Haiti nach dem Erdbeben

EU-Kommissar: 400 Millionen Euro für Erdbeben-Opfer

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Foto: AFP

Die Situation im Land wird immer schlechter. Drei junge Flensburger warten nach dem verheerenden Erdbeben weiter auf ihre Ausreise.

Brüssel/Berlin. Die Europäische Union wird Haiti zunächst mit insgesamt gut 400 Millionen Euro helfen. Nach Angaben des zuständigen EU-Kommissars Karel de Gucht hat die Kommission 30 Millionen Euro für die humanitäre Soforthilfe sowie 107 Millionen Euro als rasche Wiederaufbauhilfe bereitgestellt. Zudem stehe für mittel- und langfristige Hilfe ein Betrag von 200 Millionen Euro bereit. Außerdem haben die 27 Mitgliedstaaten bisher 92 Millionen Euro als humanitäre Hilfe bereitgestellt.

13 Deutsche werden noch im Katastrophengebiet vermisst

Drei junge Flensburger in Haiti warten nach dem verheerenden Erdbeben weiter auf ihre Ausreise. Die Situation werde immer schlechter, schrieb Maike Kraft (27) im Internet-Netzwerk Facebook. Die Menschen seien verzweifelt. Zudem kochten die Gerüchte über Wege und den Zeitpunkt, das Land verlassen zu können. In ihrem Internet-Tagebuch betonte sie: „Wir benötigen dringend Frischwasser sowie Nahrungsmittel.“ Maike Kraft war zusammen mit ihrem Bruder Timo (22) und dem 16-jährigen Christopher W. über das Christliche Zentrum Nordlicht am Aufbau eines Waisenhauses beteiligt.

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Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin werden in dem von einem Erdbeben getroffenen Haiti noch 13 Deutsche vermisst. Diese Zahl aktualisierte das Ministerium Berlin. Zuvor war noch von 16 vermissten Deutschen die Rede. Der Krisenstab arbeite zusammen mit der Botschaft in der Hauptstadt Port-au-Prince weiter fieberhaft daran, Erkenntnisse über den Verbleib der noch Vermissten zu bekommen, sagte ein Sprecher. Bisher wurde ein deutsches Todesopfer geborgen.

Die Hilfe der Bundesregierung in Haiti konzentriere sich auf die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung und Trinkwasseraufbereitungsanlagen, sagte Peschke. Am Montag sei eine mobile Krankenstation in der Hauptstadt Port-au-Prince eingetroffen. In den nächsten Tagen solle zudem ein mobiles Krankenhaus aufgebaut werden.

Nach dem Erdbeben ist international eine große Hilfswelle angelaufen, aus vielen Ländern gibt es inzwischen konkrete Hilfszusagen. Seit der Katastrophe am vergangenen Dienstag wurden nach Angaben der haitianischen Regierung 70.000 Tote aus den Ruinen geborgen und in Massengräbern beigesetzt, Experten gehen von bis zu 200.000 Erdbeben-Opfern aus. Mindestens eine Viertelmillion Menschen wurden Schätzungen zufolge bei dem Beben 7,0 verletzt, 1,5 Millionen sind obdachlos.

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( (dpa/EPD/abendblatt.de) )