Europäische Wirtschaft

Konjunktur-Eiszeit in Europa - Deutschland als Dämpfer

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Das deutsche Bruttoinlandsprodukt stagniert im vierten Quartal. In der Euro-Zone stieg es um 0,1 Prozent. Impulse kamen nur vom Export.

Wiesbaden/Brüssel. Der eisige Winter lässt auch Wiederbelebungsversuche für die Konjunktur erstarren. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft ist im vierten Quartal 2009 ins Stocken geraten.

Laut Statistischem Bundesamt stagnierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf dem Niveau des Vorquartals. In der Euro-Zone gab es große Unterschiede: In Frankreich, den Niederlanden und Österreich wuchs die Wirtschaft, während sie in Griechenland, Italien und Spanien schrumpfte.

Das BIP, die Maßzahl für die Gesamtleistung der Wirtschaft, war in Deutschland im dritten Quartal 2009 preis-, saison- und kalenderbereinigt noch um 0,7 Prozent und im zweiten um 0,4 Prozent gewachsen.

Für das letzte Vierteljahr 2009 ermittelten die Statistiker nunmehr eine Rate von 0,0 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Auf dieser Basis hatten sie früher bereits ein Schrumpfen des BIP um 5 Prozent für das Gesamtjahr 2009 errechnet, die schwerste Rezession seit den 1930-er Jahren. Lediglich kalenderbereinigt ergibt sich für das Gesamtjahr nach den neuesten Zahlen eine leichte Korrektur nach oben auf minus 4,9 Prozent.

Das Statistische Bundesamt machte vor allem den Rückgang der Konsumausgaben und der Investitionen für die Stagnation im vierten Quartal verantwortlich. Positive Impulse kamen lediglich vom Außenhandel, wie die Statistiker weiter mitteilten. Während die Exporte wieder zulegten, waren die Importe rückläufig. Die ausführlichen Details der Wirtschaftsentwicklung will das Bundesamt am 24. Februar bekanntgeben. Experten zufolge ist auch der strenge Winter zum Teil für den Dämpfer verantwortlich.

In der Euro-Zone insgesamt stieg das BIP im vierten Quartal nur noch um 0,1 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Im dritten Quartal war die Wirtschaft noch um 0,4 Prozent gewachsen. Vor allem das stagnierte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland erwies sich dabei als Bremsklotz.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass einige Länder der Euro-Zone immer noch in einer Krise stecken. So schrumpfte etwa die italienische Wirtschaft überraschend im vierten Quartal wieder, nachdem sie im Sommer zum ersten Mal seit über einem Jahr gewachsen war. In Griechenland verschärfte sich die Lage im Schlussquartal 2009 sogar wieder, das Bruttoinlandsprodukt ging um 0,8 Prozent zurück, nach minus 0,5 Prozent im Sommerquartal. Auch Spanien steckt in der Rezession fest, dort sinkt die Wirtschaftsleistung nunmehr seit sieben Quartalen.

Verglichen mit dem Vorjahr lag die Wirtschaftsleistung in den 16 Euro-Staaten um 2,1 Prozent tiefer. Befragte Analysten hatten nicht mit einem derart starken Rückgang gerechnet.