Naturkatastrophe

So erlebten Augenzeugen das schwere Erdbeben in Italien

Anwohner und Helfer in Amatrice: Viele Häuser hat das Beben zerstört.

Anwohner und Helfer in Amatrice: Viele Häuser hat das Beben zerstört.

Foto: Massimo Percossi / dpa

Das Beben hat viele Menschen das Leben gekostet. Häuser sind zerstört, Helfer suchen Vermisste. Augenzeugen sprechen von einem Albtraum.

Amatrice.  Die Situation in den von dem Beben betroffenen italienischen Ortschaften ist noch unübersichtlich. Hilfskräfte versuchen verzweifelt, Menschen aus den Trümmern zu bergen. Wie erleben Augenzeugen den Ausnahmezustand? Hier einige Augenzeugenberichte aus italienischen Medien:

Der Bürgermeister der Ortschaft Accumoli, Stefano Petrucci:

Petrucci sagt dem TV-Sender Rai: „Viele Gebäude sind eingestürzt, es liegen Menschen unter den Trümmern. Eine ganze Familie, Eltern und zwei kleine Kinder, ist unter ihrem eingestürzten Haus begraben. Wir kommen nicht an sie heran. Wir haben keine Maschinen. Wir haben keinen Strom. Wir sind hilflos. Die Feuerwehr ist noch nicht hier, das ist ein Skandal. Straßen sind beschädigt, wir können nicht weg. Die Situation ist dramatisch.“

Ein Einwohner von Amatrice, der sich retten konnte:

Die Zeitung „La Repubblica“ zitiert den Mann, der in Amatrice als Müllmann arbeitet: „Wie durch ein Wunder ist mir nichts passiert. Ich hatte gerade mein Haus verlassen, um zur Arbeit zu gehen. In dem Moment stürzte alles ein. Zehn Sekunden haben ausgereicht, um alles zu zerstören.“ Sein Haus im historischen Zentrum der total zerstörten Stadt steht jetzt nicht mehr. „Ich erinnere mich an das Erdbeben von L’Aquila, damals dauerten die Erdstöße länger, hier ist alles in einem Moment geschehen.“

Ein Einwohner von Configno, ein Dorf bei Amatrice:

Der Mann schilderte gegenüber „La Repubblica“: „Es war ein Albtraum. Wir sind um 3.35 Uhr aufgewacht, Möbel stürzten um, die Wände bewegten sich. Wir haben es geschafft, in Panik aus dem Haus zu flüchten, Nachbarn standen in Unterwäsche und Schlafanzug auf der Straße. Wir haben auf der Piazza ein Feuer angezündet und sind dann wieder los, um den Alten aus ihren Häusern zu helfen. Ich versuche die ganze Zeit meine Mutter zu erreichen, sie ist in Nommisci, ein Ort in der Nähe. Aber das Handy funktioniert nicht.“ (W.B./les)