Pandemie

Mallorca: Geimpfte können Urlaub machen - Briten im Vorteil?

Lesedauer: 6 Minuten
Mit Corona-Impfpass in den Urlaub?

Geimpften mit einer Art Passierschein Urlaubsreisen ermöglichen - in der EU mehren sich die Forderungen nach einem Impfpass in der Corona-Pandemie. Andere Stimmen warnen vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft und Privilegien für Geimpfte.

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Mallorca lockert erste Corona-Auflagen, Briten buchen Flüge nach Palma – werfen sie dieses Jahr früher das Handtuch als die Deutschen?

Berlin. 
  • Spanien ist vom Robert Koch-Institut nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft
  • Auch auf der Baleareninsel Mallorca verbessert sich die Corona-Lage
  • Die mallorquinische Regierung hat erste Lockerungen angekündigt
  • Geimpfte Menschen könnten bald wieder auf die Insel reisen, ohne einen negativen Test vorlegen zu müssen
  • Britische Urlauber buchen bereits Flüge nach Palma

Auch wenn in Deutschland die Temperaturen steigen, sehnen sich viele Menschen nach einer längeren Urlaubsauszeit in der Sonne. Für Mallorca gibt es immerhin einen Hoffnungsschimmer zu Ostern.

Seit dem vergangenen Sonntag gilt Spanien nämlich laut Auswärtigem Amt (AA) nicht mehr als Hoch- sondern nur noch als Risikogebiet. Neben den Kanaren (53) wiesen die Balearen im landesweiten Vergleich mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 38 zuletzt besonders niedrige Werte auf.

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Mallorca: Corona-Lage entspannt sich langsam

Die Lage auf der beliebten Urlaubsinsel entspannte sich zuletzt deutlich. Auf Mallorca dürfen nun Restaurants, Cafés und Kneipen nach rund sieben Wochen erstmals wieder öffnen. Ab Dienstag können die Gastronomiebetriebe in ihren Außenbereichen wieder Gäste empfangen, wie die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol am Donnerstag in Palma mitteilte. Es gelten Auflagen, etwa dass nur 50 Prozent der Tische besetzt sein dürfen, mit maximal 4 Personen.

Armengol hat die Insel bei der spanischen Regierung außerdem für ein Pilotprojekt vorgeschlagen, wie verschiedene Medien berichteten. Demnach sollen für geimpfte Reisesende bei der Einreise keine negativen Tests mehr vorlegen müssen – wer geimpft ist, soll rein dürfen. Der Plan muss jedoch mit der EU abgestimmt werden. Bevor es keinen EU-Impfpass gibt, wird die Idee Armengols wohl nicht umgesetzt.

Mallorca: Briten hängen Deutsche ab

Freuen dürfte das britische Urlauber. Die stehen mit deutschen Touristen traditionell auf dem Handtuch-Kriegsfuß. Auf der Insel sind die Urlaubs- und Flugbuchungen nach einer Rede von Premierminister Boris Johnson am Montag nach oben geschossen. Gefragt waren unter anderem Flüge nach Palma.

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Weil die Briten außerdem schneller Impfen als ihre ehemaligen EU-Partner – und als Ex-Mitgliedsstaat nicht an EU-Impfausweise gebunden sind – dürften britische Magaluf-Fans die deutschen Ballermänner- und Frauen wohl abhängen und schneller das Handtuch auf die Liege werfen können. Kleiner Trost: Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, ging zuletzt davon aus, dass Auslandsreisen auch für Deutsche im Sommer wieder möglich sein werden – eine Impfung vorausgesetzt.

Osterurlaub während der Corona-Pandemie
Osterurlaub während der Corona-Pandemie

Spanien: Kein Hochrisikogebiet mehr

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ist seit Ende Januar im Zuge strenger Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit konstant rückläufig. Zuletzt fiel sie auf etwa 84 und liegt weit unter dem Grenzwert von 200 für die Einstufung als "Hochinzidenzgebiet“. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inzidenz am Freitag (26.2.) bei knapp 63.

Dennoch bleiben als "normales" Risikogebiet gewisse Beschränkungen bestehen. Bei der Einreise aus Spanien nach Deutschland muss zwar kein negativer Test mehr vorgezeigt werden, der Test muss aber 48 Stunden nach Einreise erfolgen. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, von der man sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren Test befreien kann, bleibt.

Mallorca: Keine Quarantäne bei Vorlage von PCR-Test

Andersherum ist dem aber nicht so. "Wenn man aus Deutschland nach Spanien einreist, unabhängig von der jeweiligen Staatsbürgerschaft, muss man in keine Quarantäne", teilt die spanische Botschaft in Deutschland auf Anfrage mit. Allerdings ist bei der Einreise mit dem Flugzeug die Vorlage eines negativen PCR-Tests Pflicht. Der Test darf nach den spanischen Einreisebestimmung nicht älter als 72 Stunden sein. Ausgenommen davon sind Kinder ab sechs Jahren.

Zudem muss innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise online ein Formular zur Gesundheitskontrolle ausgefüllt werden. Im Gegenzug erhält man einen QR-Code, der bei der Einreise vorgelegt werden muss. Laut AA sind Fluggesellschaften verpflichtet QR-Code und Testergebniss bereits vor der Reise zu kontrollieren. Bei Ankunft werden Reisende zudem visuell auf Corona-Symptome untersucht und die Temperatur wird gemessen.

Reisen während der Corona-Pandemie
Reisen während der Corona-Pandemie

Mallorca-Reise ist möglich – aber auch Urlaub?

Alles in allem hat eine Reise nach Mallorca ihre Hürden, sie ist aber möglich. Es bleibt die Frage, ob man wirklich Urlaub machen kann. Die gute Nachricht lautet: Hotels und andere Beherbergungsbetriebe dürfen nach den spanischen Corona-Richtlinien unter Hygiene- und Kapazitätsbeschränkungen öffnen.

Zudem dürfen Restaurants, Cafés und Kneipen ab Dienstag unter Auflagen wieder öffnen. Bereits ab Samstag wird neben anderen Vorschriften auch das Verbot aufgehoben, sich privat mit Personen aus anderen Haushalten zu treffen.

Zusammenkommen dürfen dann höchstens sechs Personen aus maximal zwei Haushalten, wie Armengol nach einem Treffen mit Vertretern von Unternehmerverbänden und Gewerkschaften erklärte. Sie warnte aber vor zu viel Nachlässigkeit. Sollten die Ansteckungszahlen wieder steigen, werde man sofort wieder zu strengeren Restriktionen greifen.

Ein Großteil der Hotels auf Mallorca ist aber aufgrund trotzdem geschlossen. Es gilt also vorher genau beim gewünschten Hotel nachzufragen.

Der ausbleibende Tourismus sorgt auf Mallorca für extreme Veränderungen. Mittlerweile sind laut einer Studie der Universität der Balearen ein Viertel aller Mallorquiner von Armut betroffen. 2020 gilt auf der Mittelmeerinsel bereits als "das Jahr der weit verbreiteten Armut". (jas mit dpa)

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