Nach Skandal-Reportage

Doch keine Hühnchenquäler? Wiesenhof startet PR-Kampagne

Nach der viel diskutierten ARD-Reportage "Das System Wiesenhof" setzt der Geflügelproduzent jetzt auf eine große Imagekampagne.

Hamburg. Nach der Ausstrahlung der ARD-Reportage "Das System Wiesenhof" zieht der Geflügelkonzern erste Konsequenzen. So verlangt der Hof von seinem Subunternehmer, für das Verladen von Tieren verantwortliche Mitarbeiter sofort freizustellen. Damit will Wiesenhof sicherstellen, dass keiner der durch den ARD-Bericht identifizierbaren Mitarbeiter der Fremdfirma künftig bei einem Partnerlandwirt eingesetzt wird.

Der Film zeigte Aufnahmen, wie Tiere mit Fusstritten in einen LKW zum Abtransport in ein Schlachthaus getrieben wurden.

+++ Tierschützer zeigen Wiesenhof an +++

Doch auch darüber hinaus gab “Das System Wiesenhof” einen schockierenden Einblick in die Arbeitsweise des Betriebs. Obwohl es durchaus schon früher mediale Berichte und Enthüllungen über die Behandlung der Tiere bei dem Geflügelproduzenten gab, galt das Unternehmen in den Augen vieler Menschen noch immer als Vorzeigebetrieb. Zumindest die Kauflaune war nicht getrübt. Die Tiefkühlhähnchen erfreuten sich, im Gegenteil, steigender Beliebtheit.

Die gezeigten Bilder von überfüllten Gehegen, hygienischen Missständen und offensichtlicher Tierquälerei, dürften das Image des Konzerns allerdings nachhaltig prägen.

Doch Wiesenhof lenkt ein. Der erhöhte Druck auf die Subunternehmer ist nur einer von vielen Versuchen das beschmutzte Image wieder aufzupolieren. Tatsächlich startet gegenwärtig eine riesige PR-Kampagne. Neben den üblichen Pressemitteilungen werden verstärkt eigene YouTube-Videos hochgeladen, Twitter-Meldungen verbreitet und weitere Web-Tools genutzt um die Verbraucher zu erreichen. Die klare Nachricht: „Wir handeln Verantwortungsbewusst“. Doch auch Tierschutzaktivisten sind alarmiert und starten im Internet eine Gegenkampagne. Mittlerweile wurde gegen das Unternehmen auch eine Klage wegen Tierquälerei eingreicht.