Corona

Corona-Partys auf Kanaren sorgen für Angst vor Ausbrüchen

Partys auf Mallorca in Corona-Zeiten besorgen Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt über die Partys deutscher Touristen auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca gezeigt. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl gibt."

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Auf den Kanaren feierten Touristen Partys – ohne auf Corona-Regeln zu achten. Das sorgt für Ärger. Und Angst vor neuen Ausbrüchen.

Las Palmas. 
  • Wenn Menschen auf engem Raum zusammenkommen, steigt die Gefahr von Corona-Infektionen
  • Deshalb sorgten zuletzt immer häufiger Party-Bilder aus Urlaubsländern für Aufregung
  • So soll es auf Gran Canaria und auf Teneriffa Partys gegeben haben, wie Videos zeigen
  • Politiker appellieren vor allem an junge Menschen, auf Menschenansammlungen zu verzichten und Masken zu tragen

In sozialen Medien werden vermehrt Videos von feiernden Menschen auf den Kanaren hochgeladen – ohne Maske und ohne Mindestabstand. Eines der Videos zeigt eine Party aus dem Ferienort Maspalomas auf Gran Canaria. Dicht gedrängt stehen meist junge Menschen zusammen, trinken und tanzen. Masken sind hauptsächlich bei den Bedienungen an der Bar zu erkennen.

Der Betreiber der Bar teilte nach der Veröffentlichung des Videos am vergangenen Wochenende mit, dass alle Partys abgesagt worden seien. Von nun an könnten nur noch im Vorhinein angemeldete, private Feiern stattfinden. Lesen Sie hier: Auswärtiges Amt warnt – Diese Länder sind Corona-Risikogebiete.

Teneriffa: Videos sorgen für Aufregung

Lokale Medien verbreiten vor allem zwei Videos, die eine Party auf Teneriffa zeigen sollen. Auch hier feiern junge Menschen meist ohne Masken auf engem Raum. „Es scheint, dass die DJs die einzigen sind, die eine Maske tragen“, schreibt der Urheber der Videos dazu.

Corona am Ballermann – Droht den Kanaren das gleiche Schicksal?

Droht den Urlaubern auf den Kanaren jetzt das gleiche Schicksal wie auf Mallorca? Nachdem dort die Touristen zurückgekehrt waren, verstießen sie vor allem am Ballermann und in Magaluf massiv gegen die Corona-Regelungen. Daraufhin ordnete die Regionalregierung eine Zwangsschließung der Lokale in der Schinken- und Bierstraße sowie an der Partymeile Punta Ballena an.

Soweit ist es auf den Kanaren jedoch nicht. Noch findet die Diskussion über ausufernde Corona-Partys hauptsächlich in den sozialen Netzwerken statt. „Es scheint, dass einige Menschen die Situation, in der wir uns befinden, immer noch nicht verstehen“, schrieb die kanarische Polizei am Sonntag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und erinnerte an die Maskenpflicht.

Corona-Maskenpflicht soll auch auf den Kanaren verschärft werden

Im Gegensatz zu vielen Gebieten in Spanien, wie Katalonien oder den Balearen, gilt auf den Kanaren bisher keine verschärfte Maskenpflicht. Die soll nun aber nach dem Willen der Regionalregierung kommen. Zudem sollen die Kontrollen von Massenansammlungen verschärft werden.

Bereits in der letzten Woche hatte Blas Trujillo, Gesundheitsminister der Kanaren, an die Bevölkerung appelliert, bei der Vermeidung von neuen Corona-Ausbrüchen zu helfen. Besonders jüngere Menschen nahm er dabei in die Pflicht, auch wenn er zugleich Verständnis zeigte. „Wir wissen, dass sie aus drei Monaten des Eingesperrtseins kommen und es ist normal, dass sie an Partys teilnehmen wollen.“ Lesen Sie hier: Auf Mallorca ziehen die Party-Touristen nun an die Strände von Magaluf.

Corona-Infektionen nehmen zu

Laut unseren Recherchen gab es auf den Kanaren in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 33 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Das ist der höchste Wert seit gut einem Monat. Allerdings lässt sich das auch auf eine Familienfeier zurückführen, bei der sich laut lokalen Medien elf Personen mit dem Coronavirus infiziert haben sollen. Auch interessant: Familie aus Cottbus steckt sich nach Mallorca-Urlaub mit Corona an.

Zudem bedeutet dieser Wert in Relation zur Bevölkerungsanzahl, dass nur zwei von 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tag mit dem Coronavirus infiziert haben.

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(jas)