Ticker zu Flug 4U 9525

Airlines ändern Cockpit-Regeln – Wohnsitze durchsucht

| Lesedauer: 41 Minuten

Erschreckende Erkenntnisse: Pilot musste auf Toilette, Andreas L. ließ ihn vorsätzlich nicht mehr ins Cockpit und leitete Sinkflug ein.

Paris/Düsseldorf/Seyne-les-Alpes/Hamburg. Dramatische neue Erkenntnisse zum Unglücksflug 4U 9525: Der Co-Pilot des in den französischen Alpen abgestürzten Germanwings-Airbus hat das Flugzeug nach Einschätzung der Justiz vermutlich absichtlich abstürzen lassen. Der Co-Pilot Andreas L. - zu dem Zeitpunkt allein im Cockpit - habe den Sinkflug der Maschine bewusst eingeleitet, sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Donnerstag am Flughafen Marignane. Es habe wohl einen "Willen" gegeben, das Flugzeug zu "zerstören". Lufthansa-Chef Carsten Spohr ist erschüttert über die neusten Erkenntnisse und hätte sich eine derartige Tragödie in seinen "schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können". Die ersten Airlines erlassen neue Cockpit-Regeln.

Abendblatt.de hält Sie über Unglücksflug 4U 9525 von Barcelona nach Düsseldorf auf dem Laufenden:

Angehörige verlassen Gegend der Absturzstelle

22.19 Uhr: Die Angehörigen der Opfer haben die Gegend um die Unglücksstelle mehrheitlich wieder verlassen, teilte ein Sprecher des französischen Innenministeriums mit.

Durchsuchung der Wohnung des Co-Piloten beendet

21.28 Uhr: Die Polizei hat die Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung des Co-Piloten beendet. Die Aktion dauerte etwa vier Stunden. Dann verließen Beamte mit Umzugkartons das Haus am Düsseldorfer Stadtrand, in dem der 27-Jährige wohnte.

Gedenkgottesdienst für Absturzopfer

21.05 Uhr: In Düsseldorf wird am morgigen Freitag ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Opfer gefeiert. Den Gottesdienst in der St.-Lambertus-Kirche gestalten die evangelische Superintendentin Henrike Tetz und der katholische Stadtdechant Rolf Steinhäuser mit Flughafen- und Notfallseelsorgern.

Größte deutsche Airlines ändern Cockpit-Regeln

20.39 Uhr: Nun wollen auch die größten deutschen Fluggesellschaften die Zwei-Personen-Regel im Cockpit einführen. "Künftig soll sich kein Pilot mehr allein im Cockpit aufhalten dürfen", sagte Matthias von Randow, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Debatte über dritten Piloten entfacht

20.26 Uhr: Angesichts des Germanwings-Absturzes empfehlen Experten, einen dritten Piloten im Cockpit mitfliegen zu lassen. Ein Pilot sollte niemals allein in der Kanzel sein, sagte James Hall, der frühere Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde. Er verwies darauf, dass alle Flugzeuge ohnehin einen zusätzlichen Sitz für einen dritten Piloten hätten.

Ein vermeintlich völlig normaler junger Mann

19.59 Uhr: Wer war Co-Pilot, der den Germanwings-Airbus offenbar bewusst zum Absturz brachte? Lesen Sie HIER Hintergründe über die Person Andreas L.

Weitere Airlines wollen Doppelbesetzung im Cockpit

18.54 Uhr: Auch Air Berlin, Lufthansa -Partner Air Canada, Icelandair und easyJet erlassen neue Regeln für die Besetzung des Cockpits. Zu jeder Zeit eines Fluges müssten zwei Personen anwesend sein, teilen die Gesellschaften unabhängig voneinander mit. Auch Norwegian Air Shuttle hatte diese Maßnahme bereits erlassen.

Depression und Burnout bei Co-Pilot?

18.41 Uhr: Co-Pilot Andreas L. soll in seiner Ausbildungszeit psychische Probleme gehabt haben. Die Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zitierte am Donnerstag die Mutter einer Klassenkameradin, der sich der 28-Jährige vor ein paar Jahren anvertraut haben soll. "Offenbar hatte er ein Burnout, eine Depression", zitierte faz.net die namentlich nicht genannte Frau. Den Angaben zufolge soll L. wegen dieser psychischen Probleme vor sechs Jahren seine Ausbildung zum Piloten unterbrochen haben.

Hausdurchsuchungen sollen Aufschluss geben

18.28 Uhr: Ermittler haben die Wohnungen des Co-Piloten durchsucht. Sie betraten ein Haus am Düsseldorfer Stadtrand, in dem der 27-Jährige wohnte. Grundlage ist ein Ersuchen der französischen Justiz. Auch im Elternhaus des Piloten im rheinland-pfälzischen Montabaur im Westerwald wurden Polizisten vorstellig. Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, dienen die Durchsuchungen insbesondere dem Auffinden persönlicher Unterlagen des Mannes, "um Anhaltspunkte für einen denkbaren Tathintergrund zu gewinnen". Die Auswertung möglicher Beweismittel werde "einige Zeit in Anspruch nehmen". Zu Gerüchten, dass ein Abschiedsbrief gefunden wurde, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück: "Das kann ich nicht bestätigen. Darüber hinaus gibt es heute nichts. Die Durchsuchungen laufen noch."

Cockpit zweifelt an Selbstmord-Theorie

18.11 Uhr: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat davor gewarnt, den Absturz der Germanwings-Maschine bereits als Selbstmord des Co-Piloten einzustufen. Bei den neuen Erkenntnissen der Ermittler handele es sich um "einen ersten Zwischenbericht", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg dem Handelsblatt. Viele Fragen seien noch offen.

Bezirksregierung: Co-Pilot war erst 27 Jahre alt

17.58 Uhr: Der Co-Pilot des verunglückten Germanwings-Flugzeugs war erst 27 Jahre alt. Die Düsseldorfer Bezirksregierung hat frühere Angaben korrigiert, wonach der unter dem Namen Andreas L. bekannt gewordene Mann 28 Jahre alt gewesen sein soll.

Hinterbliebene gedenken Opfern nahe Absturzstelle

17.14 Uhr: Angehörige der Opfer des Flugzeugabsturzes sind am Donnerstag mit sieben Bussen in der kleinen Ortschaft Le Vernet eingetroffen. Dort gedachten sie in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle ihrer toten Kinder, Eltern und Geschwister. Sie wurden von örtlichen Helfern und Vertretern der Behörden begrüßt und auf einen Platz geleitet, wo sie einen direkten Blick auf den Tête de l’Estrop hatten. Am Rande der kleinen Zeremonie hielten Polizisten die Fahnen der Länder, aus denen die Passagiere kamen.

Co-Pilot von der Luftaufsicht mehrfach überprüft

17.03 Uhr: Bei den routinemäßigen Sicherheitsüberprüfungen des Germanwings-Co-Piloten Andreas L. hat die Luftaufsicht keine Auffälligkeiten festgestellt. Das teilte die Düsseldorfer Bezirksregierung mit. Zuletzt sei dem 27-Jährigen Ende Januar bescheinigt worden, dass keine strafrechtlichen oder extremistischen Sachverhalte gegen ihn vorliegen.

Auswärtiges Amt: 75 statt 72 Deutsche unter Absturzopfern

16.52 Uhr: Nach neuesten Informationen des Auswärtigen Amtes sind 75 Deutsche unter den Todesopfern. Bislang war man von mindestens 72 getöteten Bundesbürgern ausgegangen. Insgesamt starben 150 Menschen.

Merkel: Schier unfassbare Tragödie

16.43 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Germanwings-Absturz als Tragödie von schier unfassbarer Dimension verurteilt. „So etwas geht über jedes Vorstellungsvermögen hinaus“, sagte Merkel.

Ermittler bereiten Hausdurchsuchungen vor

16.37 Uhr: Ermittler haben die Durchsuchung der beiden Wohnsitze des Co-Piloten vorbereitet. Sowohl vor seinem Elternhaus in Montabaur im Westerwald als auch vor seiner Wohnung am Stadtrand von Düsseldorf war am Donnerstag die Polizei aufgezogen. In das Haus im rheinland-pfälzischen Montabaur gingen mehrere Ermittler hinein. Einer hatte einen Karton dabei. Allerdings suchte die Polizei auch generell die Wohnsitze von getöteten Passagieren und Besatzungsmitgliedern auf, um DNA-Material für die Identifizierung sicherzustellen.

Schweigeminute beim Echo

16.29 Uhr: Auch die Echo-Gala will am Donnerstagabend ein Zeichen der Trauer für die Opfer der Flugkatastrophe in den französischen Alpen setzen. Zur Verleihung des deutschen Musikpreises sollen die Gäste in den Berliner Messehallen eine Schweigeminute einlegen. Zum großen Feiern werde wohl den wenigsten zumute sein, sagte Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, im ARD-Morgenmagazin. „Die Stimmung ist professionell, aber gedämpft.“

FBI bietet europäischen Ermittlern Hilfe an

16.18 Uhr: Die US-Bundespolizei FBI hat den europäischen Behörden Hilfe bei Ermittlungen zum Germanwings-Absturz abgeboten. „Wir sind bereit, jede Anfrage nach Informationen und Unterstützung zu erfüllen, während wir mit Partnernationen zusammenarbeiten, deren Bürger von dieser Tragödie betroffen sind“, teilte das FBI mit. Zuvor hatte der TV-Sender CNN berichtet, dass Frankreich formell das FBI um Hilfe gebeten habe. Bei dem Flugzeugabsturz waren auch drei US-Staatsbürger ums Leben gekommen.

Norwegian ändert Cockpit-Regeln

16.06 Uhr: Die Fluggesellschaft Norwegian will keine Piloten mehr allein im Cockpit erlauben. „Ab sofort müssen immer zwei Leute im Cockpit sein“, sagte eine Sprecherin der norwegischen Fluglinie. „Das bedeutet, dass wenn einer der Piloten das Cockpit verlässt, etwa um auf Toilette zu gehen, eines der Crewmitglieder ins Cockpit gehen muss.“

Evangelische Kirche betreut Familie des Co-Piloten

15.58 Uhr: Der 27 Jahre alte Co-Pilot stammte aus Montabaur im Westerwald. Die evangelische Kirche betreue die Familie, sagte der stellvertetende Dekan des Dekanats Selters, Wilfried Steinke. Die Eltern seien inzwischen wie die meisten Angehörigen der 150 Todesopfer nach Südfrankreich gereist, hieß es. Das Haus der Familie in Montabaur werde von der Polizei geschützt.

Weitere Bergung könnte noch bis zu 15 Tage dauern

15.45 Uhr: Die weitere Bergung der Leichen am Unglücksort in den französischen Alpen könnte nach Angaben der Gendarmerie noch 10 oder 15 Tage dauern, wie ein Sprecher in Seyne-les-Alpes mitteilte. Die bisher geborgenen Leichen würden in einem in der Nähe provisorisch eingerichteten Labor auf ihre Identität untersucht. Mehr als 30 DNA-Spezialisten und Rechtsmediziner arbeiten an der Identifizierung.

Co-Pilot absolvierte Ausbildung in Bremen

15.32 Uhr: Der Co-Pilot ist als Absolvent der Verkehrsflieger-Schule der Lufthansa in Bremen zum Kölner Unternehmen gekommen. Die Bremer Schule gibt es seit 1956. Sie gehört nach eigenen Angaben zum Unternehmen Lufthansa Flight Training mit insgesamt acht Standorten. Die Ausbildung zum Flugkapitän dauert 29 bis 33 Monate. Nach den ersten sechs Monaten Theorie geht es für vier Monate nach Phoenix in Arizona zum ersten Fliegen mit einmotorigen Maschinen. Nach der Rückkehr nach Bremen wird am Flugsimulator geübt, später fliegen die Flugschüler mit einer Cessna Citation. Der Abschluss mit einer Musterschulung auf einen bestimmten Flugzeugtyp ist in Frankfurt. Flugkapitäne werden in Bremen nicht nur für die Lufthansa, sondern für verschiedene Airlines ausgebildet.

Ende der Pressekonferenz

15.13 Uhr: Die Pressekonferenz von Lufthansa und Germanwings in Köln-Bonn ist beendet.

Angehörige haben vom Unglück nicht aus den Medien erfahren

15.09 Uhr: Spohr zur Frage nach Information der Angehörigen: "Sie befinden sich seit dem Zeitpunkt des Unfalls in Betreuung.“ Und: „Wir haben dafür gesorgt, dass sie es nicht aus dem Medien erfahren.“

Spohr schließt amerikanische Regelung für sich aus

15.06 Uhr: “In Amerika ist es so, dass, wenn ein Pilot das Cockpit verlässt, ein anderes Crewmitglied ins Cockpit muss. Bei uns ist das nicht so“, so Spohr. Er sehe nicht die Notwendigkeit, das zu ändern. Es handle sich hier um einen Einzelfall.

Ändert Lufthansa jetzt Ausbildungs-Schwerpunkt?

15.02 Uhr: „Wir werden uns hinsitzen und sehen: Was können wir besser machen bei der Ausbildung?“, sagte Spohr. Das Unglück könne jedoch nicht sein Vertrauen in seine Piloten erschüttern. „Alle unsere Piloten bekommen psychologische Hilfe, wenn sie diese Hilfe möchten“, sagte der Chef-Pilot von Germanwings, Stefan-Kenan Scheib.

Spohr findet das Wort Suizid noch untertrieben

14.59 Uhr: Auf Fragen, ob es sich um einen Selbstmord des Co-Piloten gehandelt habe, sagte Spohr: „Dazu kann ich nicht mehr sagen, als der französische Staatsanwalt heute gesagt hat. Wir müssen davon ausgehen, dass das Flugzeug willentlich gesteuert wurde. Ich bin kein Jurist, aber wenn ein Mensch 150 weitere Menschen mit in den Tod reißt, ist das für mich ein anderes Wort als Selbstmord."

Auch Spohr schließt Terror-Motiv aus

14.57 Uhr: „Ich kann mich nur dem Bundesinnenminister (Thomas de Maizière) anschließen, es gibt keinerlei Anzeichen für ein terroristisches Motiv", so Spohr.

Warum verließ der Pilot das Cockpit?

14.55 Uhr: Spohr auf die Frage nach dem Verlassen des Cockpits durch den Piloten: Es gebe Prozedere, die eingehalten wurden. „Der Pilot hat vorbildlich gehandelt, er hat das Cockpit verlassen, als die Reiseflughöhe erreicht war.“

Fliegen sei dennoch die sicherste Art des Transports

14.53 Uhr: Trotz des tragischen Absturzes seien Flugzeuge nach wie vor die sichersten Verkehrsmittel. „Fliegen ist die sicherste Art des Transportes. Und sie ist in den vergangenen Jahren weiter sicherer geworden“, betonte Spohr. Vielleicht seien die Gefühle etwas anders geworden. „Aber der professionelle Fokus bleibt weiter hoch“, sagte der Lufthansa-Chef. Entsprechende Statistiken bestätigen diese These.

Es gab keine Anhaltspunkte für einen Suizid

14.51 Uhr: Spohr versichert, dass es einmal pro Jahr Untersuchungen gebe. Explizite psychologische Tests gebe es nach der Ausbildung nicht mehr. Dennoch gab es "keinerlei Anhaltspunkte" für eine derartige Tragödie. „Es gibt ein viele Jahrzehnte erprobtes Auswahlverfahren, dem auch eine psychologische Auswahl obliegt.“

Warum kam der Pilot nicht ins Cockpit?

14.48 Uhr: Spohr zur verschlossenen Cockpit-Tür: Für den Fall der Bewusstlosigkeit gebe es einen eigenen Code und dann ein Klingelzeichen. Wenn dann auch keine Antwort komme, gehe die Tür auf. Der Kollege im Cockpit könne dies durch Umstellen des Schalters auf Lock verhindern. Dann seit die Tür für fünf Minuten verschlossen.

Derartige Tragödien seien nicht auszuschließen

14.45 Uhr: Egal wie hoch das Thema Sicherheit hänge - und die Lufthansa habe wirklich hohe Standards - könne man solche Einzelereignisse nicht ausschließen. „Es galt immer die Regel, Safety ist Nummer Eins, und dass das gerade uns passiert, tut uns sehr, sehr leid.“

„Furchtbarstes Ereignis der Unternehmensgeschichte“

14.42 Uhr: Spohr spricht vom „furchtbarsten Ereignis in unserer Unternehmensgeschichte“. "Wir sind aber auch Profis und wollen nun das Augenmerk darauf legen, den Fall zu klären", so der Lufthansa-Chef.

Nach wie vor sind viele Fragen unbeantwortet

14.39 Uhr: "Wir stehen vor einem riesigen Rätsel und sind traurig dabei. Es wird sicherlich eine Weile dauern, um das alles zu verstehen. Wir haben keinerlei Erkenntnisse, was den Piloten zu dem Absturz veranlasst haben könnte", sagt Spohr.

Lufthansa-Chef hat Vertrauen in seine Piloten

14.36 Uhr: "Unsere Piloten sind und bleiben die besten der Welt. Wir haben trotz der Tragödie weiterhin Vertrauen in sie. Bei dem Absturz handelt es sich um einen unglaublich tragischen Einzelfall", so Spohr.

Details über den Co-Piloten werden bekannt

14.34 Uhr: Es habe in der Ausbildung des Co-Piloten eine mehrmonatige Unterbrechung gegeben, die allerdings nicht unüblich im Unternehmen sei. „Er war 100 Prozent flugtauglich. Ohne jede Auffälligkeit.“

Pressekonferenz von Germanwings hat begonnen

14.32 Uhr: „Das macht uns fassungslos, wir sind erschüttert“, sagte Lufthansa-Chef Spohr. „Nicht in unseren schlimmsten Alpträumen hatten wir uns das verstellen können.“ Lufthansa wähle das Personal sehr sorgfältig aus: „Das ist Teil unserer DNA.“

Spanische Regierung bestürzt

14.05 Uhr: Die spanische Regierung hat mit Bestürzung auf die Enthüllungen der französischen Ermittler reagiert. „Ich bin erschüttert“, schrieb Ministerpräsident Mariano Rajoy auf Twitter. „Erneut eine innige Umarmung für die Angehörigen der Opfer.“ Innenminister Jorge Fernández Díaz sagte: „Wir fühlen nun noch mehr Solidarität mit den Familien der Opfer.“ Für die Angehörigen dürfte die Lage jetzt noch schmerzlicher geworden sein. Nach Erkenntnissen der spanischen Regierung waren bei dem Absturz 50 Spanier ums Leben gekommen.

De Maizière schließt Terror-Motiv aus

14.03 Uhr: Co-Pilot Andreas L. hatte nach Darstellung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière kein terroristisches Motiv. Es gebe nach derzeitigem Erkenntnisstand „keine Hinweise auf einen irgendwie gearteten terroristischen Hintergrund“, sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten bereits am Tag des Absturzes routinemäßig in den Informationenssystemen von Polizei und Nachrichtendiensten eine Abfrage vorgenommen, um die Besatzung mit Blick auf mögliche terroristische Verbindungen zu überprüfen. „Wir haben alle überprüft.“ Die Ergebnisse seien allesamt negativ ausgefallen. Dies betreffe auch den Co-Piloten, sagte de Maizière.

Co-Pilot darf grundsätzlich alleine im Cockpit sein

13.48 Uhr: Der Co-Pilot des verunglückten Germanwings-Airbus, der den Sinkflug absichtlich eingeleitet haben soll, saß zum Zeitpunkt der Katastrophe allein im Cockpit. Dies ist grundsätzlich möglich. Die gesicherte Cockpit-Tür verhinderte es dann offenbar, dass der Flugkapitän zurückkehren konnte. Der Co-Pilot öffnete den Ermittlern zufolge bewusst nicht die Tür.

Ein Pilot darf laut Luftfahrtbundesamt das Cockpit verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Der andere Pilot darf vorübergehend allein im Cockpit bleiben, um das Flugzeug zu fliegen. Auf dem Unglücksflug verließ nach den bisherigen Ermittlungen der Flugkapitän das Cockpit. Als er allein war, soll der Co-Pilot den Sinkflug eingeleitet haben. Wenige Minuten zerschellte die Maschine mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden Cockpit-Türen so eingerichtet, dass Unbefugte nicht von außen ins Cockpit gelangen können. Bei einem Airbus ist die Tür laut Luftfahrtbundesamt grundsätzlich elektronisch gesichert. Es gibt demnach einen Zugangscode, um in einem Notfall für einen kurzen Zeitraum die Tür von außen zu öffnen. So soll es möglich sein, den Piloten zu helfen, falls sie nicht mehr handlungsfähig sein sollten.

Im Cockpit selbst kann aber laut dem Luftfahrtbundesamt bewusst die Cockpit-Tür verriegelt werden, um zur Gefahrenabwehr ein gewaltsames Eindringen von der Kabinenseite her zu verhindern. Dies ist offenbar im Fall des verunglückten Germanwings-Airbus geschehen. Der Co-Pilot weigerte sich den Ermittlern zufolge bewusst, den Kapitän hereinzulassen.

Germanwings erst kurz vorher informiert

13.45 Uhr: Nach eigener Aussage sind Germanwings die neuesten Erkenntnisse über Co-Pilot Andreas L. selbst erst seit Kurzem bekannt.

Bergung der Opfer kann Wochen dauern

13.27 Uhr: Die Bergung und Identifizierung der Opfer könne mehrere Wochen dauern, sagt Robin. Die Familie des Co-Piloten sei auf dem Weg zum Absturzgebiet. DAMIT IST DIE PRESSEKONFERENZ IN MARSEILLE BEENDET.

Co-Pilot war 28 Jahre alt

13.19 Uhr: „Der Co-Pilot war 28 Jahre alt“, sagt Staatsanwalt Robin über Andreas L.

Keine Antworten auf Tower-Anfragen

13.18 Uhr: In den letzten acht Minuten vor dem Zerschellen der Maschine gab es laut den Ermittlern zahlreiche Ansprachen vom Tower in Marseille, aber keine Antworten aus dem Flugzeug.

Familien der Piloten separiert

13.17 Uhr: Nach den derzeitigen Ermittlungen gebe es keinen Hinweis auf einen terroristischen Anschlag, erklärten die Ermittler. „Die Familien des Piloten und des Co-Piloten sind auch hier angekommen“, sagt der Staatsanwalt. „Aber wir haben sie nicht mit den anderen Familien zusammengebracht.“

"Kompliziertes Katastrophen-Szenario"

13.13 Uhr: „Das ist eine kompliziertes Katastrophen-Szenario“, sagt der Staatsanwalt. Den 144 Passagieren sei wahrscheinlich erst ganz am Schluss klar geworden, dass der Crash bevorgestanden habe. Erst in den allerletzten Augenblicken seien Schreie zu hören gewesen.

Name des Co-Piloten veröffentlicht

13.08 Uhr: Der Name des Co-Piloten wird mit Andreas L. angegeben. "Die Angehörigen sind über alle Erkenntnisse informiert worden“, sagt Staatsanwalt Robin. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der spanische Premierminister Mario Rajoy hätten zugesagt, dass „jede unsere Anfragen mit Vorrang behandelt wird“.

"Kein kurzfristiger Sinkflug"

13.07 Uhr: „Das ist kein kurzfristiger Sinkflug, das ist wie ein Landeanflug. Aber in der Nähe gibt es gar keinen Flughafen auf dem ein Airbus landen könnte“, erklären die Ermittler.

Co-Pilot nicht als Terrorist erfasst

13.06 Uhr: Der Co-Pilot sei nicht als Terrorist erfasst, sagt Robin.

Crew und Kapitän hämmerten gegen die Tür

13.05 Uhr: Der Code an der Cockpit-Tür der Unglücksmaschine war nach Angaben des Staatsanwalts kein Code zum Öffnen, sondern einer, mit dem sich der jeweils Zugangsberechtigte identifiziert. Die Tür verriegele sich ganz automatisch und werde dann von innen geöffnet. Das Verhalten des Co-Piloten könne man so werten, dass er den Willen gehabt habe, das Flugzeug zu zerstören, sagte der Staatsanwalt. Die Crew und der ausgesperrte Kapitän hätten in den letzten Minuten des Fluges gegen die Cockpit-Tür gehämmert.

Keine Videoaufzeichnungen

13.02 Uhr: „Es gibt nach meinem Wissen keine Videokamera zur Beobachtung des Co-Piloten“, sagt Staatsanwalt Robin.

Vorsätzlicher Einsatz des Co-Piloten

13 Uhr: "Es ist offensichtlich, dass es sich um einen vorsätzlichen Einsatz des Co-Piloten gehandelt hat“, erklären die Ermittler.

Nur Atemgeräusche des Co-Piloten

12.59 Uhr: Der Co-Pilot habe kein Wort gesprochen, es seien nur Atemgeräusche zu hören gewesen. Die Passagiere haben nach Angaben des Staatsanwaltes erst sehr spät bemerkt, was passiert ist: „Wir haben erst in den letzten Momenten die Schreie aus der Kabine gehört.“

Erst am Ende Schreie der Passagiere zu hören

12.58 Uhr: In einem freiwilligen Schritt habe der Co-Pilot darauf verzichtet, dem ausgesperrten Piloten die Tür zu öffnen, sagte der Staatsanwalt. Dann habe ein Alarm die rasche Annäherung der Maschine an den Boden signalisiert. „Die Schreie der Passagiere hören wir erst in den letzten Sekunden auf dem Band“, erklärten die Ermittler.

Alles unter Vorsatz

12.56 Uhr: Während der ersten 20 Minuten gab es eine normale Kommunikation zwischen den beiden Piloten. Das sagte der zuständige Staatsanwalt in Marseille.

„Unsere wohl plausibelste Deutung geht dahin, dass der Co-Pilot durch vorsätzliche Enthaltung verhindert hat, die Tür zu öffnen“, sagte der Staatsanwalt. So habe der Pilot nicht mehr ins Cockpit gelangen können.

„Ich kann nur wiederholen, dass der Co-Pilot den Sinkflug mit Vorsatz eingeleitet hat“, sagte der Staatsanwalt. Es habe keine Veranlassung für ihn gegeben, das zu tun. Er habe keine Veranlassung gehabt, dem Piloten den Zugang zu verweigern. Er habe keinerlei Veranlassung, nicht auf Ansprache des Towers zu reagieren.

Die Auswertung der DNA-Analysen der Opfer habe begonnen, sagte der zuständige Staatsanwalt Brice Robin in Marseille.

Vorsätzlicher Absturz

12.52 Uhr: Es habe überhaupt keine Notfallmeldung gegeben. Kein Notsignal, kein Mayday an den Tower. „Es sieht so aus, als habe der Co-Pilot das Flugzeug vorsätzlich zum Absturz gebracht und so zerstört“, sagte der zuständige Staatsanwalt Brice Robin am Donnerstag in Marseille.

Ausgesperrter Pilot war auf Toilette

12.46 Uhr: PK in Marseille: Der Pilot sei auf die Toilette gegangen, sagte Robin. Der Co-Pilot habe das Kommando gehabt und am Flight-Monitoring gespielt. Das Spielen am Flight-Monitoring könne nur absichtlich geschehen sein, sagte der Staatsanwalt. Der Co-Pilot habe den Sinkflug nur vorsätzlich eingeleitet haben können.

Pressekonferenz in Marseille gestartet

12.41 Uhr: Der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin hat eine Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen zum Germanwings-Absturz begonnen. Robin hatte zuvor die aus Düsseldorf und Barcelona angereisten Hinterbliebenen der 150 Todesopfer informiert. Nach Angaben Robins wurde am Mittwochnachmittag mit der Bergung der Toten begonnen. Jetzt beginnt die Identifizierung mit DNA. Der zweite Flugschreiber ist laut Robin noch nicht gefunden.

DNA-Proben von Angehörigen zur Identifizierung

12.31 Uhr: Für die Identifizierung der Opfer wollen französische Experten DNA-Proben der Angehörigen nehmen. Mit der Analyse solle noch heute begonnen werden, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittler in Seyne-les-Alpes.

Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigt Piloten-Berichte

12.23 Uhr: Vor dem Absturz des Germanwings-Jets hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf nur ein Pilot im Cockpit des Airbus aufgehalten. Dies ergebe sich aus den Ermittlungen der Behörden in Frankreich, bestätigte Christoph Kumpa von der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf vorangegangene Berichte. "Einer war im Cockpit und der andere eben nicht", sagte Kumpa. Um welchen der beiden Piloten es sich handelte, sei unklar.

64 Opfer aus Nordrhein-Westfalen

12.15 Uhr: Nach aktuellen Angaben von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in Düsseldorf sind bei dem Absturz 64 Menschen aus Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen.

A320 muss nach Start in Barcelona umkehren

11.38 Uhr: Neuer Zwischenfall mit einem A320 nach dem Start in Barcelona: Die Maschine der spanischen Billigfluggesellschaft Vueling ist am Donnerstag auf dem Weg nach München in die katalanische Metropole zurückgekehrt. Wie das Unternehmen mitteilte, hatte der Pilot sich wegen eines technischen Problems zur Rückkehr entschlossen.

Der Flugkapitän habe einen „Brandgeruch“ wahrgenommen und aus Sicherheitsgründen kehrtgemacht. Nach der Landung in Barcelona seien die Passagiere mit einer Ersatzmaschine nach München gestartet. Zwölf von ihnen hätten es jedoch vorgezogen, nicht mitzufliegen.

Zahl spanischer Opfer korrigiert

11.34 Uhr: Der spanischen Krisenstab korrigiert die Zahl der getöteten Spanier auf 50. Am Mittwoch ging die Regierung in Madrid noch von 51 aus.

Sechs Ermittler auf Leichensuche

11.26 Uhr: Die Ermittler des Absturzes in den französischen Alpen haben mit dem schwer zugänglichen Gelände zu kämpfen. „Die Arbeit ist extrem schwierig, das Gelände ist gefährlich. Es ist steil und rutschig“, sagte der Chef der Bergrettungskräfte, Olivier Cousin, am Donnerstag. Insgesamt sind heute rund 70 Menschen an der Unglücksstelle.

Rund zwölf Ermittler sind unterwegs, um die Spuren zu sichern und die zweite Blackbox zu finden. Etwa sechs weitere suchen die Leichen. Die Ermittler werden von erfahrenen Bergrettern an einem Seil gesichert. Sie sind mit Steigeisen und Eispickel unterwegs - obwohl es kein Eis gibt. Auch heute sollten Opfer ins Tal gebracht werden.

Germanwings bietet kostenlose Stornos an

11.17 Uhr: Nach dem Absturz des Airbus A320 in Frankreich können Germanwings-Kunden zukünftige Flüge kostenlos unter der Nummer 0180/632 03 20 stornieren. Eine kostenlose Stornierung sei nur telefonisch und nicht über das Internet möglich, erklärte ein Sprecher von Germanwings. Die Lufthansa-Tochter bietet nach dem Flugzeugabsturz eine „großzügige Kulanzregelung“ für Kunden, die erst einmal nicht mehr fliegen wollen. Auch Lufthansa selbst kommt seinen Kunden entgegen und schließt kostenlose Stornierungen nicht aus: „Lufthansa prüft das kulant im Einzelfall“, sagte eine Sprecherin der Airline.

Rein rechtlich ist Angst vor dem Fliegen kein Grund, um einen bereits gebuchten Flug kostenfrei stornieren zu können. Allerdings können Reisende ihren Flug aus persönlichen Gründen natürlich trotzdem stornieren. Die Fluggesellschaft muss dann zumindest Steuern, Gebühren und eingesparte Kosten für Verpflegung und Kerosin komplett zurückzahlen. Das macht oft einen großen Teil des Ticketpreises aus - vor allem, wenn der Reisetag noch weit in der Zukunft liegt. Die Faustregel lautet: Je näher Stornierung und Abflugtermin beieinander liegen, umso höher sind die Stornierungskosten.

Landesweite Schweigeminute in NRW

11.04 Uhr: Genau um 10.53 Uhr hat die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen in aller Stille der Absturzopfer gedacht. Viele Behörden, Schulen und Unternehmen beteiligten sich an der Schweigeminute, zu der die Landesregierung aufgerufen hatte. Mancherorts stand auch der Verkehr still.

Genau um 10.53 Uhr war die Funkverbindung zu der Germanwings-Maschine mit der Flugnummer 4U 9525 am Dienstag abgebrochen. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die gerade noch am Unglücksort in Frankreich gewesen war, gedachte der Opfer mit ihren Mitarbeitern in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Unter den 72 deutschen Opfern stammen mehr als 50 aus NRW.

Sonderflieger in Marseille gelandet

11 Uhr: Die Angehörigen sind auf dem südfranzösischen Flughafen Marseille-Provence gelandet. Das hat die Lufthansa in Frankfurt bestätigt. Für den Nachmittag ist in Düsseldorf ein zweiter Sonderflug mit einer Germanwings-Maschine für Angehörige der Crew geplant. Auch aus Barcelona wird am Vormittag ein Flieger mit Angehörigen spanischer Opfer erwartet.

Co-Pilot stammt aus Montabaur

10.42 Uhr: Der Co-Pilot der verunglückten Germanwings-Maschine stammte aus Montabaur in Rheinland-Pfalz. Das sagte Stadtbürgermeisterin Gabriele Wieland (CDU) am Donnerstag. Er habe bei seinen Eltern in Montabaur gewohnt und auch einen Wohnsitz in Düsseldorf gehabt. „Insofern ist auch Betroffenheit da“, sagte Wieland.

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Innenministeriums stammen mindestens vier Opfer aus dem Westerwaldkreis, die Kreisstadt ist Montabaur. Drei Opfer kamen laut Verbandsgemeinde Westerburg aus Rothenbach und Westerburg.

Angehörige nach Frankreich abgeflogen

10.30 Uhr: Hinterbliebene der Todesopfer sind zur Unglücksstelle in Südfrankreich unterwegs. Vom Flughafen Düsseldorf startete um kurz nach 9 Uhr ein Lufthansa-Airbus mit rund 50 Angehörigen, bestätigte eine Sprecherin des Konzerns. Mit an Bord reist auch ein Betreuer-Team, bestehend aus Seelsorgern, Ärzten und Psychologen. Der Airbus soll gegen 10 Uhr in Marseille landen. Außerdem ist ein zweiter Sonderflug mit einer Germanwings- Maschine für Angehörige der Crew am Donnerstagvormittag ab Düsseldorf geplant. Zu den Details wollte sich die Lufthansa aber nicht äußern.

Neue PK von Lufthansa und Germanwings

10.06 Uhr: Lufthansa und die Tochter Germanwings wollen am Nachmittag auf einer Pressekonferenz über die Ursachensuche nach dem Absturz informieren. Um 14.30 Uhr wollen am Flughafen Köln/Bonn Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Thomas Winkelmann, Sprecher der Germanwings-Geschäftsführung, weitere Informationen mitteilen, wie Germanwings bekanntgab.

CDU-Abgeordneter warnt vor Germanwings

10.03 Uhr: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann hat mit seiner Warnung vor der Fluggesellschaft Germanwings die eigene Partei verärgert. Die Spitze der Unionsfraktion sei "irritiert" über Wellmanns Äußerungen und habe ihn deshalb von der Rednerliste der Bundestagsdebatte am Morgen zur Ukraine-Politik gestrichen, hieß es in Fraktionskreisen in Berlin. Es wäre als "unpassend" empfunden worden, wenn Wellmann in der Debatte nach der Schweigeminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes das Wort ergriffen hätte.

Wellmann hatte auf seiner Facebook-Seite geschrieben: "Vor Germanwings kann man nur noch warnen. Überalterte Maschinen und miserabler Service. Mit denen werde ich nicht mehr fliegen." Wellmann erntete für die Äußerungen scharfe Kritik, unter anderem von SPD- und Grünen-Politikern. Auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit griff Wellmann an und warf ihm Inkompetenz vor.

Verkehrsausschus beschäftigt sich mit Absturz

9.39 Uhr: Der Germanwings-Absturz wird auch den Verkehrsausschuss des Bundestags beschäftigen. "Wir hinterfragen alles: vom Sicherheits- und Werkstattkonzept der Germanwings über Wartungsintervalle bis hin zur konkreten Technik im Airbus", sagte der Ausschussvorsitzende Martin Burkert (SPD) der "Welt". Die Abgeordneten wollten "alle Details kennen". Ab sofort lasse sich der Verkehrsausschuss jede Woche über den Absturz informieren.

Burkert verglich das Vorgehen mit der Ausschussarbeit nach dem Zugunglück von Eschede, bei dem im Juni 1998 ein ICE in voller Fahrt wegen eines gebrochenen Radreifens entgleist und gegen eine Brücke geprallt war. 101 Menschen starben, rund 100 weitere wurden verletzt. "Auch damals war eine akribische fachliche Aufarbeitung vonnöten", sagte Burkert der "Welt". "Es wird auch diesmal sehr lange dauern", kündigte er an. "Wir werden alle relevanten Sachverständigen einladen."

Generelle Sicherheitsbedenken wies der Verkehrsexperte zurück. "Fliegen ist sicher, genauso wie Zugfahren", sagte er. Deutsche Airlines stünden unter Kostendruck, dies sei aber bei anderen Fluggesellschaften auf der Welt noch "viel stärker" der Fall. "Deswegen kann man bei deutschen Airlines, auch wenn sie günstige Tickets anbieten, nicht von Billigfliegern sprechen."

Er selbst werde weiterhin mit Germanwings fliegen, sagte Burkert. Damit reagierte er auch auf Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann. Dieser hatte auf seiner Facebook-Seite geschrieben: "Vor Germanwings kann man nur noch warnen. Überalterte Maschinen und miserabler Service. Mit denen werde ich nicht mehr fliegen." Wellmann erntete für die Äußerungen scharfe Kritik, unter anderem von SPD- und Grünen-Politikern.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit griff Wellmann ebenfalls an. Seine Aussagen, "die objektiv nicht nachvollziehbar und darüber hinaus ohne fachliche Relevanz sind, sind in einer solchen Zeit deplatziert", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg "Handelsblatt Online".

Trauer im Bundestag

9.25 Uhr: Der Bundestag hat am Morgen der Opfer des Flugzeugsabsturzes mit einer Schweigeminute gedacht. Bundestagspräsident Wolfgang Lammert (CDU) sagte, „wir trauern mit den Angehörigen und Freunden der Opfer“. Sie gingen durch eine „unbeschreiblich schwere Zeit“. Die Frage nach dem Grund für den Absturz sei noch unbeantwortet und bleibe dies vielleicht auch. Die Angehörigen werde indes auch eine Erklärung nicht über den Schmerz und den Verlust trösten, sagte Lammert: „Wir sind in Gedanken bei ihnen“.

Das Unglück habe Deutschland, Spanien und Frankreich in Schock und Schmerz vereint. Deutschland habe viel internationale Anteilnahme erfahren, sagte Lammert weiter und sei dankbar dafür. Er dankte auch den Bergungskräften und Rettern, die an der Absturzstelle unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz sind.

Das Land Nordrhein-Westfalen will am Vormittag ebenfalls eine Schweigeminute für die Verunglückten einlegen. Sie soll um 10.53 Uhr beginnen. Um diese Uhrzeit war am Dienstag die Funkverbindung zu der später verunglückten Germanwings-Maschine abgebrochen.

De Maizière warnt vor Spekulationen

9.07 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat nach Berichten über Auswertungen des Stimmenrekorders der abgestürzten Germanwings-Maschine erneut vor Spekulationen gewarnt. „Im Interesse der Angehörigen sind jede Spekulationen - auch Spekulationen aufgrund von möglicherweise bestehenden Teilergebnissen - nicht hilfreich“, sagte De Maizière in Berlin. Er habe von den Berichten lediglich aus der Presse gehört - „ich kann und will das nicht kommentieren.“

Staatsanwaltschaft informiert am Mittag

9.02 Uhr: Der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, hat für 12.30 Uhr eine Pressekonferenz am Flughafen Marignane nahe Marseille angekündigt. Dort soll über die neuesten Ermittlungserkentnisse zum Verlassen des Cockpits informiert werden. Laut Ermittlerkreisen in Frankreich ist die Nationalität des Co-Piloten unbekannt. Die Lufthansa äußerte sich dazu nicht.

Suche nach dem zweiten Flugschreiber

8.53 Uhr: Der Bergungseinsatz in den französischen Alpen geht weiter. Helikopter landeten am Morgen in Seyne-les-Alpes, um Spezialkräfte an die Unglücksstelle zu fliegen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem zweiten Flugschreiber. Außerdem hat die Bergung der Leichen begonnen. Neben der Bergrettung sind Soldaten und Feuerwehrleute an dem Einsatz beteiligt.

Haltern-Schule schaltet Anzeige

8.49 Uhr: Mit einer ganzseitigen Zeitungsanzeige erinnert das Joseph-König-Gymnasium in Haltern an die 18 Schüler und Lehrer, die beim Absturz ums Leben gekommen sind.

In der Anzeige werden alle 16 Schüler und die beiden Lehrerinnen mit ihren Namen genannt. Schulleitung, Schüler-, Lehrer und Elternvertreter drücken ihre Fassungslosigkeit über das Unglück aus. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Eltern sowie allen Angehörigen und Freunden. Wir sind fassungslos und unsagbar traurig.“

Angehörige auf dem Weg nach Frankreich

8.29 Uhr: Hinterbliebene der 150 Toten sind am Düsseldorfer Flughafen eingetroffen, um zur Unglücksstelle nach Frankreich zu fliegen. Mit an Bord werden nach Informationen des Airports auch Seelsorger sein, die die Angehörigen auf der Reise begleiten. Die Lufthansa hatte angekündigt, Angehörige mit zwei Sonderflügen nach Südfrankreich zu bringen. Eine Maschine mit Ziel Marseille soll um 8.40 Uhr in Düsseldorf starten, eine andere um 8.45 Uhr in Barcelona.

Co-Pilot wurde in Bremen ausgebildet

8.12 Uhr: Der Co-Pilot der Germanwings-Maschine war seit September 2013 für die Fluggesellschaft tätig. Das sagte eine Lufthansa-Sprecherin auf Anfrage. Er habe 630 Flugstunden absolviert. Vor der Anstellung sei der Mann an der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa, der Muttergesellschaft von Germanwings, in Bremen zum Piloten ausgebildet worden.

Der Flugkapitän der Unglücksmaschine war nach früheren Angaben von Germanwings ein sehr erfahrener Pilot. Er war demnach seit über zehn Jahren für Lufthansa und Germanwings geflogen und hatte auf dem A320 mehr als 6000 Flugstunden absolviert.

Diese Fragen zum Unglück sind noch offen

8.04 Uhr: Ein kurzer Überblick zum Zwischenstand der Ermittlungen. Das ist bisher über Unglück bekannt:

Der Airbus A320 ist am Dienstag um 10.01 Uhr mit 150 Menschen an Bord in Barcelona gestartet. Sicher ist wohl, dass 72 Deutsche in dem Flugzeug waren.

Kurz nach dem Erreichen der regulären Reiseflughöhe von 38 000 Fuß (11,5 Kilometer) ging die Maschine ohne Hinweis an die französische Flugkontrolle oder ein Notsignal in einen schnellen Sinkflug über.

Das Flugzeug zerschellte in den französischen Alpen bei Seyne-les-Alpes.

Ermittler haben am Mittwoch auswertbare Daten aus dem ersten Flugschreiber sicherstellen können. Nach Informationen der „New York Times“ und der Nachrichtenagentur AFP geht aus den Aufzeichnungen hervor, dass zum Zeitpunkt des Absturzes nur ein Pilot im Cockpit war. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Maschine flog bis zum Aufprall, ohne dass es eine Explosion gab, wie die französische Untersuchungsbehörde BEA mitteilte.

Diese Fragen sind noch offen:

Warum verließ einer der beiden Piloten das Cockpit? Warum konnte er nicht mehr zurück? Wieso reagierte der zweite Pilot nicht?

Warum gab es keine Kommunikation der Piloten mit der Flugkontrolle mehr und auch kein Notsignal?

Widersprüchliche Angaben gibt es zur zeitlichen Abfolge von Flughöhe und Sinkflug

Polizei fährt Präsenz in Haltern zurück

7.41 Uhr: In Haltern haben in der Nacht Kerzen am Joseph-König-Gymnasium an die 18 Schüler und Lehrer erinnert, die bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Die Polizei will ihre Präsenz am Donnerstag deutlich zurückfahren. Nach dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs habe die Präsenz der Medien in der westfälischen Stadt wieder abgenommen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Aus der Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets kommen 16 Schüler und zwei Lehrerinnen, die mit der abgestürzten Maschine nach einem Spanien-Aufenthalt wieder nach Hause zurückkehren wollten.

Dobrindt hält Luftfahrt für sicher

7.31 Uhr: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht trotz des Germanwings-Unglücks keine Sicherheitsprobleme im Luftverkehr. „Flugzeuge sind und bleiben ein sicheres Verkehrsmittel, auch nach diesem schrecklichen Ereignis“, sagte Dobrindt der „Bild“. „Auch preiswertes Fliegen ist sicher.“ Bei einem Flugzeug komme es weniger auf das Alter als auf Wartung und Inspektion an. Dobrindt sagte weiter, Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung unterstützten die Ursachenforschung vor Ort in den französischen Alpen.

Lufthansa will sich um Verifizierung bemühen

7.25 Uhr: „Wir haben derzeit keine Informationen vorliegen, die den Bericht der 'New York Times' bestätigen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am frühen Donnerstagmorgen. Man werde sich bemühen, weitere Informationen zu bekommen und „sich nicht an Spekulationen beteiligen“. Von der französischen Untersuchungsbehörde BEA war in der Nacht zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Echo unter dem Eindruck der Katastrophe

7.10 Uhr: Vor dem Hintergrund der Flugzeugkatastrophe in den französischen Alpen verleiht die deutsche Musikindustrie heute Abend ihre Echo-Preise. Als Gäste der 24. Echo-Verleihung werden unter anderem Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Deichkind erwartet. Das Erste überträgt die Gala am Donnerstag um 20.15 Uhr live. Moderiert wird die Show von Barbara Schöneberger.

Als Reaktion auf das Unglück sagte Germanwings seine Teilnahme ab. Die Airline ist Sponsor beim Echo. Acht bis zehn Vertreter der Fluggesellschaft hätten ihren Besuch gestrichen, sagte ein Sprecher. Die Organisatoren der Gala, der Bundesverband Musikindustrie und seine Partner, entschieden, „der Opfer des Fluges 4U 9525 in der Sendung mit einer Schweigeminute zu gedenken‎“. (HA/afp/dpa)