Nach Rauswurf

Anwalt: "Wenn Spahic klagt, hat der HSV keine Chance"

Emir Spahic (36) soll zeitnahe einen Auflösungsvertrag unterschreiben. Der Bosnier darf den HSV ablösefrei verlassen

Emir Spahic (36) soll zeitnahe einen Auflösungsvertrag unterschreiben. Der Bosnier darf den HSV ablösefrei verlassen

Foto: UweSpeck / WITTERS

Renommierter Arbeitsrechtler, der bereits Slomka und Kreuzer vertrat, sieht den HSV gegenüber dem freigestellten Bosnier im Nachteil.

Hamburg.  Wirklich viel verpasste der freigestellte Emir Spahic am Mittwochmorgen im Mannschaftstraining nicht: ein paar Läufe, Kreis- und Überzahlspiel. Das Ganze bei sturmartigen Böen, Dauerregen und Frösteltemperaturen. „Was für ein Schiedwetter“, sagte einer der wenigen Trainingszuschauer. „Nur der Emir hat es jetzt schön warm.“

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Ob sich der Emir aber über den unfreiwilligen freien Tag wirklich freute, scheint fraglich. Auch einen Tag nach dem Rauswurf und der angebotenen Vertragsauflösung hatte sich Spahic noch nicht endgültig entschieden, wie er auf die Freistellung reagieren sollte. Möglichkeit 1: Die angebotene Abfindung des HSV annehmen und sich einen neuen Verein suchen. Möglichkeit 2: Die Abfindung ablehnen und den 2,5-Millionen-Euro-Vertrag bis zum Sommer aussitzen. Oder Möglichkeit 3: Abfindung ablehnen – und das vertraglich zugesicherte Profitraining einklagen.

Trainingsauftakt des HSV:

Kreuzers Anwalt sieht HSV im Nachteil

„Wenn Herr Spahic klagen sollte, dann hat der HSV keine Chance“, sagt Anwalt Horst Kletke. Der Arbeitsrechtler, der bereits Oliver Kreuzer und Mirko Slomka gegen den HSV vertreten hat, gilt als einer der renommiertesten Juristen der Branche. „Man muss dem HSV zugute halten, dass er zum Beginn der Transferphase eine Entscheidung getroffen hat und nicht erst am Schluss“, sagt Kletke, der aber sicher ist, dass der HSV im Falle eines Prozesses Spahic die Rückkehr ins Mannschaftstraining ermöglichen müsste: „Als Profifußballer hat Emir Spahic das vertragliche Recht auf ein professionelles Training. Die Frage ist nur, ob er dieses Recht auch wahrnehmen will“, sagt Kletke, der betont, dass ein Trainingsangebot bei der U21 juristisch wohl nicht ausreichen würde.

Beim HSV geht man unterdessen davon aus, dass man die Causa Spahic auch ohne den Gang zum Arbeitsgericht vom Tisch bekommt. Spahic sei zwar enttäuscht gewesen, hieß es, aber er habe weder am Dienstag noch am Mittwoch auf die Teilnahme am Training gedrängt. So oder so: Fortsetzung folgt.