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Schonlau: „Das verrückteste Spiel meiner Karriere“

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HSV-Abwehrchef Sebastian Schonlau soll den Defensivverbund in Aue zusammenhalten.

HSV-Abwehrchef Sebastian Schonlau soll den Defensivverbund in Aue zusammenhalten.

Foto: Witters

Der zuletzt gesperrte HSV-Kapitän Sebastian Schonlau rotiert in Aue wieder in die Startelf. Aue? Da war doch was ...

Hamburg. Nach dem Training hatten Sebastian Schonlau, David Kinsombi, Sonny Kittel und Tim Leibold am Dienstagvormittag offenbar Redebedarf. Minutenlang steckte das Führungsspieler-Quartett des HSV auf dem Trainingsplatz konspirativ die Köpfe zusammen, ehe es langsam in Richtung Kabine ging. Die Auflösung folgte prompt: „Wir haben einfach nur ein bisschen Unsinn erzählt und geschnackt“, berichtete Kapitän Schonlau überrascht, als er auf die Elefantenrunde angesprochen wurde.

Der 27-Jährige, der gegen Nürnberg (2:2)Gelb-Rot-gesperrt zum Zuschauen verdammt war, muss sich erst noch daran gewöhnen, dass in Hamburg jeder Schritt und Tritt ein wenig mehr unter die Lupe genommen wird als auf seiner vorherigen Station im beschaulichen Paderborn. Wobei Schonlau in dieser Woche, in der er und seine Mannschaft am Freitag ins Erzgebirge nach Aue reisen müssen, auch schnell ein Ereignis mit seinem Ex-Club in den Sinn kommt, das in der vergangenen Saison bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat.

HSV-Kapitän Schonlau über Aue-Highlight

„Das verrückteste Spiel meiner Karriere“, sagt Schonlau – und meint den 8:3-Auswärtssieg seiner Paderborner in Aue am 32. Spieltag. Fünfeinhalb Monate ist diese „irre Partie“ nun schon her, an die sich Schonlau aber so gut erinnern kann, als wenn sie gestern gewesen wäre. „Das Spiel fing sehr bescheiden für uns an. Wir lagen nach nicht einmal fünf Minuten 0:2 hinten. Trotzdem hatte ich irgendwie nie das Gefühl, dass wir an diesem Nachmittag verlieren könnten.“

Und tatsächlich: Bereits zur Halbzeit stand es 4:2 für Paderborn – auch weil Aues sonst so sicherer Torhüter Martin Männel einen Schonlau-Kopfball kurz vor dem Pausenpfiff ins eigene Tor bugsierte. Doch das wilde Wettschießen sollte direkt nach dem Wiederanpfiff noch verrückter werden. Nachdem Dimitrij Nazarov seinen dritten Treffer zum 3:4 erzielte, schöpfte Aue kurzfristig wieder Hoffnung – und fand sich dann umso härter auf dem Boden der Tatsachen wieder.

Innerhalb von 23 Minuten hatte Paderborn vier weitere Tore geschossen und am Ende mit 8:3 gewonnen! „Solche Spiele kommen nicht oft vor“, so Schonlau. „Wenn es ähnlich am Freitag läuft, hätte ich nichts dagegen.“

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Auch HSV hat verrückte Aue-Erinnerung

Auch in Aue sind die Erinnerungen an ein verrücktes Spiel noch sehr präsent – allerdings an ein ganz anderes. So hatte der FC kurz zuvor gegen den HSV ein 1:3 zur Halbzeit, das auch ein 1:5 hätte sein können, noch zu einem 3:3 gedreht. Für den HSV war es der Anfang vom Ende im Aufstiegskampf. Und Schonlau? Erinnert daran, dass Aue seitdem schon zweimal den Trainer gewechselt hätte. „Das wird ein anderes Spiel“, sagt er. Gerne aber wieder ein unterhaltsames.

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