Patientenmörder

Oldenburger Klinik-Chef sagt im Prozess um Niels Högel aus

Das sind die schlimmsten Serienmörder Deutschlands

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Im Fall des Patientenmörders Niels Högel ist auch die Klinikleitung in die Kritik geraten. Nun sagt der Geschäftsführer im Prozess aus.

Oldenburg.  Diese Anhörungen vor dem Landgericht im Fall Niels Högel werden mit Spannung erwartet: Im Prozess gegen den Patientenmörder sollen am Mittwoch Verwaltungsangestellte und damalige Mitarbeiter der Kliniken Oldenburg und Delmenhorst als Zeugen aussagen.

Vor allem die Anhörung des Oldenburger Klinik-Geschäftsführers Dirk Tenzer dürfte dabei interessant werden.

Ein ehemaliger Krankenpfleger hatte vergangene Woche der Klinikleitung vorgeworfen, sie habe Zeugen unter Druck gesetzt. Das Krankenhaus habe ihm einen Anwalt zur Seite stellen wollen, um seine Aussagen zu kontrollieren. Tenzer hatte dies auf Anfrage bestritten.

Ex-Kollegen berufen sich auf Erinnerungslücken

An den vergangenen beiden Prozesstagen hatten sich mehrere ehemaligen Kollegen des Krankenpflegers auf Erinnerungslücken berufen und nur wenige konkrete Angaben gemacht.

Der Vorsitzende Richter, die Oberstaatsanwältin und Vertreter der Nebenkläger hatten ihren Unmut über dieses Verhalten zum Ausdruck gebracht. Für die Anhörung von zwei früheren Freundinnen des Angeklagten hatte der Richter die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft hat den Ex-Krankenpfleger Högel wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg angeklagt. Er beging damit vermutlich die größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Opfer mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt zu haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den Mann bereits zu lebenslanger Haft verurteilt. (les/dpa)