Klimawandel

Eisberg: Antarktis wird um ein Stück Mallorca kleiner

Videografik: Schmelzende Polkappen

Videografik: Schmelzende Polkappen

Die Eiskappen am Nord- und Südpol werden wegen der Erderwärmung immer kleiner. Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest des Planeten, in Grönland ist diese Entwicklung besonders dramatisch.

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Naturspektakel und Warnsignal zugleich. In der Antarktis ist ein gigantischer Eisberg abgebrochen. Es ist der derzeit größte der Welt.

Berlin. Die Antarktis hat ein enormes Stück Eis verloren. Flächenmäßig ist der abgebrochene Eisberg mit 4320 Quadratkilometern sogar größer als die spanische Urlaubsinsel Mallorca, wie die europäische Weltraumorganisation Esa meldet. Sie hatte das Naturschauspiel über aktuelle Satellitenbilder der Copernicus-Sentinel-1-Mission bestätigt. Zuerst gemeldet hatte es der Wissenschaftler Dr. Keith Makinson des britischen Polarforschungsprogramms.

Der Eisberg mit der Bezeichnung A-76 hatte sich den Beobachtungen zufolge an der westlichen Seite des Ronne-Schelfeises im Weddellmeer im Nordwesten der Antarktis abgelöst. Er übertrifft den aktuell größten Eisberg A-32A, der eine Größe von rund 3880 Quadratkilometern aufweist und ebenfalls im Weddelmeer treibt.

Antarktis: Rekordeisberg übertraf sogar Jamaika

An den Allzeitrekordhalter B-15 reichen jedoch beide nicht ansatzweise heran. Dieser war im Jahr 2000 vom Ross-Schelfeis in der Antarktis abgebrochen und gut 11.600 Quadratkilometer groß. Damit war er sogar zirka 600 Quadratkilometer größer als Jamaika. Bis Eisberge dieser Größe schmelzen, können mehrere Jahre bis Jahrzehnte vergehen.

Die Namen der Eisberge setzen sich traditionell aus einem Buchstaben für das Gebiet in der Antarktis, in der sie erstmals gesichtet wurden, und einer laufenden Nummer zusammen.

(fmg/dpa)