Pandemie

Corona: Wo sich die meisten deutschen Urlauber anstecken

Trotz Corona: Kreuzfahrten im Mittelmeer starten wieder

Für die von der Corona-Pandemie getroffene Kreuzfahrtbranche im Mittelmeer kann es wieder losgehen: In Norditalien stach am Sonntagabend die "MSC Grandiosa" in See - mit 2500 Passagieren an Bord.

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Eine RKI-Liste zeigt, in welchen Ländern sich die meisten Rückkehrer mit Corona infiziert haben. Wo liegen regionale Schwerpunkte?

Berlin. 
  • In manchen auch bei Deutschen Urlaubern beliebten Regionen steigen die Corona-Zahlen nach Öffnung der Grenzen wieder rasant an
  • So gibt es in den Balkan-Länder durch die Urlaubszeit einen deutlichen Anstieg der Zahlen
  • Wo ist das Risiko im Urlaub am größten? Darüber gibt das RKI Aufschluss

Seit die Deutschen wieder verreisen, steigen die Infektionszahlen rapide an. Nun zeichnet sich ab: Immer mehr Menschen stecken sich wohl im Ausland an. Fast 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich auf Reisen infiziert. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Einige Reiseziele sind dabei besonders riskant.

Eine aktuelle RKI-Liste zeigt: In diesen Ländern haben sich in den letzten vier Wochen die meisten Reise-Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert.

RKI-Liste: Hier stecken sich die meisten an

Im Kosovo haben sich in den letzten vier Wochen die meisten positiv getesteten Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert. Laut RKI beläuft sich die Zahl auf 1755. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Kosovo.

Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Altersgruppen der Infizierten fällt laut RKI auf, dass unter den Fällen mit Angabe Kosovo und Türkei eher Kinder und Personen mittleren Alters betroffen sind, was darauf schließen lässt, dass vor allem Familien in diese Gebiete gereist sind.

1. Türkei: Trotz Reisewarnung – 1134 Menschen bringen Corona mit

1134 Menschen, die in den letzten vier Wochen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sind Reise-Rückkehrer aus der Türkei. Damit ist das Land auf Platz 2 der RKI-Liste. Die Türkei gilt laut Auswärtigem Amt weiterhin als Risikoland. Lediglich für die vier türkischen Küstenprovinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla wurde die Reisewarnung aufgehoben.

Lesen Sie hier: Urlaub in der Türkei – was Urlauber vor der Reise wissen müssen

2. Kroatien: 786 infizierte Reise-Rückkehrer – RKI stuft Teile Kroatiens als Risikogebiet ein

In Kroatien haben sich in den letzten vier Wochen mindestens 786 Reise-Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert. Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat das RKI Teile des Urlaubslandes Kroatien als Risikogebiet eingestuft. Demnach gelten ab sofort die beiden südlichen Verwaltungsbezirke, die so genannten Gespanschaften Šibenik-Knin sowie Split-Dalmatien als Risikogebiet. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Auswärtige Amt auf dieser Basis auch eine Reisewarnung für dieses Gebiet des EU-Landes an der Adria erlassen dürfte. Lesen Sie hier: Das Auswärtige Amt hat Kroatien zum Corona-Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung herausgegeben.

Das Covid-19-Infektionsaufkommen war in Kroatien über mehrere Wochen niedrig, nimmt zuletzt allerdings stark zu. Regionale Schwerpunkte sind bisher die Hauptstadt und das Umland von Zagreb, Slawonien sowie die Gespanschaft Split-Dalmatien.

Mehr Informationen: Kroatien-Urlaub – Das sollten Besucher wegen Corona beachten

3. Bulgarien: 322 Urlauber infizierten sich mit dem Coronavirus

In Bulgarien haben sich zuletzt 322 Reise-Rückkehrer mit dem Virus infiziert. Das Land ist von Covid-19 inzwischen stärker betroffen als zu Beginn der Pandemie. Vor Reisen in die Gebiete Blagoewgrad, Dobritsch und Warna warnt das Auswärtige Amt. Sie gelten aufgrund hoher Infektionszahlen als Risikogebiete.

4. Bosnien und Herzegowina: 297 Rückkehrer mit Coronavirus infiziert

297 Reise-Rückkehrer haben sich in den letzten vier Wochen in Bosnien und Herzegowina infiziert. Seit dem 16. Juli ist die Einreise nach Bosnien und Herzegowina für alle Staatsangehörigen der EU-Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, wieder gestattet. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass bei Einreise ein negativer COVID-19-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Website: „Das bosnisch-herzegowinische Gesundheitssystem ist nicht ausreichend auf einen unkontrollierten Anstieg von Covid-19-Infektionen vorbereitet.“

5. Spanien: 222 Menschen steckten sich in Katalonien, Palma und Co. mit Coronavirus an

Vor Reisen nach Spanien wird derzeit aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Einzige Ausnahme sind die Kanarischen Inseln, für die keine Reisewarnung gilt. In den letzten vier Wochen haben sich 222 Reise-Rückkehrer in Spanien mit dem Coronavirus infiziert. Dabei handelt es sich laut RKI vor allem um Personen zwischen 20 und 24 Jahren betroffen, was darauf hindeute, dass es sich hauptsächlich um „Vergnügungstouristen“ handelt.

Lesen Sie dazu: Reisewarnung für fast ganz Spanien – auch Mallorca betroffen

6. Serbien: Trotz Reisewarnung – 211 Menschen bringen Corona mit nach Deutschland

Auch vor touristischen Reisen nach Serbien warnt das Auswärtige Amt weiterhin. Zuletzt hatten die Neuinfektionen in dem Land deutlich zugenommen. Im Juli demonstrierten dennoch Tausende gegen die Pandemie-Maßnahmen der serbischen Regierung. Mindestens 211 Menschen kamen in den letzten vier Wochen aus Serbien als Infizierte zurück nach Deutschland.

7. Rumänien: 193 infizierte Reise-Rückkehrer

Rumänien war von Covid-19 zunächst weniger stark betroffen, erlebt jedoch momentan landesweit eine starke Zunahme von Neuinfektionen. Daher gilt eine offizielle Reisewarnung für die Kreise Argeș, Bacău, Bihor, Brăila, Brașov, Buzău, Dâmbovița, Galați, Gorj, Ilfov, Mehedinți, Neamt, Prahova, Ialomita, Timiş, Vaslui und Vrancea sowie die Hauptstadt Bukarest. In den letzten vier Wochen haben sich nach Angaben des RKI mindestens 193 Reise-Rückkehrer in Rumänien mit dem Coronavirus infiziert.

8. Polen: Im Nachbarland haben sich 163 Menschen mit Corona infiziert

Aus Polen haben in den vergangenen vier Wochen mindestens 163 Menschen das Coronavirus mit nach Deutschland gebracht. Das Land hat seit Juni seine Grenzen zu allen EU-Nachbarn geöffnet, nur an den Grenzen zur Ukraine, zu Russland und Belarus gibt es noch Kontrollen.

Polen ist nach den veröffentlichten Zahlen von Covid-19 weniger stark betroffen, derzeit ist jedoch ein Anstieg der Zahl der Neuinfektionen zu verzeichnen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants, Geschäften und Museen. Banken, Tankstellen und Geschäfte dürfen nur mit Einweghandschuhen betreten werden, die zur Verfügung gestellt werden müssen.

Mehr Informationen: Urlaub in Polen – Nur wenig Einschränkungen wegen Corona

9. Nordmazedonien: 161 infizierte Reise-Rückkehrer aus dem Risikogebiet

Nordmazedonien ist von Covid-19 stark betroffen und weist derzeit hohe Infektionszahlen auf. Vor Einreisen in die Republik Nordmazedonien wird daher vom Auswärtigen Amt gewarnt. Das Land gilt als Risikogebiet. In den letzten vier Wochen infizierten sich mindestens 161 Reise-Rückkehrer in Nordmazedonien mit dem Coronavirus.

10. Albanien: 152 Infizierte trotz Reisewarnung

Auch vor einer Reise nach Albanien warnt das Auswärtige Amt. Dort haben sich zuletzt 152 Reise-Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert. Reisende, die sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, eine 14-tägige Quarantäne einhalten, sofern sie kein negatives Testergebnis vorweisen können.

11. Österreich: 101 Menschen infizierten sich im Nachbarland mit Coronavirus

Insgesamt ist die Corona-Lage in Deutschlands Nachbarland unter Kontrolle, zuletzt stiegen die Zahlen allerdings wieder etwas an. In den letzten vier Wochen haben sich in Österreich 101 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Alle Deutschen haben wieder freie Fahrt nach und durch Österreich. Die Behörden haben allerdings stichprobenartige Kontrollen im Grenzgebiet angekündigt.

Lesen Sie dazu: Corona in Österreich – Das müssen sie im Urlaub beachten

12. Frankreich: 90 Reise-Rückkehrer bringen Coronavirus aus Frankreich mit

Aus Frankreich haben 90 Reise-Rückkehrer das Virus mit nach Deutschland gebracht. In unserem Nachbarland steigen die Zahlen seit Wochen drastisch. Dennoch können Reisende aus Deutschland nach wie vor ohne Probleme nach Frankreich einreisen. Eine Quarantäne oder spezielle Unterlagen sind nicht notwendig.

Einzig von touristischen Reisen in die französischen Überseegebiete Französisch-Guyana, Mayotte, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna wird vom Auswärtigen Amt dringend abgeraten. Am 14. August wurden das Stadtgebiet von Paris und das Departement Bouches du Rhône in Marseille von Frankreich als Gebiete mit erhöhter Virusverbreitung eingestuft, mit der Folge, dass die dortigen Behörden ausgewählte Bereiche des öffentlichen Lebens einschränken können.

Mehr Informationen: Coronavirus in Frankreich – Das müssen Urlauber beachten

13. Italien: Nach Sommerurlaub – 79 Reise-Rückkehrer haben sich infiziert

In Italien haben sich in den letzten Wochen mindestens 79 Reise-Rückkehrer mit dem Coronavirus infiziert. Das Land war von Covid-19 besonders stark betroffen, wobei sich die Lage inzwischen verbessert hat. Regionale Schwerpunkte sind derzeit die Lombardei, gefolgt von Piemont, Emilia Romagna und Venezien.

Reisende aus der EU oder aus dem Schengenraum dürfen ohne Beschränkungen nach Italien einreisen, obwohl der Notstand noch bis zum 15. Oktober gilt. Die meisten müssen – anders als Besucher und Besucherinnen aus Nicht-EU-Ländern – nicht in Quarantäne.

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14. Malta: 72 Rückkehrer infizierten sich mit Coronavirus

Malta war von Covid-19 vergleichsweise gering betroffen. Seit Wiedereröffnung der Grenzen am 1. Juli 2020 steigt die Zahl der Infizierten allerdings derzeit wieder deutlich an. Aus dem Inselstaat brachten zuletzt mindestens 72 Reise-Rückkehrer das Virus mit nach Deutschland.

Pandemie in Deutschland: Rückkehrer könnten häufiger getestet werden als andere

685 weitere Reise-Rückkehrer infizierten sich in den letzten vier Wochen laut RKI in anderen Ländern als den oben genannten. Welchen Anteil die Reiserückkehrer am Infektionsgeschehen tatsächlich haben, ist unklar, denn das RKI gab nicht an, wie groß der Anteil der Tests von Reiserückkehrern an allen durchgeführten Tests war. Diese Angabe wäre notwendig, um zu beurteilen, wie groß der Anteil der aus dem Ausland eingeschleppten Infektionen tatsächlich ist. Es könnte beispielsweise sein, dass Rückkehrer im Schnitt häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung, weil sie zum Beispiel Tests an Flughäfen oder Autobahnraststätten machen.

(amw)