iPhone-Hersteller

Apple steigert Markenwert - und löst Proteste aus

Der iPhone-Hersteller Apple hat laut einer Studie einen höheren Markenwert als Google. Der Umgang mit Arbeitern wird jedoch kritisiert.

Hamburg. Der Apfel ist heiß begehrt: Der Computerspezialist Apple hat einer Studie zufolge den Suchmaschinenbetreiber Google als wertvollste Marke der Welt abgelöst.

Wie die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf eine Studie des US-Marktforschungsunternehmens Millward Brown berichtete, schoss der Markenwert von Apple um 84 Prozent auf 153,3 Milliarden Dollar nach oben. Deutlich abgeschlagen folgten Google mit 111,5 Milliarden Dollar und der Vorjahreszweite IBM, dessen Marke 100,8 Milliarden Dollar wert sei.

Für die Rangliste befragt Millward Brown jährlich Hunderttausende Bürger nach ihrer Einstellung zu Marken und analysiert die Gewinnaussichten der Unternehmen.

Apples Erfolg rühre nicht allein von der Produktinnovation her, sondern von der Tatsache, dass Konzernchef Steve Jobs und seine Mitarbeiter „die Faszination der Marke fassbar machen“, sagte Bernd Büchner, Geschäftsführer bei Millward Brown in Deutschland, der Zeitung.

Apple-Nutzer sähen die Marke als eine Ausdrucksmöglichkeit für ihre Individualität. Das Unternehmen habe sich einen eigenen Markt geschaffen. „Insofern sehe ich hier eine nachhaltige Stärke, auch in den kommenden Jahren, mit neuen Geräten und Anwendungen“, sagte Büchner.

Aktionstag gegen Produktionsbedingungen bei Apple-Geräten

Unterdessen hat die Kampagne „makeITfair“ am Wochenende dem iPhone-Hersteller Apple vorgeworfen, seine Gewinne zu Lasten chinesischer Arbeiter einzufahren. „Apple sollte den Lieferanten faire Preise zahlen und realistische Lieferzeiten einführen, um bessere Bedingungen für die ArbeiterInnen zu ermöglichen“ , sagte die Organisatorin Cornelia Heydenreich.

Mit einem internationalen „makeITfair“-Aktionstag am Sonnabend machten die Initiatoren auf die ihrer Ansicht nach schlechten Arbeitsbedingungen der Arbeiter aufmerksam.

In mehreren europäischen Städten, darunter Berlin und Hamburg, waren Aktionen vor Geschäften mit Apple-Produkten geplant. Die hohe Nachfrage nach iPhones und iPads übe einen großen Druck auf die Arbeiter in chinesischen Zuliefererbetrieben aus, hieß es. Die Arbeiter kämpften mit massiven Überstunden und ihr Lohn sei nicht existenzsichernd. Auch vor Fabriktoren in Mexiko und Taiwan wurde protestiert.

Die Kampagne „makeITfair“ wird in Deutschland von der Organisation Germanwatch koordiniert. Mitarbeiter des europäischen Projekts überwachen vor allem die Produktion elektronischer Konsumgüter wie Laptops oder Mobiltelefone.

Apple hat zu den Vorwürfen erklärt, das Unternehmen achte auf sichere Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern und auf eine respektvolle Behandlung der Arbeiter in diesen Betrieben. Die Einhaltung der Standards werde regelmäßig vor Ort überprüft.