Spielerkritik

Khedira begann stark und ließ dann stark nach

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Neuer: Der wahrscheinlich beste Torhüter des Turniers hat mittlerweile ein Problem: Er bekommt ganz einfach nicht die Möglichkeit, seine ganze Klasse zu zeigen. Beim Treffer des 1,72-Meter-Zwerges Krohn-Dehli per Kopf zum 1:1 traf ihn jedenfalls keine Schuld.

L. Bender: Durfte seinem Bruder Sven, der kurz vor dem Turnier gemeinerweise von Bundestrainer Löw nach Hause geschickt wurde, am Telefon berichten, dass er jetzt sogar Tore schießen kann. Starker Boateng-Vertreter.

Hummels: Freundin Cathy hatte auf der Tribüne allen Grund, wieder stolz zu sein auf ihren Mats. Lediglich beim 1:1 tauchte der baumlange Dortmunder unter die Flanke durch.

Badstuber: Bildete erneut mit Hummels ein Abwehrpärchen, das den Anschein erweckte, schon seit zehn Jahren täglich zusammenzuspielen.

Lahm: Versuchte als erster Spielmacher der DFB-Elf von der linken Abwehrseite das Spiel in Gang zu bringen, nachdem er sich mit seiner eigentlichen Aufgabe unterfordert fühlte.

Khedira: Stark begonnen und stark nachgelassen.

Schweinsteiger: Nach einem großen Schritt nach vorn im vergangenen Spiel gegen die Niederlande war das gestern ein kleiner Schritt zurück.

Müller (bis 84.): Besonders in der ersten Hälfte ließ er dem fast schon bedauernswerten Poulsen kaum mal eine Verschnaufpause. Die gönnte sich der Münchner dann später selbst. Vergab allerdings eine klare Torchance.

Kroos (ab 84.): Und wieder nur ein paar Minuten gespielt.

Özil: Auch im dritten EM-Spiel wollte es für den Ball-Virtuosen einfach nicht so laufen, wie er sich das vorgestellt hatte. Manchmal muss man auch mal die einfachen Dinge machen, bevor man an die besonderen Momente denken kann.

Podolski (bis 64.): Wer dachte, dass sein Tor im 100. Länderspiel ihm Auftrieb geben würde, der sah sich leider getäuscht. Muss trotz des Tores zittern.

Schürrle (ab 64.): Brauchte nicht lang, um ins Spiel zu finden.

Gomez (bis 74.): Die Erkenntnis des gestrigen Abends: Der Münchner Torjäger ist eben auch nur ein Mensch. Ein Mensch, der auf Schritt und Tritt von Daniel Agger und Simon Kjaer verfolgt wurde. Bereitete das 1:0 vor.

Klose (ab 74.): Weil er vor dem 2:1 ausrutschte, kam Lars Bender zu seinem Glück. Ansonsten blass.