Gesundheit

15 Jahre altes Tattoo sorgt für Tumor-Verdacht bei Patientin

Lesedauer: 2 Minuten
Die Frau hatte ein großes Tattoo auf dem Rücken (Symbolfoto).

Die Frau hatte ein großes Tattoo auf dem Rücken (Symbolfoto).

Foto: imago stock&people

Als Mediziner die Lymphknoten einer Patientin sehen, denken sie sofort an Lymphdrüsenkrebs. Nach einer Untersuchung sind sie erstaunt.

Sydney.  Als eine 30-jährige Australierin mit einem dicken Knoten am Arm zum Arzt geht, machen die Mediziner ihr wenig Hoffnung. Sie haben den großen Verdacht, dass es sich um Lymphdrüsenkrebs handelt. Auch an anderen Stellen, in ihrer Brust und an ihrer Lunge, hatte die Frau vergrößerte Lymphknoten, wie das Fachmagazin „Annals of Internal Medicine“ zunächst berichtete.

Weil die Patientin weiter keine anderen Symptome wie die einer Infektion oder zeigte, schien sich der Anfangsverdacht der Mediziner zu bestätigen. Denn sind Lymphknoten ohne erkennbare Ursache dauerhaft geschwollen, deutet dies meist auf eine ernsthaftere Erkrankung hin. „Zu 99 Prozent ist es ein Lymphom“, sagt Christian Bryant, einer der behandelnden Ärzte zu CNN.

Tattoo löste Immunreaktion aus

Als die Mediziner der Frau den Knoten entfernt hatten, waren sie überrascht: Statt Krebszellen war der Knoten voller Tattoo-Farbe. Die Frau hatte seit 15 Jahren zwei Tattoos, eines, das ihren ganzen Rücken bedeckte, und ein kleineres an der Schulter. Die Ärzte gehen laut CNN davon aus, dass die Immunzellen der Haut auf die Farbe reagierten.

„Die Haut hat ihre eigenen Immunzellen, die die Haut ständig überwachen“, sagte Bill Stebbins, ein weiterer Arzt zum Sender. Eine der Zellen habe die Farbpigmentierung zerstören wollen, in dem sie sie über Jahre vom Tattoo zum Lymphknoten transportiert habe. „Die Farbpigmente sind zu groß für die Zelle, um sie essen und zu verdauen.“

Tätowierungen machen selten Probleme

Warum die Immunreaktion so spät ausfiel, bleibt auch für die Mediziner ein Rätsel. Der Patientin zufolge hatte sie bis auf einen gelegentlichen Juckreiz nichts gespürt. Zwar seien dem behandelnden Arzt Bryant Fälle bekannt, in denen Lymphknoten die Farbpigmentierung hatten und auch durch die Tätowierung geschwollen waren. Aber so ausgeprägt, dass sie das Krankheitsbild eines Lymphoms erfüllen, seien sie nicht gewesen.

Laut dem Mediziner ist unklar, einzuschätzen, wie oft ein derartig durch ein Tattoo geschwollener Lymphknoten vorkommt. „Die meisten Menschen, die tätowiert sind, haben absolut keine Probleme“, sagte er zu CNN. (bekö)