Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling

Trauung üben und los: Start zur Traumhochzeit in Schweden

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Foto: dpa

Prinzessin Victoria und Daniel Westling übten noch mal die Trauung, ehe Königin Silvia und König Carl Gustaf zum ersten Fest baten.

Stockholm. Am Morgen noch mal das Ja-Wort im Dom üben und am Abend auf Schloss Drottningholm die erste Hochzeitsfeier mit Gästen: Für Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling, den künftigen Prinzen von Schweden, haben am Donnerstag die dreitägigen Feiern zu ihrer „Traumhochzeit“ begonnen. Bei der Probe für die Trauung im Stockholmer Dom zeigten sich die 32-jährige Thronfolgerin und ihr vier Jahre älterer Bräutigam „in strahlender Laune“.

So jedenfalls beschrieben das wartende Hofreporter, die das Paar für drei Sekunden zwischen Verlassen des Doms und Besteigen der wartenden Limo ins Visier bekamen. „Strahlende Laune“ hatten sie auch schon vom Vorabend von Prinzessin Madeleine gemeldet. Die jüngere Schwester Victorias zeigte sich bei einem Festessen auf dem Segelschiff „Götheborg“ erstmals seit der traurigen Trennung von ihrem Verlobten Jonas Bergström Ende April wieder öffentlich und lachte für die Fotografen um die Wette mit der Abendsonne .

Es gibt fast nichts Schöneres als die Sommersonne über Stockholm, und auf die konnten auch König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia bei ihrem abendlichen Privatfest für das Brautpaar auf Schloss Drottningholm am Mälarsee hoffen. „Nur der engste Kreis“ aus der Königsfamilie, Westlings Familien, Silvias deutsch-brasilianischer Verwandtschaft seien eingeladen, und alles ohne Medien, hieß es vom Hof. Royalen Glanz sollten hier Spaniens Kronprinz Felipe mit Prinzessin Letizia, der dänische Thronfolger Frederik und Prinzessin Mary sowie das norwegische Kronprinzenpaar Haakon und Mette-Marit verbreiten.

Auf strahlend blauen Himmel müssen das Brautpaar und die Schaulustigen am Samstag verzichten: Dichte graue Wolken und auch ein bisschen Regen sagen die Meteorologen vorher. Im Stockholmer Schloss raubt das niemandem die gute Laune, meint Hofsprecherin Nina Eldh: „Es gibt bei uns nur lächelnde Gesichter, niemand ist nervös.“ Obwohl doch noch etliche Fragen zu klären sind. Ob zum Beispiel der König seine Tochter tatsächlich zum Altar der Domkirche führen und dann an ihren künftigen Ehemann „übergeben“ wird. Das sei doch ein bisschen reichlich altmodisch, man könne eine selbstbewusste junge Frau nicht wie ein „Besitztum“ überreichen, und außerdem sei so etwas in Schweden komplett unüblich, lautete massive Kritik. Jetzt hieß es, vielleicht werde Carl Gustaf seine Tochter nur bis zur Mitte der „Storkyrkan“ begleiten, und der künftige Prinz Schweden kommt ihr bis dorthin entgegen. „Alles Spekulationen, man soll sich überraschen lassen“, meint Eldh dazu.

Ansonsten aber plant der schwedische Hof nach den Worten seiner Sprecherin recht ausdrücklich eine „moderne und umweltbewusste Hochzeit“. Der Blumenschmuck für die Schlossfeste ist ausschließlich nach den „Fair-Trade“-Regeln eingekauft. 85 vom heimischen Volvo- Konzern gesponserte Limousinen, natürlich in weiß, zum Transport von „ganz besonders wichtigen“ Hochzeitsgästen fahren alle mit umweltfreundlicheren Antriebsstoffen als Benzin. Und Victoria will ausdrücklich weder ein Freuden-Feuerwerk noch Konfetti: Für sie wäre das Umwelt-Frevel.

Hals- und Beinbruch wünscht man vielleicht mal aus Spaß vor einer Hochzeit, aber für die schwedisch-deutsche Bischöfin Antje Jackelén ist es schmerzhafte Realität geworden: Die im nordrhein-westfälischen Herdecke geborene Theologin aus Lund wirkt zusammen mit drei Kollegen an der royalen Trauung mit und ist eine Woche vor dem großen Ereignis eine Treppe heruntergefallen: Ein Fuß gebrochen! Am Samstag soll Jackelén aber auf jeden Fall dabei sein - zur Not auf Krücken oder im Rollstuhl.

Ob das frisch verheiratete Paar vielleicht am Tag nach der Hochzeit eine Pressekonferenz geben werde, fragte einer der 2 300 in Stockholm angemeldeten Journalisten die Hofsprecherin. Eldh lachte herzlich und fragte zurück: „Wäre das Ihr erstes Interesse nach der Hochzeitsnacht?“ Nein, am Sonntag sind Victoria und Daniel über alle Berge und schon auf ihrer Hochzeitsreise. Wohin die führt, ist fast noch geheimer als Victorias Brautkleid.

( (dpa/abendblatt.de) )