Gewitter

Video: Tornado in Viersen – Aufräumarbeiten gehen weiter

In vielen Teilen Deutschlands hat es am Mittwoch starke Gewitter gegeben. In Viersen wurden zwei Menschen durch einen Tornado verletzt.

Viersen.  Ein Tornado hat am Mittwoch den Westen Deutschlands getroffen. Im Kreis Viersen berichteten Augenzeugen über einen Tornado und starke Hagelfälle. In sozialen Netzwerken wurden außergewöhnliche Bilder des Unwetters geteilt. (Lesen Sie hier, was man über die Tornado-Gefahr in Deutschland wissen muss .)

Eines der eindrucksvollsten Videos stammt aus Dülken, einem Stadtteil von Viersen. Der Facebook-Nutzer Fabian Hallenga postete ein Video (siehe oben), dass die Windhose aus einiger Entfernung zeigt. Das Video wurde tausendfach geteilt.

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, wurden im Kreis Viersen mindestens 50 Häuser durch den Hagel beschädigt. Eine Person sei bei dem Unwetter schwer verletzt worden, als ein Baum auf ein Autodach stürzte. Keller wurden überflutet. In Nettetal sei ein Feuerwehrmann im Einsatz durch einen Stromschlag verletzt worden.

Tornado richtet Schäden an

Die Feuerwehr sei mit allen Kräften im Einsatz, wie ein Sprecher der "WAZ" sagte. Die Einsatzkräfte unterbrachen die Aufräumarbeiten am Abend jedoch wegen der Dunkelheit. Mittlerweile haben die Aufräumarbeiten begonnen.

Tornado richtet im Landkreis Viersen schwere Verwüstungen an

Wie groß der Schaden ist, konnte bisher nicht festgestellt werden.
Tornado richtet im Landkreis Viersen schwere Verwüstungen an

Dachdecker rückten an, um beschädigte Dächer zunächst provisorisch mit Folie abzudecken, wie eine dpa-Reporterin aus dem besonders betroffenen Stadtteil Viersen-Boisheim berichtete. Ein Stadtsprecher sagte: "Da gibt es viel zu tun - vor allem für die Dachdecker." Keines der Häuser sei einsturzgefährdet, alle Menschen hätten zu Hause übernachten können.

Am Donnerstagmorgen räumten städtische Mitarbeiter in Boisheim die Straßen frei. "Wir gehen davon aus, dass die Aufräumarbeiten relativ schnell abgeschlossen sein werden", sagte der Stadtsprecher. Es handele sich nach ersten Erkenntnisse um oberflächliche Schäden. Die Schadenshöhe sei aber noch unklar.

Auf den Straßen hielten sich die Schäden in Grenzen. Auf der Autobahn 61 rolle der Verkehr, es gebe keine Sperrungen mehr, erklärte die Polizei. Demnach sind lediglich drei Ortsstraßen noch nicht wieder befahrbar. Noch am späten Mittwochabend sei die Bahnstrecke von Mönchengladbach ins niederländische Venlo wieder freigegeben worden, erklärte die Deutsche Bahn.

Deutscher Wetterdienst bestätigt Tornado

Gegen 18 Uhr sei der Wirbelsturm über die Ortschaften Viersen-Boisheim, Nettetal-Schaag, Schwalmtal-Dilkrath, Schwalmtal und teilweise über Niederkrüchten gezogen, berichtete die Kreisverwaltung auf ihrer Facebookseite am Mittwochabend. "In Viersen-Boisheim sind Häuser so stark beschädigt, dass sie vorübergehend unbewohnbar sind", teilte der Kreis mit.

Die Bahnlinie Mönchengladach-Venlo musste laut Polizei gesperrt werden. Auch mehrere Straßen blieben zunächst gesperrt, weil umgeknickte Bäume den Weg blockierten. Das Unwetter hat sich nach ersten Polizeiangaben innerhalb von etwa 10 bis 15 Minuten abgespielt.

Sturmschäden: So holt man sich sein Geld zurück

Ein Sturm kann schnell große Schäden am eigenen Haus anrichten. Zum Glück gibt es Versicherungen, die dafür aufkommen. Diese fünf Regeln sollte man beachten, damit die Schäden auch bezahlt werden.
Sturmschäden: So holt man sich sein Geld zurück

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Abend eine Unwetterwarnung der Stufe 3 für Nordrhein-Westfalen herausgegeben. Der DWD rechnete mit Niederschlägen von bis zu 25 Litern pro Quadratmeter. Gegenüber "RP Online" bestätigte ein Mitarbeiter des DWD auch, dass es sich bei der Windhose im Kreis Viersen offiziell um einen Tornado gehandelt habe.

In Backnang wurde ein Wirbel gesichtet

"Ein sehr eindrucksvoller Tornado zog über den Landkreis Viersen im Westen von NRW hinweg, er richtete hier einige Schäden an", teilte der Wetterunternehmer Jörg Kachelmann auf seiner Internetseite mit. In Deutschland seien in diesem Jahr bisher mindestens sechs Tornados beobachtet worden, schreibt Kachelmann weiter.

Doch nicht nur im Westen Deutschlands wurden starke Gewitter gemeldet. Auch im Süden des Landes berichteten Augenzeugen in sozialen Netzwerken von Hagel und Wirbelstürmen.

Ein Video auf Facebook lässt den Schluss zu, dass es auch in Backnang nahe Stuttgart einen Tornado gegeben haben könnte. Die Windhose sei laut Augenzeugen am frühen Nachmittag zu sehen gewesen. Ob dieser Sturm allerdings auch als Tornado eingestuft werden kann, blieb zunächst unklar.

Laut dem Wetterunternehmer Jörg Kachelmann sind in diesem Jahr bisher mindestens sechs Tornados beobachtet worden. (ac/bekö/dpa)

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.