Rettungsdienst

Tag des Notrufs 112: Feuerwehren twittern ihre Einsätze

Bundesweit twittern 50 Feuerwehren am Tag des Notrufs 112 ihre Einsätze und sorgen für ein „Twitter-Gewitter“.

Bundesweit twittern 50 Feuerwehren am Tag des Notrufs 112 ihre Einsätze und sorgen für ein „Twitter-Gewitter“.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Am 11. Februar ist Europäischer Tag des Notrufs 112. Die Feuerwehren twittern deshalb ihre Einsätze – teils dramatisch, teils lustig.

Berlin. Mit Twittermeldungen im Minutentakt informieren die deutschen Feuerwehren am Dienstag über ihre Einsätze. Damit beteiligen sie sich am sogenannten „Twitter-Gewitter“ am Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar – passend zur Notrufnummer 112.

Die Feuerwehren nutzen Twitter quasi wie eine Art Live-Ticker und gewähren so Einblicke in ihren Berufsalltag. Bundesweit beteiligen sich rund 50 Berufsfeuerwehren an der Aktion. Ein Überblick – von dramatisch bis kurios.

Berliner Feuerwehr prüft Abwasserleitung mit Nebelmaschine

In Berlin hatte die Feuerwehr am Dienstagvormittag einen Einsatz der ungewöhnlichen Art: Sie musste die Abwasserleitung eines Kreuzberger Seniorenheims prüfen – mit einer Nebelmaschine. Der Tweet geriet entsprechend launig: „Wir hinterlegen das als Hinweis in unserer Leitstelle, falls jemand anruft und meldet, dass die Kacke am Dampfen ist...“.

Auch mit den Nachwirkungen von Sturmtief Sabine haben die Feuerwehren weiterhin zu kämpfen. So musste beispielsweise die Feuerwehr München am späten Vormittag ausrücken, weil ein 20 Meter langer Baum auf ein Hausdach gestürzt war.

Beim Tag des Notrufs 112 geht es um den Arbeitsalltag der Feuerwehr

In vielen Feuerwehr-Tweets ging es aber auch um den ganz normalen Arbeitsalltag der Einsatzkräfte. Das sind oft Notarzteinsätze. So rückte die Berliner Feuerwehr zu einer Frau aus, die einen Schlaganfall erlitten hatte, ein ohnmächtiger Mensch wurde auf einem Dachboden gefunden, ein Betrunkener lag in einem U-Bahnhof, ein Mann blutete nach einer Schlägerei.

Die Feuerwehr Hannover zeigte in einem Video, wie sie mit dem Löschzug ausrückt.

Die Feuerwehr München musste am Mittag zu einer Person ausrücken, die in der Badewanne gestürzt war. Die Feuerwehr Frankfurt organisierte derweil, einen Patienten zwischen zwei Krankenhäusern zu verlegen.

Doch nicht alle Tweets waren ganz ernsthaft. So machte die Berliner Feuerwehr Witze über die Länge und Dicke von Rutschstangen.

Die Feuerwehren nutzten den Tag, um Hinweise an die Bevölkerung zu geben

Etwa solle man darauf achten, das Handy zu sperren, bevor es in die Hosentasche wandere. Anscheinend landen nicht selten sogenannte „Hosentaschenanrufe“ bei der Feuerwehr.

Die Berliner Feuerwehr weist in einem Tweet darauf hin, wofür nicht sie – sondern möglicherweise der Pizzabote – zuständig ist.

Wann soll die Notrufnummer 112 angerufen werden?

Wenn die 112 gewählt wird, landen die Anrufer in den jeweiligen Leitstellen der Landkreise. Im Durchschnitt dauert es rund zehn Minuten, bis Hilfe kommt. Gewählt werden sollte die 112 nur in Notfällen – bei einem Feuer, einem Unfall oder einem medizinischen Notfall. Doch dies ist nicht immer eindeutig zu entscheiden.

Experten raten daher, im Zweifelsfall besser einmal zu viel anzurufen. Jedem sollte aber klar sein, dass sein Anruf die Notrufnummer blockiert und diese somit für andere nicht erreichbar ist.

Wer am Wochenende einfach nur einen Arzt braucht, der sollte den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117 anrufen. Wer den Notruf grundlos wählt oder einen Notfall vortäuscht, dem drohen Geldstrafen oder sogar bis zu ein Jahr Gefängnis.

Auch in der Vergangenheit wurden die Feuerwehren schon zu ungewöhnlichen Einsätzen gerufen. So mussten Dresdner Einsatzkräfte ausrücken, weil ein Penisring zu fest saß. Doch manche Einsätze sind für Einsatzkräfte gefährlich. So klagt ein Ex-Feuerwehrmann: Auf der Autobahn ist die Hölle los. (bef)