Rudern

Das sind Deutschlands Goldhoffnungen bei der Ruder-EM

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Björn Jensen
Torben Johannesen, Ruderer beim Ruderclub Favorite Hammonia: „Wir brauchen diese Wettkämpfe".

Torben Johannesen, Ruderer beim Ruderclub Favorite Hammonia: „Wir brauchen diese Wettkämpfe".

Foto: Andreas Laible / FUNKE Foto Services

Der Deutschland-Achter bestreitet am Freitag den Vorlauf. Torben Johannesen aus Hamburg freut sich über den Auftakt im Olympia-Jahr.

Hamburg. In Zeiten wie diesen, in denen es en vogue ist, Favoritenrollen kleinzureden und Außenseiter groß, wirkt eine Einstellung wie die, die Torben Johannesen in Worte fasst, wohltuend. „Unser Anspruch ist die Goldmedaille, nichts anderes zählt für uns“, sagt der 26-Jährige vom Ruderclub Favorite Hammonia, der am Freitag (14.20 Uhr) mit dem Deutschland-Achter in Varese den EM-Vorlauf bestreitet.

Da mit den Niederlanden, Großbritannien, Rumänien und Gastgeber Italien nur vier weitere Nationen einen Achter an den Start bringen, geht es im Vorlauf lediglich um die Bahnverteilung für das Finale, das am Sonntag um 15.36 Uhr ansteht und im Livestream auf worldrowing.com übertragen wird.

Deutschland-Achter: Hoffnung auf erneuten Goldtriumph

Angesichts von acht EM-Titeln in Serie kann das deutsche Paradeboot kaum anders, als den erneuten Goldtriumph als Ziel auszugeben. 2012, als ebenfalls in Varese mit Polen letztmals ein anderes Team den kontinentalen Titel gewann, verzichtete Deutschland auf die Teilnahme.

Mit Steuermann Martin Sauer (38/Berlin), Schlagmann Hannes Ocik (29/Schwerin) und Richard Schmidt (Trier/33) sind drei Athleten der Crew seit 2013 unbesiegt. „Für uns ist die EM eine sehr wichtige Etappe auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio“, sagt Bundestrainer Uwe Bender. „Wir sind alle hoch angespannt, freuen uns aber unheimlich, dass die EM stattfinden kann. Das ist ein wichtiges positives Vorzeichen für die Saison 2021.“

Johannesen: „Wir brauchen diese Wettkämpfe"

Im vergangenen Jahr hatte lediglich die auf Oktober verschobene EM in Posen (Polen) stattfinden können, alle anderen Wettkämpfe fielen der Corona-Krise zum Opfer. Umso glücklicher ist Torben Johannesen, dass der Auftakt in die Olympiasaison wie geplant stattfinden kann. „Wir brauchen diese Wettkämpfe, um uns für Tokio in die notwendige Form zu bringen“, sagt der Lehramtsstudent.

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Im 51 Athletinnen und Athleten umfassenden deutschen Aufgebot ist er der einzige Hamburger, weil der Doppelvierer mit Tim Ole Naske (24/RG Hansa) auf die EM verzichtet und stattdessen ein Trainingslager bezogen hat.

Zeidler gute Chancen auf EM-Titel für Deutschen Ruderverband

Neben dem Achter hat Oliver Zeidler die besten Chancen, einen EM-Titel für den Deutschen Ruderverband (DRV) zu gewinnen. Besondere Motivation zieht der 24 Jahre alte Ingolstädter, der 2019 bei der WM in Linz (Österreich) Gold geholt hatte, aus seinem Einbruch in Posen im vergangenen Herbst, als er lediglich auf Rang vier ins Ziel gekommen war.

„Das hat mich ein bisschen auf den Boden zurückgeholt. Es ist nie gut, diese Art von Verwundbarkeit zu zeigen. Aber es ist auch ein extrem motivierendes Erlebnis gewesen, das ich nicht noch einmal haben möchte“, sagt der Modellathlet, der 2016 vom Schwimmen ins Ruderboot gewechselt war.

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