als „Pessimisten“. Der Tesla-Chef nutzte sein Lieblingsmedium Twitter: „Marks Verständnis des Themas ist begrenzt.“

Auch in Deutschland nicht nur Freunde

Ins All wollen nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Europäer. Alain Charmeau, Chef des europäischen Luftfahrunternehmens ArianeGroup, sieht sich in direkter Konkurrenz zu SpaceX und Elon Musk: „Man sollte sich fragen, warum SpaceX der US-Regierung pro Start 100 Millionen Dollar in Rechnung stellt, Starts für europäische Kunden aber viel billiger anbietet... Sie machen das, um Europa aus dem Weltraum zu kicken. Und die Öffentlichkeit und unsere Politiker sollten das wissen.“

Auch in Deutschland hat Elon Musk nicht nur Freunde. Wirtschaftsminister Peter Altmaier will Elektroautos, aber keine Teslas. Im Frühjahr 2018 fragte der Politiker in eine Runde deutscher Gründer: „Geben wir uns damit zufrieden, dass Elon Musk die Gigafactory baut?“ In einem anderen Interview sagte der Merkel-Vertraute: „Auch die Elektro-Autos der Zukunft müssen hier (Anmerkung: in Deutschland) gebaut werden, da haben die Autokonzerne unverständlich lange gezögert.“