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Android-Nutzer können Links bald im WhatsApp-Browser öffnen

WhatsApp plant für seine Android-Nutzer einen In-App-Browser.

WhatsApp plant für seine Android-Nutzer einen In-App-Browser.

Foto: Martin Gerten / dpa

Messenger plant einen In-App-Browser, in dem Links bald ohne Umweg über Chrome oder Safari geöffnet werden können.

Berlin. Täglich schicken deutsche WhatsApp-Nutzer tausende Links an ihre Kontakte. Hand aufs Herz: Wie viele Links haben Sie nicht geöffnet, weil es zu lange dauert? Aktuell ist es so, dass sich Links im externen Browser (zum Beispiel Chrome oder Safari) öffnen. Wie das auf WhatsApp spezialisierte Portal WABetaInfo berichtet, plant der Messenger für Android-Geräte eine andere Lösung.

Demnach soll der Messenger, der seit 2014 zu Facebook gehört, einen eingebauten In-App-Browser zum Anzeigen von Internetseiten bekommen. WABetaInfo will in einer Beta-Version entsprechende Hinweise gefunden haben. Der neue Browser soll auch einen Safe-Browsing-Modus haben, der seine Benutzer vor unsicheren Internetseiten warnt.

WhatsApp bekommt Internetbrowser – angeblich soll der Verlauf sicher sein

Voraussetzung dafür sei mindestens Androidversion 4.1 oder höher. Wie die Autoren schreiben, müssten WhatsApp-Nutzer keine Sorge haben, dass der Messenger oder Mutterkonzern Facebook den Verlauf der besuchten Seiten mitliest. Der In-App-Browser nutze eine Android-Schnittstelle, so dass er vom Betriebssystem gesteuert wird.

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WhatsApp hatte bereits in der Vergangenheit erreicht, dass seine Nutzer das Chatfenster nicht mehr verlassen müssen. So ist es zum Beispiel möglich, Youtube-Videos direkt in der Konversation anzuschauen.

WhatsApp und Facebook: Personalwechsel und Kritik am Datenschutz

In der vergangenen Woche gab es bei Facebook mehrere Abgänge von Zuckerberg-Vertrauten. Das betrifft auch die Führung von WhatsApp. Neuer Chef von WhatsApp wird Will Cathcart, der zuletzt für die Facebook-App verantwortlich war. Bei dem für rund 22 Milliarden Dollar zugekauften Chatdienst waren die Gründer Brian Acton und Jan Koum 2017 und 2018 gegangen. Laut Medienberichten hatten sie sich damals gegen eine Aufweichung der Verschlüsselung in der App gestemmt, auf die von Facebook-Seite hingearbeitet worden war.

Facebook-Chef Zuckerberg hatte angekündigt, den Datenschutz der Messengerdienste verbessern zu wollen . Der Datenschutz, den WhatsApp anwendet, ist unter Fachleuten umstritten. WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern, der jüngst erst vom Kartellamt dazu verdonnert wurde, seine Datensammelwut einzuschränken . Facebook fiel zuletzt immer wieder negativ in puncto Datenschutz auf. Unter anderem zahlte Facebook Geld an Teenager, um an ihre Daten zu kommen.

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Kritisch wird vor allem gesehen, dass bei WhatsApp Adressbuchdaten aus dem Smartphone auf Server in den USA übertragen werden. Datenschützer argumentieren, dass für einen solchen Vorgang Nutzer aktiv ihre Zustimmung geben müssten. Zugleich kann man WhatsApp beim Datenschutz aber auch etwas Gutes abgewinnen: So sind die Chats Ende-zu-Ende verschlüsselt.

WhatsApp ist eine der beliebtesten Apps weltweit. Allein für Android-Geräte wurde der Messenger von 85 Millionen Nutzern heruntergeladen.