Geldinstitut

HSH Nordbank will sich von Luxemburger Tochter trennen

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Die angeschlagene Landesbank verkleinert ihre Aktivitäten. Das Tochterunternehmen ist für das gesamte internationale Geschäft zuständig.

Hamburg. Im Zuge der Konzentration auf ihre Kernmärkte treibt die HSH Nordbank ihre Verschlankung voran. Das Geldinstitut will dazu ihre Luxemburger Vermögensverwaltungstochter HSH Private Banking verkaufen. Die Beteiligung stehe auf dem Prüfstand, da sich die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein auf ihre Heimatregion fokussieren wolle, sagte HSH-Nordbank-Sprecherin Gesine Dähn dem Abendblatt. Generell würden derzeit alle Engagements außerhalb des Heimatmarktes überprüft. Dabei sei ein Verkauf nur eine Option. Auch eine Fusion sei denkbar. Die Bank stünde nicht unter Zeitdruck.

Die Luxemburger Tochter mit ihren 35 Beschäftigten ist für das gesamte internationale Geschäft der HSH Nordbank mit vermögenden Kunden zuständig. Von einem Verkauf erhofft sich die Bank nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" einen Preis von bis zu 90 Millionen Euro, was etwa dem Doppelten des Eigenkapitals entspreche. Zu Kaufpreisspekulationen wollte sich die HSH-Nordbank-Pressesprecherin jedoch nicht äußern. Mit dem Verkaufsprozess sei die Investmentbank Lazard beauftragt worden. Sie bietet Investoren seit Monaten auch die Immobilienfondstochter der Nordbank, die HSH Real Estate, an.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die HSH Nordbank erste Erfolge bei ihrer Erneuerung gemeldet. So sei das Kreditersatzgeschäft um gut vier auf 17 Milliarden Euro reduziert worden, sagte der für die hausinterne Abbaubank zuständige Vorstand Martin von Gemmeren. 400 Mitarbeiter kümmern sich derzeit in der sogenannten Restrukturierungseinheit (RU) darum, ganze Geschäftsfelder abzubauen, die zusammen etwa die Hälfte der Bilanzsumme ausmachen. Die in der RU gebündelten Kapitalmarktaktivitäten und Kreditengagements "sollen bis 2012 bereits signifikant abgebaut sein", sagte Gemmeren. Am Ende der Restrukturierung soll die Bilanzsumme der Bank etwa 100 Milliarden Euro betragen. Die Mitarbeiterzahl soll bis Ende 2012 um 1100 auf gut 3000 reduziert werden.